Hundesenioren: Was sich ändert, wenn die Schnauze grau wird


9.02.2018
Kommentar posten

Hundesenior

Viele Hundehalter fürchten sich nicht nur vor dem eigenen Älterwerden, sondern gleichermaßen vor den goldenen Seniorentagen ihrer Vierbeiner. Ganz unbegründet sind diese Sorgen nicht, denn mit dem Eintritt ins Rentenalter ändern sich Körper und oftmals auch Gewohnheiten des Tieres. Eine neue, dem Alter angepasste Routine und eventuell das ein oder anderen Wehwehchen begleiten Hund und Halter im Alltag. Doch ein Hundesenior gehört noch lange nicht auf das Abstellgleis. Denn das Älterwerden bringt auch Vorteile: Altersweisheit, Gelassenheit und immer noch jede Menge Lebensfreude. Es wird nicht schlechter, es wird einfach nur anders!

Ab wann gilt ein Hund als Senior?

Es gibt kein pauschales Seniorenalter für Hunde, denn auch Vierbeiner sind sozusagen „so jung wie sie sich fühlen“. Individuell und je nach Rasse fühlen sich die tierischen Begleiter früher oder später als graue Eminenz. Pauschal kann gesagt werden, dass Vertreter größerer Hunderassen zeitiger ins Seniorenalter kommen. Somit gelten Riesenrassen, wie die Deutsche Dogge, gelten üblicherweise bereits mit fünf Jahren als Senior, große Hunderassen, wie der Deutsche Schäferhund, können ab etwa sieben bis neun Jahren als Senioren bezeichnet werden und kleinere Rassen, wie beispielsweise der Jack Russell Terrier, in der Regel erst ab zehn Jahren.

Nicht nur die Schnauze wird grau – Was sich für Hundesenioren ändert

Mit dem Alter ändert sich nicht nur die äußere Erscheinung des Vierbeiners. Die Ausdauer ist oft nicht mehr dieselbe wie früher. Alles geht einen Gang gemächlicher und der treue Gefährte benötigt mehrere Phasen der Erholung. Gleichermaßen verlangsamen sich Prozesse im Körper, die Verdauung, der Stoffwechsel und die allgemeine Reaktionsgeschwindigkeit werden träger. Auch leiden ältere Vierbeiner häufiger an Blasenschwäche, weshalb sie öfter Wasserlassen müssen. Folglich sollte bedacht werden, dass der Hundesenior nicht zu lange allein zuhause mit einer prall gefüllten Blase auf die Rückkehr seines Halters warten muss. Auch das Immunsystem älterer Tiere hat die leistungsfähigste Zeit hinter sich und der Hund neigt eher zu Krankheiten sowie Verletzungen.

Zusätzlich treten mit dem Älterwerden potenziell auch typische Problemzonen auf, die liebevoll als „Alterskrankheiten“ bezeichnet werden. Die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch lässt mit steigendem Alter nach, sodass es auch beim Hund zum Zahnausfall kommen kann. Die Schilddrüse funktioniert womöglich nicht mehr so zuverlässig wie in jungen Jahren. Folglich erscheint der Vierbeiner „träge“ und nimmt an Gewicht zu. Auch die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) spielt im Seniorenalter eine größere Rolle. Organe wie Lunge, Herz und Niere arbeiten nicht mehr ganz so fleißig wie früher und können daher eine ganze Palette von gesundheitlichen Problemen verursachen. Gelenke, die all die Lebensjahre brav das Gewicht des Vierbeiners getragen haben, zeigen Zeichen von Verschleiß und verursachen Schmerzen in Form von Arthrose. Da der Zellstoffwechsel mit steigendem Alter langsamer und träge wird, steigt das Risiko für Tumorerkrankungen. Weiterhin können Hunde im Seniorenalter ihre Sehfähigkeit oder das Gehör verlieren und auch vergesslich werden.

Kein grauer Alltag mit dem Hundesenior!

Älter werden ist keineswegs mit Langeweile gleichzusetzen: Mensch und Hund können miteinander mehr Spaß haben denn je, denn sie sind inzwischen ein perfekt eingespieltes Team, das sich gegenseitig liebt und respektiert. Wie ein Ehepaar nach der goldenen Hochzeit können sich Vierbeiner und Mensch Wünsche von den Lippen ablesen und kennen die Vorlieben des anderen nach all den gemeinsamen Jahren in- und auswendig. Ein älterer Hund sollte wie in den vorangegangenen Lebensjahren nach wie vor stets konsequent geführt werden. Ausgiebige Kuschel- und Trainingseinheiten sorgen neben regelmäßigen, gemütlichen Spaziergängen für freudestrahlende Hundeaugen und halten die „grauen Zellen“ fit! Der Hundesenior sollte dabei natürlich weder über- noch unterfordert werden. Dabei sollten sich Herrchen oder Frauchen am Gesundheitszustand als auch an den Bedürfnissen des vierbeinigen Gefährten orientieren. Was tut dem Vierbeiner gut, mit welcher Trainingsintensität fühlt er sich wohl, welche Übungen lassen sich gut umsetzen? Manche Vierbeiner sind im hohen Alter noch topfit und starten in der Seniorengruppe auf Hundesportveranstaltungen. Andere Fellnasen werden lieber geistig ausgelastet und üben sich in Suchspielen oder im Erlernen kleinerer Tricks. Wohldosierte und regelmäßige Bewegung ist wichtig, um die Mobilität des Vierbeiners weiterhin zu erhalten und zu fördern. Zeigt der Vierbeiner bereits ein kleineres Handicap bei bestimmten Bewegungsabläufen, können Alternativen gewählt werden. Beispielsweise steht nicht mehr die Schnelligkeit bei der Ausführung eines Kommandos an erster Stelle oder es werden altersgerechte Kommandos geübt. Beispielsweise kann das Kommando „Sitz“ durch das Kommando „Steh“ ersetzt werden, da Senioren sich mit dem Sitzen manchmal etwas schwerer tun.

Die richtige Pflege von Hundesenioren

Für das Wohlbefinden des Hundesenioren

Für ältere Menschen als auch Tiere bedeuten Veränderungen Stress. Deshalb sollte jeder Tag recht routiniert ablaufen. Größere Veränderungen sollten nicht auf einen Schlag erfolgen, sondern langsam eingeführt werden. Steht ein längerer Spaziergang oder eine Trainingseinheit auf dem Plan, sollte der Hund langsam aufgewärmt werden. Herrscht draußen kaltes oder feuchtes Wetter, sollte der Halter darauf achten, dass der Hundesenior nicht zu arg auskühlt. Eventuell ist es ratsam einen Hundemantel zu verwenden. Regelmäßiges Bürsten pflegt nicht nur Haut und Fell, sondern regt auch die Durchblutung an und stärkt zudem die Bindung von Hund und Mensch. Gleichzeitig fallen bei der regelmäßigen Pflege eventuelle Schmerzstellen oder Veränderungen ins Auge. Da Senioren vermehrt Ruhepausen einlegen, sollte das Hundebett weich gepolstert sein, damit die Prävalenz von Liegeschwielen möglichst gering gehalten wird.

Altersproblemchen möglichst angenehm gestalten

Plagt sich der Vierbeiner mit den ein oder anderen Altersbeschwerden können alternative und schulmedizinische Behandlungsmethoden die Schmerzen lindern. Neben Schmerztherapie kann auch Physiotherapie wahre Wunder bewirken. Um die Zahngesundheit zu erhalten und Zahnausfall vorzubeugen sollten die Hundezähne regelmäßig geputzt werden. Weiterhin sollte die Fellnase regelmäßig zum Gesundheitscheck beim Tierarzt vorbeischauen, damit eventuelle Krankheitsgeschehen schnell aufgedeckt und frühzeitig therapiert werden können.

Senioren-Ernährung für eine lange Gesundheit

Generell sinkt im Herbst des Lebens der Energiebedarf. Folglich sollte mit Eintritt in das Seniorenalter auch auf ein spezielles Seniorfutter umgestellt werden, das eine geringere Energiedichte bei erhöhtem Vitamingehalt aufweist. Da Senioren oft neben einem geringeren Energiebedarf auch einen Erhöhten Bedarf an bestimmten Vitaminen, Spurenelementen und Nährstoffen haben, ist es nicht ausreichend, einfach die Menge des bisherigen Futters zu reduzieren, da sonst ein Mangeln an diesen Stoffen entstehen könnte. Da mit dem Alter die Regenerationsfähigkeit des Körpers langsamer vonstattengeht, sind aufgrund ihrer zellschützenden Wirkung auch mehr Antioxidantien in der Mahlzeit förderlich. Das Futter sollte zudem nicht allzu proteinreich sein, um Organe wie Niere und Leber nicht unnötig zu belasten, da auch diese im Alter nicht mehr in selbem Maße funktionsfähig sind. Das enthaltene Protein sollte hochwertig und und einfach verdaulich sein. Zudem sorgen Ballaststoffe im Futter nicht nur für ein Sättigungsgefühl sondern regen gleichzeitig die Darmtätigkeit an. Hundesenioren sollten ihre Mahlzeit dabei in mehreren Portionen am Tag kredenzt bekommen. Weiterhin sollte immer genügend Wasser bereitstehen.  Das „eine richtige Futter“ gibt es dabei jedoch nicht – das gilt auch im fortgeschrittenen Alter. Viele Hersteller führen ein auf die Bedürfnisse von Hundesenioren abgestimmtes Alleinfuttermittel. Die Wahl des Seniorfutters sollte jedoch zusätzlich je nach Hunderasse sowie individuell vom Tier und dessen Bedarf abhängig sein.

Das pets Premium Service-Team berät Sie gerne individuell bei der Wahl des passenden Seniorenfutters für Ihren Liebling. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Fellnase viel Freude & Gesundheit!

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Spam-Schutz * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Zum Archiv

Die letzten Beiträge

Bernhardiner Hund im Rasseportrait

Rasseportrait | Bernhardiner – Der große Retter in Not 23.Februar 2018

Jeder kennt die Geschichten, um die Bernhardiner der Augustinermönche, die bei Eis und Schnee nach verschütteten und verletzten Wanderern suchten. Doch noch viele weitere Eigenschaften zeichnen die sanften Riesen aus.

Beitrag ansehen
Rasseportrait Berger de Picardie

Rasseportrait | Picard – Aus dem rauen Norden Frankreich’s 12.Februar 2018

Die Picardie im Norden Frankreichs formt die Heimat dieser eigensinnigen Hirtenhunde. Mit seinem zotteligen Fell trotzt der Berger de Picardie dem rauen, maritimen Wetter des französischen Nordens und ist dem Hirten, auch im dicksten Nebel, ein treuer Begleiter.

Beitrag ansehen

Hundesenioren: Was sich ändert, wenn die Schnauze grau wird 09.Februar 2018

Viele Hundehalter fürchten sich nicht nur vor dem eigenen Älterwerden, sondern gleichermaßen vor den goldenen Seniorentagen ihrer Vierbeiner. Tatsächlich ändern sich Körper und Gewohnheiten von Hunden oftmals mit zunehmendem Alter, doch ein Hundesenior gehört noch lange nicht auf das Abstellgleis!

Beitrag ansehen