Mit dem Hund auf Reisen – auf welche Reisekrankheiten Hund und Halter achten müssen


19.06.2015
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Reisekrankheit bei HundenImmer mehr Tierbesitzer wollen auch im Urlaub nicht auf die Gesellschaft ihres vierbeinigen Freundes verzichten. Mit dem Hund am Strand tollen und ihm herrlichen Badespaß im Meer zu ermöglichen, klingt verlockend und bringt Spaß für die ganze Familie. Dennoch birgt das Reisen für Hunde viele Gefahren, da im Ausland manche Krankheiten heimisch sind, die es in Deutschland (bisher) noch nicht gibt und die schlimme Auswirkungen haben können. Manche davon sind sogar unheilbar! Um Ihren Hund auf Reisen vor diesen Krankheiten zu schützen, sollten Sie sich bei Ihrem Tierarzt schon vorab über die wichtigsten Reisekrankheiten bei Hunden und die gesetzlichen Bestimmungen des Urlaubslandes informieren.

Eine kurze Zusammenstellung auf welche Reisekrankheiten Hund und Halter achten müssen, finden Sie hier.

Leishmaniose
Diese von der Sandmücke übertragenen Parasiten befallen Organe wie Haut, Niere und Lymphknoten. Betroffene Tiere zeigen u. a. geschwollene Lymphknoten, Haar- und Hautveränderungen, wie z.B. Brillenbildung und Haarausfall sowie Erbrechen, Durchfall oder Lahmheiten.  Die Symptome, dieser Reisekrankheit bei Hunden, können sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem welche Organe stärker betroffen sind. Eine Heilung ist bislang leider nicht möglich, vielmehr können lediglich die akuten Schübe der Krankheit therapiert werden. Vorbeugend ist es sinnvoll,  die Exposition des Hundes zu Sandmücken besonders während der Abendstunden zu vermeiden, Moskitonetze über dem Schlafplatz anzubringen und zur Vektorbekämpfung ein geeignetes Halsband oder Spot-On zu verwenden. Auf dem Markt gibt es neuerdings auch vielversprechende Impfungen.

Babesiose
Diese einzelligen Parasiten im Blut des Hundes werden von der Braunen Hundezecke übertragen. Durch den Befall der roten Blutkörperchen und deren Zerstörung kann es zu einer Blutarmut (Anämie) kommen. Symptome sind Fieber und allgemeine Schwäche, außerdem setzen die Hunde oftmals rötlich-braunen Urin ab. Die Bekämpfung der Zecke kann durch verschiedene Präparate vorgenommen werden, Ihr Tierarzt kann Sie zu dieser Reisekrankheit bei Hunden eingehend beraten.

Ehrlichiose
Diese sogenannten intrazellulären Parasiten werden ebenfalls über die Braune Hundezecke übertragen und führen zu einer Infektion der Blutkörperchen und des Knochenmarks. Oftmals kommt es zu einem schleichenden Verlauf der Krankheit mit Fieber, Abgeschlagenheit und verstärkter Blutungsneigung. Die Erregerprophylaxe erfolgt ähnlich wie bei der Babesiose. Auch bei der Ehrlichiose können die Symptome oft nicht sofort einer Krankheit zugeordnet werden, weil sie sehr unspezifisch sind. Deswegen fragt Ihr Tierarzt auch immer nach früheren Auslandsaufenthalten, um die Ursachen für unklare Symptome schneller diagnostizieren zu können.

Dirofilariose
Dirofilariose ist eine Reisekrankheit bei Hunden, bei der Würmer im Herzen und in den Lungenarterien des Hundes leben. Über Mücken erfolgt eine Übertragung der Larven, wobei die Erkrankung oft lange beschwerdefrei bleibt, bis es zu Abgeschlagenheit und Atemwegssymptomen wie Husten und Atemnot kommt. Auch hier empfiehlt es sich, den Hund während der Abendstunden im Haus zu halten, Moskitonetze aufzuspannen und eine Mückenbekämpfung mit verschiedenen Präparaten vorzunehmen. Ihr Tierarzt hat hierzu weitere Informationen. Wie bei anderen Reisekrankheiten auch können die Tiere leider nicht immer vollständig geheilt werden.

Hepatozoonose
Mit Hepatozoon canis können sich Hunde infizieren, wenn sie ganze Zecken fressen. Es kommt – insbesondere bei immungeschwächten Tieren – zu einem Befall von Lymphknoten, Milz, Nieren, Knochenmark und weißen Blutzellen. Betroffene Hunde zeigen beispielsweise Fieber und Anämie, die Symptome können jedoch vielfältig und unspezifisch sein. Um diese Reisekrankheit bei Hunden zu vermeiden, ist es sinnvoll Zecken regelmäßig zu entfernen und eine Behandlung mit wirksamen Zeckenpräparaten durchzuführen.

Leptospirose
Diese Krankheit wird durch Bakterien ausgelöst, die sich gerne in stehenden, warmen bzw. langsam fließenden Gewässern tummeln. Befallene Hunde zeigen wegen des Befalls der Nieren vermehrten oder verringerten Harnabsatz bis hin zum Nierenversagen, erschwerte Atmung, Fieber, teilweise auch Ikterus (Gelbsucht) und Blutungen. Bitte hindern Sie Ihren Hund am Baden in den oben genannten Wasserstellen. Als Prophylaxe empfiehlt sich die Durchführung einer Impfung. Die Leptospirose ist auch in Deutschland heimisch.

Sollten Sie also einen Urlaub mit Hund planen, denken Sie daran, sich bereits VOR der Abreise bei Ihrem Tierarzt gründlich beraten zu lassen und eine umfassende Prophylaxe zur Abwehr von Zecken und Sandmücken durchzuführen. Stellen Sie auch sicher, dass Ihr Hund gegen Herzwürmer geschützt ist und einen nötigen (und eventuell vorgeschriebenen) Impfschutz aufweist. Um einen ausreichenden Schutz zu gewährleisten, empfiehlt es sich, einen Tierarzttermin mindestens 10 Wochen vor Abreise wahrzunehmen, um eine speziell auf das Urlaubsland zugeschnittene Prophylaxe vornehmen zu können. Informieren Sie sich also vor der Abreise gründlich auf welche Reisekrankheit Hund prophylaktisch vorbereitet werden muss.

Auf der Homepage des Auswärtigen Amtes finden Sie außerdem besondere Zollvorschriften zur Einfuhr von Haustieren. So dürfen Hunde teilweise z.B.  nur mit Mikrochip und Heimtierausweis eingeführt werden, teils ist auch eine Tollwut-Titerbestimmung und Bandwurmbehandlung Voraussetzung für die Mitnahme von Haustieren.

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