Hunde der Bettelmafia – das Geschäft mit dem Mitgefühl


24.02.2017
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Die Tricks der Bettelmafia – altbekannt und doch im Trend

Hunde der Bettelmafia - das Geschäft mit dem MitgefühlEs ist keine neue Masche und dennoch scheint sie zu funktionieren und für die sogenannte „Bettelmafia“ rentabel zu sein – 2016 machte sie große Schlagzeilen und sorgte für eine breite Empörungswelle: Um mehr Profit aus dem Geschäft am Straßenrand zu ziehen, greifen Bettelbanden oft auch zu perfiden Mitteln und verwenden arglose Hunde, um so mehr Mitgefühl bei den Vorübergehenden zu erwecken. Bei den angeprangerten Bettlern handelt es sich in diesen Fällen jedoch nicht um in Not-Geratene, deren Hund ihr einzig verbliebener, treuer Freund ist. Hinter dieser Masche stecken viel mehr Kriminelle, die das Leid der Tiere in Kauf nehmen, um Passanten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Oftmals sind die Bettler am Straßenrand jedoch einem Hintermann untergeben und leiden selbst unter den Umständen. Nichts oder nur wenig dürfen sie von der Tagesausbeute vom Straßenrand für sich selbst behalten – der große Rest geht an die Hintermänner der Bettelmafia.

Währenddessen hat die Polizei bisher keine richtige Angriffsstelle, da das Betteln an sich keinen strafbaren Grund für ein Vorgehen darstellt. Die Beamten können lediglich einen Platzverweis aussprechen. In puncto Hund: Ist der Impfpass des Vierbeiners korrekt, so ist die Polizei in dieser Sache machtlos und kann nichts gegen das perfide Tagesgeschäft der Bettelmafia bewirken.

Eng verknüpft: Das Leid aus Massentierbetrieben

Leider werden viele Welpen aus Massenzuchtbetrieben, die teilweise viel zu früh von ihren Müttern getrennt werden, unter miserablen Bedingungen unter Anderem aus Osteuropa nach Deutschland transportiert. Viele der Tiere sind bereits bei ihrer Ankunft in Deutschland erkrankt, traumatisiert und unterernährt. Mit einigen dieser Welpen werden auf dem Schwarzmarkt mit deutschen Züchtern abschreckende Geschäfte gemacht – diejenigen Welpen, die auf diese Weise nicht vermittelt werden können, bekommen dann beispielsweise einen „Job“ bei der Bettelmafia. Die Bettelmafia schreckt nicht davor zurück, die Vierbeiner lieblos zu entsorgen, wenn sie zu groß (und damit nicht mehr süß genug) für das Geschäft der Bettelmafia sind. Einige Menschen sind der Ansicht etwas Gutes zu bewirken, indem sie der Bettelmafia die Hunde für Geld abkaufen. Doch Tierschützer warnen davor und sehen darin eine Unterstützung und Verschlimmerung der Problematik.

Die Hunde der Bettelmafia: Wehrlos am Straßenrand

Tierschützer halten der Bettelmafia den Gebrauch von Drogen vor, um die Hunde für die Arbeit am Straßenrand besonders gefügig zu machen. Sieht man als Passant selbst genauer hin, so fällt auf, dass die Vierbeiner meist unbeweglich wie Statuen daliegen und nicht an ihrer Umwelt teilhaben. Sie lassen sich weder durch einen Zuruf noch durch hastige Bewegungen wecken und interessieren sich nicht für die vorübergehenden Hunde und Menschen. Mit ruhigen, bewegungslosen Hunden an ihrer Seite hat die Bettelmafia einen erleichterten Arbeitsalltag und verdient mehr Mitgefühl-Euros. Die grundlose Betäubung ist laut Tierschutzgesetz nicht erlaubt und zählt somit als Tierquälerei. Leider lässt sich die Quälerei nicht leicht nachweisen. Auch der Tierschutzverein in München hat bekräftigt, dass die Hunde der Bettelmafia zunehmend zum Zwecke der Ruhigstellung unter Drogen gesetzt werden. Ein betäubter Hund in den Händen der Bettelmafia ist kein trauriger Einzelfall, sondern Opfer eines kaltblütigen Systems. Zur Betäubung dient meist eine preiswerte Mischung aus Human-Schmerzmitteln wie Paracetamol und Bier. Damit soll der Hund zu einem besonders langen Schlaf animiert werden. Durch die Verwendung von Human-Schmerzmitteln als auch Alkohol ist eine solche Betäubung nicht nur verachtenswert, sondern für das Tier gleichzeitig sehr giftig und gefährlich.

Einmal Hund zum Mieten, bitte!

Inzwischen ist es für die Bettelmafia ein rentabler Geschäftszweig geworden, ihre Hunde an die untergebenen Bettler zu vermieten. Bettler, die bei Polizeikontrollen keinen gültigen Impfpass vorzeigen konnten, gestanden ihren vierbeinigen Begleiter für fünf Euro je Tag gemietet zu haben. Für die Entrichtung dieses Betrages bekämen sie von den Hintermännern der Bettelmafia den Vierbeiner für ein Tagesgeschäft am Straßenrand geliehen.

Der Kampf gegen die organisierte Bettelmafia

Das Münchner Veterinäramt hat betont, dass es ab sofort ein höheres Augenmerk auf die ausgebeuteten Hunde der Bettelmafia legen möchte. Jeder der Mitarbeiter wurde angewiesen auf die Verbeiner der Bettler besonders zu achten und verstärkt Kontrollen durchzuführen. Den Beamten des Veterinäramtes ist es erlaubt die Hunde der Bettelmafia zu untersuchen, wenn es an der Bettelstelle möglich ist. Wenn ein Verdacht auf eine Missachtung des Tierschutzgesetzes besteht, darf der Veterinär den Hund in seine Obhut nehmen. Auch die Ruhigstellung mit Medikamenten gilt als Misshandlung des Tieres.
Auch seitens der Politiker soll unterbinden werden, dass die Vierbeiner generell ihr Leben in der Obhut der Bettelmafia fristen müssen, um Mitgefühl bei den Passanten zu erregen. Das Verbot Hunde zum Erregen von Mitgefühl zu verwenden soll aber lediglich für gewerbsmäßige Bettler gelten. In Not Geratene, deren Hund ein langjähriger treuer Begleiter ist, dürfen ihren Vierbeiner behalten.

Wer den Vierbeinern der Bettler etwas Gutes tun möchte, sollte statt Geld lieber Futter oder Zubehör geben. Um Bedürftige und ihre Hunde zu unterstützen, kann man ebenfalls einer Tiertafel finanzielle oder materielle Spenden zukommen lassen. Auch pets Premium spendet mit Ihrer Hilfe regelmäßig an die Tiertafel – Informationen dazu finden Sie hier.

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