Obedience – Verständigung zwischen Mensch und Hund


10.03.2017
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Obedience ist eine Hundesportart und wurde in Großbritannien geboren. Dort erfreute sich Obedience zunehmender Beliebtheit. Seit 2002 ist Obedience auch in Deutschland so richtig angekommen – in diesem Jahr veröffentlichte der VDH die erste eigenständige Prüfungsordnung hierzulande.

Schwarzer Schäferhund beim Obedience Training

Was ist Obedience?

Das englische Wort „Obedience“ bedeutet übersetzt „Gehorsam“. Daher wird Obedience oft auch als die Königsdisziplin der Unterordnung des Hundes verstanden. Der Vierbeiner soll bestimmte Gehorsamkeitsübungen in möglichst hoher Präzision ausführen. Dabei sollen die Übungen möglichst auch ohne eine sofortige Belohnung vom Hund bewältigt werden. Beim Obedience stehen keineswegs – wie fälschlicherweise angenommen werden könnte – ein strenger Befehlston oder gar Zwang im Vordergrund. Vielmehr geht es um Konzentration, Präzision und die gemeinsame Freude an der Bewältigung der Aufgaben. Und genau diese Begeisterung an der Zusammenarbeit möchte der Obedience-Richter Mensch und Hund gleichermaßen ansehen können – denn das fließt neben der korrekten Ausführung der Übungen ebenfalls in die Bewertung des Teams ein. Strafen, böse Schimpftiraden und veraltete Erziehungsmaßnahmen sind beim Obedience daher komplett fehl am (Hunde-)Platz. Im Gegenteil: Bei diesem Hundesport soll der Vierbeiner durch positive Bekräftigung dazulernen.

Welche Voraussetzungen müssen Hund und Halter beim Obedience erfüllen?

Das Schöne an Obedience: Egal, ob groß oder klein, jung oder alt, Mischling oder Rassehund – jeder Hund, der Spaß an der gemeinsamen „Arbeit“ findet, ist beim Obedience willkommen.
Ist der Hund verspielt, so ist das vorteilhaft bei diesem Hundesport. Spielfreudige Hunde können während der Übungen meist leichter motiviert werden, als diejenigen, die es nur auf die Keksdose abgesehen haben. Wird der Hund aufgrund eines Fehlers vom Halter korrigiert, sollte der Hund sich dennoch gerne für einen erneuten Versuch motivieren lassen. In jedem Fall, spielt dabei Geduld eine zentrale Rolle im Obedience – die Übungen werden langsam Schritt für Schritt aufgebaut und es benötigt entsprechend viel Zeit, bis Hund und Halter diese in der angestrebten Präzision erfüllen – und selbst dann, gibt es immer wieder „Rückschläge“ im Training. Funktioniert eine Übung nicht gleich auf Anhieb, sollte der Geduldsfaden daher nicht gleich reißen, sondern weiterhin die Freude am gemeinsamen Arbeiten im Vordergrund stehen. Das benötigt Geduld mit dem Vierbeiner, aber vor allem auch Geduld mit sich selbst.
Damit Mensch und Hund das Beste aus ihrer Zusammenarbeit herausholen, ist es daher wichtig, dass der Hundeführer sich gut in seinen Vierbeiner hineinfühlen kann. Auch die richtige Kommunikation ist entscheidend und will gelernt werden:  Gibt der Halter die falschen Signale oder hat ein falsches Timing, kann der Hund die Aufgaben auch nicht perfekt erfüllen. Weiterhin ist die Veträglichkeit des Hundes mit anderen Hunden und auch Menschen vorausgesetzt. In Obedience Kursen wird oftmals gemeinsam mit weiteren Teams auf einem Platz trainiert und dabei sollte der Vierbeiner sich während des Trainings nicht zu schnell von außenstehenden Reizen ablenken lassen. Wird eine professionelle Obedience Karriere angestrebt, muss sich der Hund beispielsweise auch ohne Meckern vom sogenannten „Steward“ abtasten lassen – der Steward dient als eine Art Assistent des Obedience-Richters und gibt unter Anderem die Anweisungen im Parcours.

Wie sehen klassische Obedience-Übungen aus?

Viele Kommandos, die im Obedience erlernt werden, sind Hundehaltern aus den Grundlagen der Hundeerziehung bekannt, wie beispielsweise:

  • Sitz
  • Platz
  • Bleib
  • Bei Fuß laufen
Wildes Land Snack Dummy

Ein Dummy zum Beispiel unterstützt das Apportiertraining und kann als Gegenstand beim „Unterscheiden“ dienen.

Außerdem lernt der Hund beim Obedience verschiedene Materialen kennen, die er dem Hundeführer apportieren soll. Zu diesem Zweck werden beispielsweise Apportel aus Holz, Kunststoff und Metall oder auch Snack-Dummys eingesetzt. Der Vierbeiner lernt außerdem aus mehreren Gegenständen zu unterscheiden: so soll der Hund beispielsweise denjenigen Gegenstand heraussuchen, der von seinem Hundeführer berührt wurde. Beim Richtungsapport soll der Hund das angezeigte Apportel zum Hundeführer bringen – der Hund lernt hierfür zwischen Rechts, Mitte und Links zu unterscheiden. Bei den Distanzübungen ordnet sich der Vierbeiner lediglich mittels eines verbalen Zeichens über zunehmend größere Entfernungen unter. Trotz der meist festen Übungsabläufe bleibt Obedience aber immer spannend und Mensch wie Hund fiebern dem gemeinsamen Fortschritt entgegen.

Wie kann Obedience den Alltag für Mensch und Hund bereichern?

Durch die enge Zusammenarbeit beim Obedience, wird die Bindung zwischen Mensch und Hund gefestigt und die Kommunikation verbessert. Toll ist auch, dass durch die präzise und konstante Übung von Standard-Kommandos der Vierbeiner automatisch ein salonfähiges Benehmen im Alltag entwickelt. Durch regelmäßiges Training bleiben Mensch und Hund körperlich und geistig aktiv. Im Gegensatz zu anderen Hundesportarten wird beim Obedience auch der Bewegungsapparat des Vierbeiners nicht so stark belastet, sodass Obedience oft noch bis in die Seniorentage betrieben werden kann. Und auch physische Hindernisse sowohl beim Menschen als auch beim Hund bedeuten nicht automatisch die rote Karte für Obedience!

Der Weg zum Obedience-Profi

Erst nach bestandener Begleithunde-Prüfung (BGH) dürfen Mensch und Hund bei Obedience-Prüfungen oder -Wettkämpfen antreten. Es gibt in Deutschland vier verschiedene Wettkampf-Klassen:

  • Beginner
  • Klasse 1
  • Klasse 2
  • Klasse 3

Der Hundeführer wird durch den Steward in die zehn geforderten Übungen eingeführt und muss diese Aufgaben anschließend mit seinem Hund nacheinander in möglichst hoher Präzision ausführen. Für Fehler in der Ausführung gibt es vom Richter Punktabzug. Um in die nächsthöhere Klasse aufzusteigen, gilt es für Mensch und Hund eine bestimmte Mindestpunktzahl zu erreichen. Je höher die Klasse, desto anspruchsvoller werden die Unterordnungsübungen. So wächst beispielsweise der Distanzweg zwischen Mensch und Hund bei den Distanzübungen oder es werden noch höhere Ansprüche an die Präzision bei der Ausführung der Übungen gelegt.

Rallye-Obedience – der kleine Bruder von Obedience?

Da einigen Hundehaltern und ehemaligen Obedience-Teilnehmern das starre Regelwerk nicht mehr zusagte, entwickelte sich in den USA Rallye-Obedience als neue Disziplin: Rallye-Obedience ist eine Mischung aus Agility- und Obedience-Elementen. Bei der Bewältigung des Parcours sind somit Schnelligkeit als auch Präzision gefragt. Im Vordergung stehen auch hier die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Mensch und Hund. Durch frischere Übungsansätze und die Erlaubnis, den Vierbeiner auch während der Ausführung der Übungen zu loben, kommt zusätzlicher Schwung in das Training und es fühlt es sich für einige Hundesportler „freier und frischer“ an als sein großer Bruder Obedience. Auch in Deutschland erfreut sich diese junge Hundesportart langsam wachsender Beliebtheit.

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