Impfungen – Welche medizinische Grundversorgung braucht meine Katze?


27.06.2016
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Impfungen – Welche medizinische Grundversorgung braucht meine Katze?

Egal, ob man sich ein junges Kätzchen holt oder eine bereits ältere Katze aus dem Tierheim – jeder Katzenbesitzer steht vor der Frage, welche Schritte die nächsten sind. Natürlich gehört dazu in erster Linie eine gute Gesundheit der Katze, die sowohl durch Impfungen, als auch durch Wurmkuren oder Anti-Parasitenmittel gestärkt wird. Wir möchten Ihnen einen Überblick geben, was denn jede Katze für Impfungen braucht, um möglichst gesund zu sein.Katze-getigert-sitzend

Grundimmunisierung im Welpenalter

Es gibt zwar keinen verpflichtenden Impfplan, jedoch gibt es bestimmte Krankheiten bei Katzen, gegen die man sich durch eine Impfung leicht schützen kann. Die wichtigsten Impfungen werden als „Core-Vakzinen“ bezeichnet und werden von der StikoVet, der Impfkommission der Kleintiermedizin festgelegt.  Dabei handelt es sich um besonders gefährliche Krankheiten wie die Katzenseuche. Wichtig bei fast allen Impfungen ist, dass eine wiederholte Immunisierung erfolgt. Ihr Tierarzt wird Ihnen zudem einen Impfpass ausstellen, in dem alle Impfungen Ihrer Katze aufgezeichnet werden und der Ihnen auch zeigt, wann der nächste Besuch beim Tierarzt ansteht.

Besonders wichtig ist eine Impfung gegen bestimmte Viruserkrankungen, da diese nach ihrem Ausbruch sehr gefährlich und meist lebensbedrohlich sind. Die Behandlung ist zudem meistens entweder extrem schwierig, aussichtslos oder – wie im Fall von Tollwut – verboten. Das Tückische an manchen Viruserkrankungen ist auch, dass eine Katze äußerlich bis zum Ausbruch der Krankheit völlig gesund erscheinen kann und immer mehr Katzen ansteckt, wenn Sie mit ihnen in Berührung kommt.

Die Grundimmunisierung, die fast jeder Tierarzt empfiehlt, sollte zwischen der 8.-9. Lebenswoche stattfinden und eine Impfung gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Katzenleukose umfassen. Die Nachimpfung gegen diese Krankheiten sollte zwischen der 12.-13. Lebenswoche stattfinden, sodass mindestens vier Wochen zwischen dem ersten und zweiten Impftermin liegen. Die Nachimpfung ist vor allem für eine vollständige und garantierte Grundimmunisierung Ihrer Katze notwendig. Die Katze ist mit 8 Wochen nämlich noch durch vom Muttertier stammende Schutzstoffe teilweise geschützt und diese können die Wirksamkeit einer Impfung abschwächen. Die Folgeimpfungen sind in ein- bis dreijährigen Abständen vom Tierarzt durchzuführen.

Zudem gibt es noch optionale Impfungen wie gegen FIP oder Chlamydien. Sie sind deswegen optional, da die Impfung entweder nicht zu 100% schützt oder, wie bei Chlamydien, eine Behandlung möglich ist. Welche Impfungen für Ihre Katze besonders wichtig sind, richtet sich auch nach den Lebensbedingungen. Ist es ein Freigänger? Haben Sie mehrere Tiere? Möchten Sie mit der Katze verreisen? Erstellen Sie deshalb zusammen mit Ihrem Tierarzt, einen möglichst individuellen Impfplan.

Wichtig: Sollte Ihre erwachsene Katze keine Impfungen gegen die wichtigsten Krankheiten haben, so ist es mit einer Grundimmunisierung nie zu spät! Auch eine ausgewachsene Katze sollte regelmäßig geimpft werden.

Vermeidung dieser Viruserkrankungen durch Schutzimpfung

Die Katzenseuche (Panleukopenie) wird  von Tier zu Tier oder aus der Umwelt auf die Katze übertragen. Der Virus greift die sich stark vermehrenden Zellen des Darms, des Knochenmarks und des Lymphsystems an und zerstört diese. Eine Heilung ist nur selten erfolgreich und die Therapie sehr kräftezerrend. Die Impfung bietet nahezu 100% Schutz vor der Krankheit.

Beim Katzenschnupfen (Rhinotracheitis) erfolgt die Übertragung meist von Tier zu Tier, durch Calici- oder Herpesviren. Die Katze wird sehr geschwächt durch den Schnupfen und hat meist weißen oder eitrigen Ausfluss aus Nase und Augen. Sie kann auch ihren Appetit verlieren, da sich das Mäulchen stark entzündet und je weiter die Krankheit voranschreitet, desto schwieriger wird die Atmung.  Vor allem bei Jungtieren können unheilbare Folgeschäden auftreten. Die Schutzimpfung ist sehr wirksam.

Die leichte Übertragbarkeit der Leukose (Katzenleukämie) macht die Krankheit besonders gefährlich. Die Katze wird durch engen Kontakt mit einer befallenen Katze infiziert. Bei dieser Krankheit ist keine Heilung möglich, doch die Impfung bietet einen sehr guten Schutz.

FIP (Feline infektiöse Peritonitis) wird durch Corona-Viren hervorgerufen. Die übertragbare Bauchfellentzündung bei der Katze ist sehr gefährlich und  verläuft bei Ausbruch tödlich. Die Katze bekommt Fieber und einen aufgeblähten Bauchraum, der entweder mit Wasser oder Wucherungen gefüllt ist. Die Katze ist durch eine Impfung zu 70% geschützt.

Chlamydien werden durch Schmierinfektionen und andere Katzen übertragen. Dies führt zu starker Augenentzündung und tritt oft gleichzeitig mit den Katzenschnupfenerregern auf. Eine Therapie mit Antibiotika ist aufwendig, aber möglich.

Schutz vor Tollwut

Nicht nur für Freigänger ist eine Impfung gegen Tollwut sinnvoll. Denn sollte der Verdacht bestehen, dass die Katze sich mit Tollwut infiziert hat, so darf keine Behandlung dagegen erfolgen und die Katze muss eingeschläfert werden, da sie eine Gefahr für den Menschen und andere Tiere darstellt. Tollwut wird durch Biss von Tier zu Tier übertragen. Bei Freigängern ist die Schutzimpfung ein Muss und bietet einen 100%igen Schutz. Tollwut verläuft immer tödlich. Die erste Impfung sollte nicht vor der 12. Lebenswoche stattfinden. Bei Reisen ins Ausland ist die Impfung Pflicht, dabei darf die Impfung nicht länger als ein Jahr und kürzer als 21 Tage zurückliegen.

Nur unter diesen Bedingungen dürfen Sie Ihre Katze impfen lassen

Vor der Impfung wird Ihre Katze nochmal vom Tierarzt untersucht und der allgemeine Gesundheitszustand festgestellt. Nur eine gesunde Katze kann anschließend geimpft werden und bildet auch eine vollständige Immunität aus. Die Katze darf also nicht unterernährt oder stark von Parasiten befallen sein. Die Katze sollte möglichst zwei Wochen vor der Impfung entwurmt werden, um die Gesundheit sicherzustellen.

Manche Studien behaupten, dass bestimmte Impfstoffe das Risiko eines Fibrosarkoms, einer Krebserkrankung erhöhen. Eine regelmäßige Untersuchung durch den Tierarzt, die Impfung mit adjuvantien freien Impfstoffen und ein aufmerksames Auge des Besitzers können dabei das Risiko minimieren.

Impfungen können das Leben Ihrer Katze retten. Vor allem bei Freigängern ist eine regelmäßige Immunisierung notwendig. Aber auch bei Hauskatzen sollte eine Grundimmunisierung mit regelmäßiger Auffrischung nicht vernachlässigt werden, da es Viren gibt, die über Kleidung oder Gebrauchsgegenstände ins Haus kommen. Nur durch eine Impfung sind Sie und Ihre Katze wirklich geschützt.

Krankheit 1. Impfung 2. Impfung Wiederholungsimpfung (in Jahren)
Katzenschnupfen 8-9. Woche 12-13. Woche 1-3
Katzenseuche 8-9. Woche 12-13. Woche 1-3
Leukose 9-10. Woche 12-13. Woche 1
Tollwut  12. Woche 16. Woche 1-3
Chlamydia 8-9. Woche  12.-13. Woche 1
FIP  16. Woche  19-20. Woche 1

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