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Was unterscheidet die Wildkatze von einer Hauskatze?
Kaum größer als die Hauskatze, wird die Wildkatze, ein Bewohner unserer Wälder, häufig mit ihr verwechselt. Dabei ist die Wildkatze nur eine entfernte Verwandte. Die Hauskatze geht auf die afrikanische Falbkatze – eine Schwesterart der Europäischen Wildkatze – und andere Kleinkatzen des Orients zurück. Sie kam einst mit den Römern über die Alpen.
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Nicht immer sind die feinen Unterscheidungsmerkmale von Wild- und Hauskatze zu erkennen: Das Fell der Wildkatze ist grau-gelblich und nicht silbrig, Zeichnungen an den Flanken sind eher verwaschen und nicht klar abgegrenzt und das Haar ist im Winter länger als bei der Hauskatze, wodurch sie kräftiger wirkt. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal ist ihr dicker Schwanz mit wenigen schwarzen Ringen und einem schwarzen stumpfen Ende. Der Aalstrich auf dem Rücken, eine dunkle Linie, erstreckt sich bei Hauskatzen über den gesamten Schwanz – bei Wildkatzen endet er bereits an der Schwanzwurzel. Die Jungen von Wildkatzen und wildfarbenen Hauskatzen sind dagegen kaum zu unterscheiden – beide haben starke Zeichnungen.
Wildkatzen ernähren sich in erster Linie von Reptilien, Amphibien und Kleinsäugern wie Hasen oder Mäuse sowie von Fischen, denn ihre Verdauung ist darauf ausgelegt hauptsächlich Proteine zu verarbeiten Die Wildkatze besitzt ein ausgezeichnetes Hörvermögen und kann ihre Ohren unabhängig voneinander in fast alle Richtungen bewegen, wodurch sie ihre Beute schnell und auch in dichter Vegetation oder Dunkelheit lokalisieren kann. Ähnlich wie bei der Wildkatze stehen auch bei der Hauskatze kleine Beutetiere wie Mäuse oder Vögel auf dem Speiseplan. Als Ergebnis der Fütterung von Essensresten haben Hauskatzen einen längeren Darm wodurch sie auch in der Lage sind etwas anderes als Proteine zu verdauen. Trotzdem sollte Fleisch weiterhin den Hauptbestandteil ihrer Ernährung ausmachen.
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Vom Aussterben bedroht

In ihrem Verhalten sind Wildkatzen sehr scheu und meiden die Nähe zum Menschen. Sie leben zurückgezogen in Wäldern, wo sie auf weiten Streifgebieten unterwegs sind. Um sich fortzupflanzen brauchen sie Rückzugsorte ohne menschliche Einflüsse. Während sie früher weit verbreitet waren, sind sie heute durch den Verlust deckungsreicher Lebensräume nur in wenigen Waldgebieten Deutschlands zu finden. Nur noch rund 6.000 Exemplare gibt es in Deutschland. Die Europäische Wildkatze wird auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft, in einigen Bundesländern sogar als vom Aussterben bedroht. Da geeignete Lebensräume rar und häufig stark voneinander isoliert gelegen sind, ist sie auf Artenschutzmaßnahmen angewiesen.
Info: Weitere Informationen zur Wildkatze und Initiativen zum Artenschutz finden Sie bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Diese setzt sich für die Wildkatze ein und untersucht im Rahmen eines umfangreichen Forschungsprojektes die Auswirkung möglicher Störfaktoren und Gefahren in sensiblen Lebensräumen der bedrohten Tierart. Denn erst wenn man die Ursachen kennt, können Maßnahmen für den Artenschutz, wie die Sicherung störungsfreier Lebensräume, gezielt und effektiv umgesetzt werden.