Dr. Berg klärt auf: Was tun bei Insektenstichen bei Hund und Katze?


3.08.2016
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hund-bieneSumm, summ, summ – der Sommer ist endlich da und mit ihm Wespen, Bienen und co.. Leider passiert es immer mal wieder, dass Hund oder Katze gestochen werden, meist ist das allerdings nicht so schlimm. Erfolgen die Stiche allerdings im Halsbereich oder sogar im Hals oder wenn das Tier allergisch ist, kann das schlecht ausgehen und auch lebensbedrohend sein. Daher ist es als Tierbesitzer wichtig, darüber möglichst gut Bescheid zu wissen.

Wird ein Hund gestochen, äußert sich das oft in Aufjaulen, hektischem Lecken und Knabbern an der Stichstelle. Katzen maunzen vielleicht kurz, laufen weg, verstecken sich und lecken dann auch an der Stelle.
Bekommt man als Besitzer den Stich mit oder hat den Verdacht darauf, sollte man die Stichstelle suchen und das Insekt, falls es noch im Fell hängt, entfernen. Wespen können mehrfach stechen und müssen deswegen aus der Reichweite des Tieres gebracht werden. Bei Bienen kann noch der Stachel in der Haut hängen, dieser muss schnellstmöglich gezogen werden. Da auch die liebste Katze bei Schmerzen aggressiv reagieren kann, sollte man vorsorglich z.B. Lederhandschuhe anziehen oder die Katze soweit möglich in ein Tuch wickeln.

Ist die Stichstelle am Körper oder im Gesicht, wo es meistens nicht lebensgefährlich werden kann, sollte die Stichstelle gekühlt werden. Dazu wickelt man z.B. ein gefrorenes Kühlelement in ein Tuch. Niemals darf es direkt auf die Haut gehalten werden, da es zu Erfrierungen kommen kann. Auch kühles Wasser z.B. aus dem Gartenschlauch hilft. Kühlkompressen, Eiswürfel oder Tiefkühlgemüse in der Packung funktionieren auch. Die Kälte verhindert, dass die Stichstelle anschwillt und macht, dass weniger Gift in den Kreislauf gelangt.
Hausmittel, die die Entzündungsreaktion und den Juckreiz lindern sollen, gibt es viele, jedoch sind diese bei unseren Vierbeinern, die ja Fell haben, schwierig anzuwenden. Linderung verschaffen kann:

– Eine angeschnittene Zwiebel auf die Stichstelle drücken
– Einreiben mit Zitronenschale oder Zitronensaft
– Quarkumschläge, Umschläge mit Tonerde
– Umschläge mit Essigwasser
– Würfelzucker leicht anfeuchten und auf die Stelle drücken

Salben aus der Apotheke, wie z. B. Fenistil, sollten nicht verwendet werden, weil Hund und Katze diese wahrscheinlich abschlecken und die Salbe dann in den gesamten Organismus gelangt.
Wenn Ihr Tier permanent an der Stichstelle lecken will, sollten Sie ihm einen Halskragen aufsetzen oder einen Verband herum machen, falls dies Ihr Tier toleriert. Das Lecken reizt die Haut nämlich noch mehr und führt zu verstärkten Entzündungsreaktionen.

Röchelt oder würgt Ihr Tier oder Sie haben gesehen, dass Ihr Tier im Halsbereich, im Maul oder vielleicht im Rachen gestochen worden, weil es das Insekt ins Maul genommen hat, ist schnelles Handeln gefragt. Das Wichtigste dabei ist, die Ruhe zu bewahren, damit Ihr Tier nicht noch hektischer oder panisch wird. Rufen Sie den tierärztlichen Notdienst an und fahren Sie los. Tierbesitzer sollten die entsprechenden Nummer immer griffbereit halten oder eingespeichert haben, da in verschiedenen Notlagen (auch z.B. bei Verdacht auf eine Magendrehung) jede Minute zählt und in der Panik nüchternes Nachdenken manchmal schwierig ist. Während der Fahrt sollte die Stichstelle gekühlt werden. Am besten ist es mit einem nassen Tuch oder Wasser von außen zu kühlen. Wasser oder Eiswürfel ins Maul zu geben, kann dazu führen, dass sich Ihr Tier durch die Schwellung verschluckt. Um dem Tier das Atmen zu erleichtern, kann man seinen Hals gestreckt halten und die Zunge nach vorne verlagern, sofern es das zulässt.

Selten treten nach Insektenstichen auch allergische Reaktionen auf das Insektengift auf. Innerhalb von Minuten bis zu einer halben Stunde kann das Tier dabei einen sogenannten anaphylaktischen Schock erleiden. Dabei können unterschiedliche Allgemein-Symptome auftreten, je nach Tier sehr individuell. Anfängliche Symptome können sein: Zittern, Speicheln, Erbrechen, starkes Hecheln, schneller Puls, blasse Schleimhäute, niedriger Blutdruck, Schwäche, Bewusstlosigkeit. Unbehandelt kann ein solcher Zustand in ein Kreislaufversagen bis hin zum Tod führen. Deswegen ist es sehr wichtig, so schnell wie möglich einen Tierarzt aufzusuchen, der eine sogenannte Schockbehandlung mit Infusion und Medikamenten durchführt. Im Extremfall müssen Tiere sogar beatmet und mit Herzmedikamenten behandelt werden. Ist Ihr Hund beim Transport bereits apathisch oder gar bewusstlos, legen Sie ihn auf die rechte Körperseite und ziehen den Kopf nach vorne, so dass er in einer Linie mit der Wirbelsäule liegt. Die Zunge sollten Sie aus dem Maul herausziehen. Das Hinterteil sollten Sie höher lagern, z.B. indem Sie eine Jacke, Decke oder ähnliches unterlegen. Decken Sie ihren Hund zudem zu, damit er nicht auskühlt. Sollte Ihr Hund aufhören zu atmen oder das Herz stehen bleiben, ist eine Mund-zu-Nase-Beatmung und/oder eine Herzdruckmassage unerlässlich. Wie das geht, können Sie bei Erste-Hilfe-Kursen, die viele Tierärzte anbieten, lernen.

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