10 Tipps zur Wahl eines seriösen Hundezüchters


13.03.2018
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Ein Wurf Irish Setter Hundewelpen von einem Hundezüchter

Ein Welpe vom Züchter soll es sein! Ist die Entscheidung zum neuen Familienmitglied erst einmal gefallen, ist das eine besonders schöne und aufregende Zeit voller glücklicher Erwartungen. Doch mit der Entscheidung zum kleinen, neuen Familienmitglied fängt die Verantwortung bei der Wahl einer geeigneten und seriösen Zuchtstätte bereits an. Im Folgenden finden Sie 10 Tipps zur Wahl eines seriösen Hundezüchters, die Sie bei der Wahl Ihres neuen Familienmitgliedes unbedingt beachten sollten.

10 Tipps, um einen seriösen Hundezüchter zu erkennen

Folgende 10 Tipps helfen bei der Wahl einer geeigneten und seriösen Zuchtstätte für den vierbeinigen Nachwuchs und geben erste Anhaltspunkte für die Wahl  – dabei ist die Liste der „zu beachtenden Punkte“ nicht vollständig und zuletzt sollte darüber hinaus bei der Wahl des Züchters immer auch das individuelle Bauchgefühl stimmen!

  1. Die Welpen haben Papiere

Die meisten Züchter gehören ohnehin einem Verein an und erhalten somit bei ordnungsgemäßer Zucht laut Vereinssatzung Papiere für ihre Welpen. Es gibt eine Vielzahl von Vereinen – manche bekannter, manche weniger bekannt. In der Vereinssatzung können die Vereine festlegen, welche Kriterien bei der Hundezucht der jeweiligen Rassen dringend erfüllt werden müssen. Manche Vereine wie beispielsweise der VDH/FCI und deren angegliederte Vereine haben auch in Bezug auf die Gesundheit der Elterntiere striktere Bedingungen, an die sich Züchter halten müssen. Andere Vereine setzen fast keine besonderen Maßgaben –  hier ist der Züchter freier in seinen Handlungen, aber somit auch individuell für die Qualität seiner Zucht verantwortlich.
Eine Ausnahme von der „Papierpflicht“ haben „Aus-Versehen“-Würfe sowie Mischlingswürfe.

  1. Gesunde Elterntiere

Der Züchter verwendet in seiner Zucht ausschließlich gesunde Elterntiere, die er zu regelmäßigen Checkups beim Tierarzt vorstellt. Zu diesen Erkrankungen zählen neben akuten Infektionserkrankungen auch chronische Leiden wie beispielsweise Allergien oder jegliche hereditäre Erkrankungen. Weiterhin lässt der Züchter die Elterntiere vor der ersten Deckung auf die typischen vererblichen Erkrankungen der jeweiligen Rasse (z.B. HD, ED, PRA, Patellaluxation) untersuchen. Diese Untersuchungen werden auch von einigen Vereinen je nach Rasse gefordert.

Besonders verantwortungsvolle Züchter lassen darüber hinaus weitere Gesundheitsuntersuchungen durchführen, um andere rassetypische Probleme weitgehend zu unterbinden (z.B. Brachycephalie). Weiterhin informieren sie sich auch noch längere Zeit nach dem Verkauf über die Gesundheit ihrer Welpen, um daraus die Qualität der Verpaarung ableiten zu können.

  1. Geimpft, gechippt, entwurmt

Bei Abgabe an den zukünftigen Welpenbesitzer sollte der Welpe ordnungsgemäß entwurmt, geimpft und gechippt sein. Erkundigen Sie sich beim Kauf nach den Entwurmungen und Impfungen sowie deren fälligen Auffrischungen, für die Sie nach dem Kauf sorgen müssen. Viele Züchter lassen ihre Welpen auch vor dem Auszug nochmals vom Tierarzt untersuchen und ein aktuelles Gesundheitszeugnis ausstellen.

  1. Die Elterntiere sind vor Ort

In jeder seriösen Zucht ist mindestens die Mutter der Welpen beim Züchter vor Ort. Werden Sie skeptisch, wenn der Züchter Ihnen das Muttertier auch nicht auf Nachfrage zeigen kann.

  1. Die Welpen wachsen mit der Hundemutter in der Familie auf

Für eine umfassende und gute Sozialisierung ist es wichtig, dass der Welpe so viel wie möglich vom Alltagsleben mitbekommt. Leben die Welpen direkt in der Familie lernen sie nebenbei allerlei Geräusche (z.B. Staubsauger, Spülmaschine) kennen.

  1. Der Welpe lernt in den ersten Lebenswochen viele Dinge kennen

Eine gute und umfassende Sozialisierung legt in den ersten Lebenswochen den Grundstein für ein langes glückliches Hundeleben. Der Züchter sollte so viel Zeit wie möglich mit dem Wurf verbringen und die Welpen spielerisch an verschiedene Alltagssituationen und Gegenstände heranführen.
Fragen Sie den Züchter daher nach typischen Sozialisierungsaktivitäten wie Autofahren, Bällebad, Tunnel, Apportierspielzeug und dergleichen. Achten Sie gleichermaßen auf die Anzahl der Hunde und Würfe, die der Züchter gleichzeitig in seiner Obhut hat und bedenken Sie, dass er allen Hunden zeitlich gerecht werden muss.

  1. Der Züchter kann meine Fragen beantworten und weicht Nachfragen nicht aus

Steht Ihnen der Züchter jederzeit für Rückfragen zur Verfügung und befasst sich mit Ihren Anliegen? Ein guter Züchter hat immer ein offenes Ohr und beantwortet gerne bei einem Kaffeeplausch allerlei Fragen zu seiner Zucht und seinen Welpen. Fragen Sie speziell nach der Gesundheit der Elterntiere sowie diesbezüglichen Untersuchungen, Aufzucht und Sozialisierung der Welpen.

  1. Der Züchter gestattet keine Käufe ohne vorheriges persönliches Kennenlernen

Ein verantwortungsvoller Züchter möchte stets die zukünftigen Welpeneltern kennenlernen, bevor er seinen Schützling in deren Hände verspricht. Vereinbaren Sie daher mit dem Züchter einen unverbindlichen Besuch zum Kennenlernen und „Beschnuppern“. Der Züchter wird auch Ihnen viele Fragen zu Ihrer Person und Ihrem Alltag stellen, denn er möchte seinen Welpen natürlich ein Leben lang gut versorgt wissen.
Hören Sie bei der Auswahl der Zuchtstätte auch auf Ihr Bauchgefühl und tätigen Sie keine unüberlegten Spontankäufe – Eine Nacht über Entscheidungen zu schlafen ist meist keine schlechte Idee.

  1. Der Züchter hat nicht mehrere Würfe gleichzeitig

Muss sich der Züchter alleine zeitgleich um mehr als einen Wurf Welpen kümmern, so bleibt insgesamt weniger Zeit für die Sozialisierung des einzelnen Welpen übrig.

  1. Für den Züchter steht nicht das Geld im Vordergrund

Die meisten Züchter sind über die Liebe und pure Leidenschaft ihren Hunden gegenüber zum Züchten gelangt. Einige Hobbyzüchter schaffen es nicht einmal durch den Erlös des Welpenverkaufs ihre Auslagen zur Zucht zu decken. Andere Züchter haben zugunsten der Zucht ihren ursprünglichen Beruf aufgegeben und müssen natürlich über den Welpenverkauf ihren Alltag bestreiten können.
Dafür schlägt sich der Züchter zum Geburtstermin lange Nächte um die Ohren und opfert acht Wochen lang all seine Hingabe den kleinen Würmchen – ein 24-Stunden-Job also. In jedem Fall sollte nicht der Geldverdienst sondern die Liebe zum Tier den Grundstock der Hundezucht bilden.

Haben Sie weitere Tipps und persönliche Erfahrungen mit der Wahl einer geeigneten Zuchtstätte? Wir freuen uns über Ihre Kommentare unter diesem Artikel.

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