Wie kommunizieren Katzen: Körpersprache und Laute deuten


2.11.2017
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Nonverbale Kommunikation bei Katzen

Was für Katzen offensichtlich ist, ist für Menschen manchmal schwer zu begreifen, denn Katzen sind sehr subtil in ihrer Art sich mitzuteilen. Da Katzen untereinander eher auf nonverbale Kommunikation wie Körpersprache zurückgreifen, die der Mensch oftmal nicht oder nur schwer deuten kann, entwickeln sie im Umgang mit Menschen oftmals eine abgewandelte Katzensprache zur Vereinfachung der Kommunikation. Eine Beschreibung verschiedener grundlegender verbaler und nonverbaler Kommunikationsmittel der Katze soll der Frage „Wie kommunizieren Katzen“ auf den Grund gehen.

Was bedeuten…Miauen, Fauchen und Jaulen?

Bei der Kommunikation bei Katzen untereinander zählen Taten weitaus mehr als Worte und Laute werden vorwiegend zwischen Mutterkatze und Jungtieren ausgetauscht. Natürlich hängt es aber auch von der Persönlichkeit der Katze ab, ob sie gern und viel miaut. Es gibt somit sowohl Katzen, die sich gern verbal mitteilen und viel zu „erzählen“ haben, als auch sehr stille Samtpfötchen, die eher zurückhaltend sind. Während manche Katzenrassen nach dem Motto „Reden ist silber, Schweigen ist gold“ leben, sind beispielsweise Siamkatzen richtige Plaudertaschen. Dabei hat nicht jedes „Miau“ die gleiche Bedeutung; Lautstärke und Tonlage können stark variieren. Manchmal steht ein „Miau“ für eine freundliche Begrüßung, manchmal eher für ein zickiges Meckern und andere Male vielleicht für eine Forderung nach Aufmerksamkeit. Eindeutig hingegen sind Fauchen und Knurren: Diese dienen immer als Warnung, dass eine Grenze überschritten wurde.

Miauen in verschiedenen Tonlagen

Katzenkonzerte gibt es in diversen Lautstärken und Tonhöhen. Miaut der Stubentiger laut und oftmals hintereinander, möchte er auf etwas hinweisen oder seine Langeweile zum Ausdruck bringen. Miaut die Katze nur ein einziges Mal, darf der Laut auch als liebevolle Begrüßung interpretiert werden. Meist ist das Miauen als einziges Beobachtungskriterium nicht aussagekräftig, die Deutung der Körperhaltung muss ebenfalls in die Beurteilung mit einfließen.

Schnurren, das Wohlfühlgeräusch

Katzen schnurren, wenn sie sich wohlfühlen und entspannt sind. Einer schnurrenden Mieze geht es in aller Regel gut. Doch auch hier ist das Schnurren nicht immer Ausdruck von Entspannung, denn auch kranke oder verletzte Stubentiger geben Schnurrlaute von sich. Schnurren erzeugt nämlich Vibrationen, die die Heilung fördern. Außerdem beruhigen sich die Samtpfoten selbst mit dem wohligen Geräusch.

Vorsicht, bissig: Wenn der Stubentiger wild faucht

Mit einem lauten Fauchen drückt die Katze ihrem Gegenüber ihre aggressive Gefühlslage mit. Meist ist die Körperhaltung dabei angespannt. Im Ernstfall wird die Mieze angreifen, daher sollte eine fauchende Katze nicht weiter bedrängt oder belästigt werden.

Gratis Opernkonzert: Die jaulende Diva

Das Jaulen einer Katze klingt ähnlich dem Jaulen eines Hundes. Es ist ein in die Länge gezogener, lautstarker sowie tiefer Miau-Laut. Jaulende Katzen geben ihrer Frustration über eine bestimmte Sache oder ihrer Angst eine Stimme. So jaulen beispielsweise Katzen oftmals auch während sie zum Tierarzt transportiert werden. Vielleicht haben Sie auch schon einmal hoch jaulende, kreischende Laute wahrgenommen, die an Babygeschrei erinnern? Diese widerum werden einerseits von paarungswilligen Katzen ausgestoßen, andererseits aber auch von Katern, die sich gegenseitig angreifen.

Vor Erregung schlackert der Kiefer: Wenn Katzen „schnattern“

Miezen schnattern mit den Zähnen, wenn sie gefühlt vor Erregung platzen. Folglich wird beispielsweise bei der Jagd auf Mäuse mit Vorliebe geschnattert. Gleichzeitig bewegt die Katze ihren Kiefer flink – das dient vermutlich als Vorbereitung zum Beißen des Beutetiers.

Körpersprache: das „A“ und „O“ in der Katzenkommunikation

Katzen setzen bei der Kommunikation ihren ganzen Körper ein. Andere Katzen nehmen dabei jede noch so kleine Veränderung wahr, während wir Menschen vieles übersehen und vorwiegend auf die Ohren- oder Schwanzhaltung achten. Diese können als Barometer für verschiedene Stimmungen und Launen dienen, und so Freude, Verärgerung, Angst und alles was dazwischenliegt, ausdrücken. Sind die Ohren beispielsweise normal aufgestellt, ist die Katze entspannt und positiv gesinnt. Ist aber eins der Ohren oder gar beide angelegt oder nach außen gedreht, ist die Katze verärgert und bereit sich zu verteidigen oder anzugreifen.

Mehr als nur Balance – die Katze redet mit ihrem Schwanz

Selten steht er still – der Katzenschwanz. Ähnlich wie mit den Ohren, verhält es sich mit dem Schwanz: Hängt er entspannt herunter, geht es einer Katze gut. Oft pendelt er entspannt herunter und lediglich die Spitze des Schwanzes rührt sich. Peitscht er aber bedrohlich hin und her, kann dies Verärgerung bedeuten. Ist der Schwanz der Mieze zwischen die Schenkel gezogen, ist sie gerade nicht sehr selbstbewusst. Die Katze fühlt sich in die Ecke gedrängt oder verspürt Angstgefühle. Ragt der Schwanz dagegen in die Höhe, vermittelt der Stubentiger freundliches Interesse wie beispielsweise bei einer Begrüßung. Krümmt die Mieze jedoch zusätzlich ihren Rücken zu einem Buckel, wird ein hochgestreckter Schwanz als Drohgebärde aufgefasst. Ein Katzenbuckel ist eine eindeutige Geste, die Katze scheint größer und möchte somit vermeintliche Angreifer einschüchtern. Beim Spiel oder bei der Jagd wird der Schwanz permanent hin und her geschwungen.

Grazile Attitüde – die Körperhaltung der Katze

Eine entspannte Katze besitzt eine aufrechte Körperhaltung mit stehenden Ohren. Dabei kann der Schwanz sowohl gerade nach unten hängen als auch in die Höhe ragen. Gemütliches Liegen ist ebenfalls Ausdruck großer Entspannung. Besonderes Vertrauen schenkt Ihnen die Mieze, wenn sie auf dem Rücken liegt und sich aalt. Angespannt ist eine Samtpfote jedoch, wenn sie sich möglichst groß präsentiert, den Schwanz senkrecht nach oben streckt und die Ohren leicht anlegt. Die Pupillen sind schlitzförmig verengt und auch die Fellhaare sind gesträubt. Eine von Unsicherheit und Angst ermannte Katze duckt sich und schleicht mit zwischen die Schenkel geklemmtem Schwanz sowie angelegten Ohren. Im Extremfall drückt sich die Katze platt auf den Untergrund.

Feines Näschen: Auch über Gerüche kommunizieren Katzen

Nicht zu vergessen bei der Katzenkommunikation untereinander sind Gerüche, die zur Abgrenzung des Revieres dienen oder auch Rang und Geschlecht indizieren können. Vor allem zu beachten ist hierbei das Harnmarkieren, wobei Katzen ihren Harn an aufrechte Gegenstände spritzen. Jedoch hinterlassen Katzen Duft nicht nur mit ihrem Harn, sondern auch mit ihren Pfoten, an denen sie besondere Duftdrüsen haben. Wenn Sie also Ihre Katze kratzen sehen, kann auch dies eine Form des Markierens sein.

Auch Kommunikation, die vielleicht auf den ersten Blick nicht als solche erkannt wird, darf nicht unterschätzt werden. Versteckt sich beispielsweise Ihre Katze oder zieht sich für eine längere Zeit zurück, ist das ein Zeichen dafür, dass sie sich auf irgendeine Weise nicht wohl fühlt und Sicherheit und Geborgenheit sucht. Dies kann sowohl an Ihnen liegen, als auch an anderen Katzen oder an etwas Störendem in der Umgebung.

Liebesbeweise der Katze erkennen und annehmen

Stupser mit der Nase, Köpfchengeben, um die Beine streichen und auch Belecken haben allesamt eine positive Bedeutung und geben an, dass es Ihrer Katze bei Ihnen gefällt und sie Sie liebkosen will. Reibt die Samtpfote beispielweise ihr Köpfchen an ihrem Halter, artikuliert sie ihre Verbundenheit. Diese Geste darf als unmissverständlicher Beweis der Zuneigung interpretiert werden. Um die Katze in ihrem Gefühl zu bestätigen, sollte sie gestreichelt oder liebevoll gekrault werden. Mit dem Reiben des Kopfes an dem Kopf des Menschen bettelt die Samtpfote um eine ausgiebige Fellpflege. Stupst die Mieze mit dem Kopf, bedeutet es so viel wie „Hallo“. Auch sanfte, kleine Bisse in die Hand beim Streicheln sind ein ultimativer Liebesbeweis, wie auch das Treteln, welches absolutes Wohlbehagen ausdrückt. Die Fähigkeit zum sogenannten „Milchtritt“ ist bereits bei Geburt vorhanden, denn er wird zur Mahlzeit am Gesäuge der Kätzin für den Milcheinschuss benötigt. Katzen verlernen diesen Tritt niemals. Fühlen sie sich besonders wohl auf dem Schoß, treteln sie. Gleichzeitig ist der Milchtritt auch eine Art des Markierens.

Übrigens: Auch mit dem Putzen und Schlecken zeigt die Katze ihre enorme Zuneigung. Schleckt die Mieze ihr eigenes Fellkleid, möchte sie sich entweder reinigen oder mit dem Speichel abkühlen. Achtung: Schleckt sich der Stubentiger hingegen über die Lippen, ist dies ein Zeichen von Unwohlsein oder Nervosität.

Das wohl größte Geschenk, das Ihnen Ihre Katze machen kann, ist jedoch die Beute mit Ihnen zu teilen oder ganz an Sie abzugeben. Legt Ihnen also Ihre Katze eine tote Maus oder einen toten Vogel vor die Füße, ekeln Sie sich nicht, sondern freuen Sie sich über diesen Beweis der Zuneigung.

Wie Katzen kommunizieren

Interagieren Sie vermehrt nonverbal

Auch wenn Katzen ihre Sprache oftmals so abwandeln, dass der Mensch weniger Probleme hat sie zu verstehen, sind Miau-, Schnurr- oder Knurrlaute nur Ergänzungen zur eigentlichen Sprache. Daher sollten auch Katzenhalter ihr Bestes geben, nonverbal mit ihren Stubentigern zu interagieren und versuchen zu zeigen, was sie meinen. Oftmals kann es dabei helfen, Stimme und sonstige Zeichen gleichzeitig zu benutzen. Die Hauptsache ist, dass die Signale knapp und eindeutig sind und immer dieselben zu bestimmten Zwecken genutzt werden.

Wenn Sie mit Ihrer Katze reden, nutzen Sie eine etwas höhere Stimme, um Freundlichkeit anzudeuten, und eine tiefere Stimme für negative Gefühle. Da Katzen es generell eher still mögen, reden Sie nicht zu laut, sondern mit ruhiger und sanfter Stimme. Anstatt in Menschensprache „nein“ zu sagen, wenn Ihnen etwas nicht behagt, können Sie auch ein Fauchen nachahmen. So gibt es für Ihren Stubentiger keinen Raum für Missinterpretationen.

Fehlinterpretationen vermeiden

Die Kommunikation von Katzen ist für uns Menschen also nicht immer klar zu lesen und einige Signale der Katze scheinen mehrdeutig. Schnurrt eine Katze, ist sie in der Regel glücklich und zufrieden. Dies ist zwar in den meisten Fällen richtig, aber es gibt auch andere Gründe. Allgemein kann man sagen, Katzen schnurren, um auszudrücken, dass von ihnen keine Gefahr zu erwarten ist. Manchmal schnurren Katzen in Stresssituationen, um sich selbst, aber auch einen möglichen Angreifer, zu beruhigen. Sogar bei Schmerzen wird oftmals angefangen zu schnurren, da die Frequenz des Schnurrens eine heilende Wirkung haben soll. Mehr zum Schnurren der Katze und wie es funktioniert finden Sie hier.
Im Gegensatz zu uns Menschen wird bei Katzen direktes in die Augen schauen nicht positiv als Beweis von Respekt wahrgenommen, sondern als provokante Geste. Starrt eine Katze, soll dies einen Gegenüber einschüchtern. Andersherum fühlt sich also auch eine Katze unbehaglich, wenn Sie sie direkt anstarren. Wie Sie es besser machen können? Schauen Sie ein wenig an der Katze vorbei und blinzeln Sie ab und zu. Dies wirkt weniger aggressiv und Ihre Katze fühlt sich wohler. Auch wenn Ihre Katze Sie auf diese Weise anblinzelt, ist dies ein Kompliment und für Menschen mit einem Lächeln gleichzusetzen. Deshalb kommen Katzen übrigens auch oft zu Menschen, die sie nicht anschauen und manchmal sogar desinteressiert scheinen und vermeiden es manchmal, zu denen zu gehen, die sie direkt anschauen und locken. Lassen Sie also Ihrer Katze genügend Freiraum und bedrängen Sie sie nicht, wenn sie sich zurückziehen will. Sie wird von allein auf Sie zukommen, wenn ihr danach ist.

Wenn Sie dies berücksichtigen und eine gewisse Feinfühligkeit subtilen Signalen gegenüber entwickeln, steht einem herrlichen Zusammenleben nichts im Weg und Sie und Ihr Stubentiger lernen mit der Zeit immer besser, sich gegenseitig zu „lesen“!

 

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