Rasseportrait | Islandpferd – stolze und robuste Nordlichter


17.08.2015
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Das Islandpferd erfreut sich seit Jahren steigender Beliebtheit. Die kleinen Pferde aus dem hohen Norden sind äußerst robust und verfügen neben Schritt, Trab und Galopp noch über ein oder zwei weitere Gangarten – Tölt und Pass.

Steckbrief

Name: Islandpferd

Ursprung: Island

Einsatzgebiet: Freizeit, Trekking und Sport, für Kinder und Erwachsene

Widerristhöhe: 1,30 – 1,50 m

Farben: beinahe alle, keine Tigerschecken

Geschichte und Herkunft

Die Wikinger brachten dieses Pferd vor etwa 1000 Jahren mit nach Island. Wegen des rauen Klimas entwickelte sich ein robustes, trittsicheres und wetterbeständiges Reitpony, das nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsene zäh und ausdauernd seine Dienste leistete. Anfangs zur Erkundung der vielgestaltigen Insellandschaft genutzt, war es aus dem Leben der Wikinger bald nicht mehr wegzudenken – es half beim Treiben der Schafe, als Lastentier, Fortbewegungsmittel und Fleischquelle und fand so auch seinen Platz in den Sagen und Liedern der Einwohner. Es überstand Hungersnöte, Vulkanausbrüche, widrigstes Klima und obwohl die Population oftmals rapide sank, waren viele Isländer stets bemüht, die Rasse zu erhalten und die Pferdezucht fortzuführen.

Um 1950 kamen die ersten Pferde zurück aufs Festland und wurden dank der „Immenhof“-Filme bekannt. Mittlerweile gibt es in Deutschland rund 50000 Islandpferde. Sowohl in Island, als auch in Europa ist man bemüht, die Rasse rein zu erhalten: Ein Pferd, das einmal die Insel verlassen hat, darf nie wieder zurück und um eine Eintragung als reinrassiges Islandpferd zu erhalten, ist eine lückenlose Darstellung der Zuchtlinie notwendig.

Wesen des Islandpferdes

Die Haltungsbedingungen auf Island haben starken Einfluss auf das Wesen des Islandpferdes. Durch die natürliche Haltung auf großen Weiden, manchmal auch den Sommer über halbwild im Hochland, entwickelte sich ein geländesicheres und zähes Pony, das durch die Haltung im Herdenverband ein gutes Sozialverhalten aufweist.

Natürlich gibt es auch hier individuelle Unterschiede, diese reichen vom gemütlichen Freizeitpferd bis zum temperamentvollen Sportpferd, doch insgesamt steht das Islandpferd für Zuverlässigkeit, Intelligenz und Stärke sowie einen unabhängigen, freien und stolzen Charakter.

Haltung

Seit jeher wurde das Islandpferd in großen Herdenverbänden auf weiten Flächen gehalten. Viele der Pferde werden ganzjährig im Freien gehalten, im Winter oft hofnah mit Unterstand und etwas Heu. Natürlich ist es unmöglich, einem Islandpferd in Deutschland isländische Bedingungen zu bieten, aber die ursprüngliche Haltungsart sollte so gut wie möglich imitiert werden.

Schon Jungpferde sollten im Herdenverband aufwachsen. Sollten keine Altersgenossen am Stall vorhanden sein, empfiehlt es sich, die Pferde zur Aufzucht in eine Herde mit ausreichend Auslauf zu geben. Auch erwachsene Pferde sollten möglichst viel Bewegungsspielraum haben, es empfiehlt sich eine Weidehaltung mit Unterstand oder eine Offenstallhaltung mit großen Koppeln oder Paddocks. Eine alleinige Boxenhaltung ist für das Islandpferd – in Anbetracht seiner Herkunft – nicht artgerecht und sollte nur im Falle von Krankheiten in Erwägung gezogen werden.

Wissenswertes

Tölt: Diese zusätzliche Gangart ist dem Islandpferd angeboren. Es handelt sich um einen Viertakt ohne Schwebephase, sodass stets mindestens ein Bein den Boden berührt. Der Tölt ist überaus bequem zu sitzen, da der Reiter kaum Erschütterung erfährt, ja, manchmal fühlt es sich beinahe an, als würde man schweben. Die Geschwindigkeit reicht von gemütlich bis hin zum Renntempo, in der die Geschwindigkeit von Galopp erreicht werden kann.

Bei den sogenannten Fünfgängern kommt noch der Rennpass dazu. Nicht alle Pferde beherrschen diese Gangart, die meist nur über kleine Strecken in hoher Geschwindigkeit geritten wird. Es handelt sich hierbei um einen Zweitakt mit Flugphase. In Island gilt der Rennpass als Königsgangart und wer ein solches Pferd einmal unter dem Sattel hatte, der weiß warum.

Leider neigen viele Islandpferde zu Sommerekzem, einer allergischen Reaktion auf die Kriebelmücke. Betroffene Hautstellen sind vor allem Schweif und Mähne, teils auch Bauch, Ohren und Kruppe, wo sich kleine Pusteln bilden, die mit Juckreiz einhergehen. Durch beständiges Scheuern kommt es zu Haarausfall und teils offenen Stellen. Bei betroffenen Pferden empfiehlt sich eine Aufstallung zu den Hauptflugzeiten der Mücke und die Anschaffung spezieller Ekzemdecken. Auch eine angepasste Fütterung und die Anwendung spezieller Pflegeprodukte mit juckreizlindernder Wirkung kann Abhilfe schaffen.

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