Reisen mit Hund und Katze – was gilt es zu beachten


11.08.2014
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Bevor Sie mit Ihrem Tier in den gemeinsamen Urlaub starten können, gibt es einiges zu beachten: Ist mein Tier ausreichend für die Reise vorbereitet? Besitzt es alle gültigen Papiere, um ausreisen zu dürfen? Ist mein Tier ausreichend vor typischen Reiseerkrankungen geschützt? Welche Einreisebestimmungen herrschen im Zielland?

Viele dieser Fragen sollten vor dem anstehenden Urlaub geklärt werden, damit der gemeinsamen Reise mit dem Vierbeiner nichts im Weg steht. Um nicht den Überblick zu verlieren, finden Sie hier eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten, die es vor einer Reise mit Hund oder Katze zu beachten gilt.

Spaziergang am Strand_Urlaub mit Hund

Das gilt es vor der Reise zu beachten:

1. Sobald man mit seinem Hund oder seiner Katze Deutschland verlassen will, braucht man für das Tier (genauso wie für sich selber den Personalausweis) ein Reisedokument, den EU-Heimtierpass. Der EU-Heimtierpass ist im Unterschied zu einem normalen Impfpass blau und stellt ein amtliches Dokument dar. Damit ein Tierarzt einen EU-Heimtierpass ausstellen darf, muss das Tier eindeutig identifizierbar sein, das bedeutet, dass es mit einem elektronischen Transponder (Chip) gekennzeichnet sein muss. Der EU-Heimtierpass muss weiterhin vom Tierarzt vollständig ausgefüllt werden. Es muss z. B. der Besitzer mit Adresse, Daten zum Tier (Name, Geburtsdatum, Aussehen etc.) und die  Chipnummer eingetragen sein, damit der Pass gültig ist.

2. Das Tier gegen Tollwut geimpft sein. Eine Tollwut-Impfung darf frühestens im Alter von 3 Monaten durchgeführt worden sein und gilt nach 21 Tagen. Die Auffrischungsimpfungen müssen in den vom Impfstoffhersteller vorgegebenen Zeiten durchgeführt worden sein. Mittlerweile gibt es Tollwut-Impfstoffe deren Impfintervalle zwischen 2-3 Jahren liegen.

3. Weitere Impfungen sind zumindest in der EU zum Verreisen nicht vorgeschrieben. Drittländer außerhalb der EU können bestimmte Impfungen oder andere Behandlungen, z. B. gegen Parasiten verlangen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich geraume Zeit vor Reiseantritt beim Konsulat oder der Botschaft des jeweilige Drittlandes zu informieren, welche Einreisebestimmungen gelten und welche Dokumente mitgeführt werden müssen. Auch wenn andere Impfungen als Tollwut nicht vorgeschrieben sind, so ist ein Impfschutz gegen die wichtigsten Krankheiten (z. B. Parvovirose, Staupe, ansteckende Leberentzündung, Katzenschnupfen und –seuche) dringend zu empfehlen! Welche Impfungen es gibt und in welchen Fällen sie Sinn machen oder nicht, veröffentlicht die Ständige Impfkommission Veterinär. Ihr Tierarzt wird Sie gerne beraten.

4. Wenn Sie innerhalb der EU verreisen sind die Einreisebestimmungen für jedes Land gleich: Das Tier benötigt einen EU-Heimtierpass, einen Chip und eine gültige Tollwutimpfung. Mehr gibt es nicht zu beachten.

5. Wenn Ihr Urlaubsland außerhalb der EU liegt, dann ist die Sache komplizierter, da es Länder gibt, die den gleichen Tollwutstatus besitzen wie Deutschland – sog. gelistete Drittländer (z. B. Kroatien, Schweiz) und Länder, die einen komplett anderen Tollwutstatus besitzen – sog. ungelistete Drittländer (z. B. Türkei). Welche Länder aktuell in welche Kategorie fallen, kann man z. B. bei Pets on Tour nachlesen. Wichtig ist zu wissen, dass man für die Rückreise aus einem ungelisteten Drittland eine Tollwut-Titer-Bestimmung braucht. Aus diesem Grund ist es wichtig frühzeitig Blut vom Tierarzt einschicken zu lassen und den Titer bestimmen zu lassen, da die Untersuchung einige Zeit dauert. Prinzipiell empfiehlt es sich geraume Zeit vor der Reise, das Konsulat oder die Botschaft des jeweiligen Drittlandes zu kontaktieren, um die genauen Einreisebestimmungen (z. B. Quarantäne) und benötigten Dokumente zu erfahren. Außerdem sollte man frühzeitig Kontakt zum zuständigen Veterinäramt aufnehmen, da meistens ein amtliches Gesundheitszeugnis vom Amtstierarzt ausgestellt verlangt wird.

6. Vor allem, wenn man in wärmere Länder reist, ist eine gezielte Reiseprophylaxe gegen Krankheiten übertragende Parasiten dringend notwendig, damit sich das Tier nicht mit sog. Reisekrankheiten infiziert (nicht verwechseln mit Reiseübelkeit, die auch manchmal „Reisekrankheit“ genannt wird). Zu empfehlen ist hier eine kombinierte Prophylaxe mit Präparaten, die gegen u. a. Zecken, Sandmücken, Stechmücken helfen. Dazu verschreibt Ihnen ihr Tierarzt gerne Spot-On-Präparate, Halsbänder oder Tabletten. Die wichtigsten Reisekrankheiten gegen die vorgebeugt werden sollte sind u.a. Babesiose, Ehrlichiose, Dirofilariose, Hepatozoonose, Leishmaniose. Nach dem Urlaub kann man zur Sicherheit auf die genannten Krankheiten untersuchen lassen, um sie gezielt frühzeitig bekämpfen zu können, sollte sich das Tier doch infiziert haben. Viele dieser Krankheiten sind nicht heilbar und müssen lebenslang behandelt werden.

7. Ganz wichtig ist auch sein Tier vor der Reise bei internationalen Suchdiensten registrieren zu lassen,wie z.B. bei www.tierregistrierung.de, damit es über die Chip-Nummer wieder dem Besitzer zugeordnet werden kann, sollte es im Urlaub entkommen.

8. Weitere Dinge, die vorab geklärt werden müssen: gibt es im Reiseland Einschränkungen bezüglich der Hunderassen, müssen die Hunde angeleint werden, herrscht Maulkorbpflicht, etc.?

9. Damit das Tier die Reise gut übersteht, sollte das gewohnte Futter mitgenommen werden. Auf der Fahrt benötigt es ausreichend frisches Wasser und evtl. Medikamente gegen Übelkeit. Bei einer Flugreise macht es ggf. Sinn dem Tier vorher Beruhigungsmittel zu geben. Der Tierarzt berät Sie dazu gerne. Bitte auf keinen Fall ohne Rücksprache Medikamente für Menschen geben, da diese zum Teil ganz anders dosiert werden und anders wirken können.

10. Bei Ankunft im Urlaubsort sollten Sie sich für den Fall der Fälle nach dem nächstgelegenen Tierarzt erkundigen.

11. Damit Sie Sie gut gerüstet in den Urlaub fahren können, gibt es im pets Premium Online-Shop die passenden Produkte für Sie und Ihren Liebling. Hier finden Sie Zubehör für den Transport und die Reise mit Hunden.

Wir hoffen, Tierarzt Dr. Gregor Berg konnte Ihnen einen guten Überblick geben. Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihrem Tier im Urlaub gemacht? Wir freuen uns über Ihre Beiträge.

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