Frühjahr mit Hund: Frühlingsgefühle, Hormone & kleine Verliebtheiten


12.04.2018
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Hunde spielen auf grüner Wiese

Wenn die Tage draußen wieder länger und die Strahlen der Sonne wieder wärmer und kräftiger werden, dann ist der Winter endlich vorbei und der Frühling steht vor der Tür. Auch wenn der Winter mit dem Vierbeiner seine schöne Seiten hat, ist ein Jahreszeitenwechsel doch immer etwas Aufregendes und bietet eine breite Palette an neuen Entdeckungsreisen für Sie und Ihren Hund. Neben all der aufblühenden Schönheit, bringt der Frühling jedoch leider auch eine Menge Stresspotential mit sich: Denn auch für Hunde ist der Frühling eine Zeit, in der die Hormone verrückt spielen können – Verliebtheit oder sogar Liebeskummer inklusive. Wir verraten Ihnen, wie Sie damit am besten umgehen können, um Ihren Liebling so gut wie möglich zu entlasten und das Stresslevel zu senken.

Der Frühling erwacht – und mit ihm die Hormone

Von Fellwechsel bis Heuschnupfen – beim Wechsel der Jahreszeiten gibt es immer einiges zu beachten, damit Ihr Hund sich so richtig wohlfühlen kann. Abgesehen von diesen etwas offensichtlicheren Veränderungen ist aber auch auf emotionaler Ebene bei Ihrem Hund einiges los. Es gibt plötzlich ganz neue Düfte zu entdecken, da endlich die letzten Schnee- und Eisschichten geschmolzen sind und die Natur alles daransetzt, die Welt ein wenig grüner und bunter zu gestalten.

Doch die Gerüche, die Ihren Hund am meisten anlocken, sind nicht unbedingt die, neuer Blumen und Gräser, sondern oftmals Markierungen anderer Hunde. Diese können im Frühjahr vermehrt auftreten, denn dann ist die Zeit der Fortpflanzung: Hündinnen werden läufig und vor allem unkastrierte Rüden unglaublich motiviert, jede Chance zu nutzen, einer Hundedame nahe zu kommen. Denn Hunde „verlieben“ sich dabei nicht nur in direktem Kontakt zu anderen Hunden sondern alleine eine attraktive Duftmarke kann einen Hund schon um den Verstand bringen. Konnten Sie schon einmal beobachten, wie Ihr Vierbeiner an besonders interessanten Duftmarken sogar schleckt?  Das ist ein durchaus natürliches Verhalten von Hunden, denn durch das Lecken können Hunde die Duftmarke noch intensiver analysieren und quasi „schmecken“ – Verantwortlich hierfür ist ein besonderes Organ im Gaumenbereich des Hundes, das sogenannte Jacobson Organ oder auch vomeronasales Organ.

Mit der Pubertät beginnt das Hormonchaos

Hormonchaos und kleine Verliebtheiten – wer kennt das nicht? Auch Hunde kommen in die Pubertät und benehmen sich dank der dann zunehmenden Hormonaktivität manchmal plötzlich ganz anders, als nur einige Wochen zuvor. Die meisten Hunde werden in einem Alter von sechs bis zwölf Monaten geschlechtsreif, bei größeren Rassen passiert alles ein wenig verspätet. Verliebtheiten, Hormone und der Geruch anderer Hunde können dann dazu führen, dass Ihr Hund nicht mehr so gut auf Sie hört wie zuvor oder sogar versucht auszureißen. Das Interesse an anderen Hunde steigt, während das Interesse an Herrchen oder Frauchen gleichzeitig sinkt und der Hund vieles lieber im Alleingang unternehmen möchte. In solchen Situationen herrscht natürlich Leinenpflicht – und zwar bis Sie sich sicher sind, dass Ihr Hund auch in schwierigen Situationen auf Sie hört. Nehmen Sie Ihrem Liebling sein verändertes Verhalten aber bitte nicht übel, sein Einschätzungsvermögen ist einfach zeitweise ein wenig eingeschränkt und von Hormonen benebelt.

Von Frühlingsgefühlen zu Unruhe und Stress

Leider steht der Anstieg des Hormonspiegels in direkter Verbindung zum Stresshormon Adrenalin und führt dazu, dass somit auch der Stresspegel in die Höhe schießen kann. So startet dann ein Teufelskreis, in dem ein Hormon das andere beeinflusst und ihr armer Hund nicht mehr weiß, wohin mit sich. Bestrafen Sie Ihn deshalb nicht und schimpfen Sie nicht mit ihm, denn dieser kann ja nicht wirklich etwas dafür.

Was tun, wenn die Hormone verrückt spielen?

Eigentlich hilft nur eines: Ruhe und viel Geduld zu bewahren. Eine gute Kommunikation mit anderen Hundebesitzern ist von Vorteil, um potenziell ungemütlichen Begegnungen von Vorneherein aus dem Weg zu gehen. Denn mit dem Erwachen der Hormone in der Pubertät, wird Ihr Hund auch von anderen Vierbeinern teilweise anders wahrgenommen und zwischen Rüden aber auch Hündinnen können plötzlich kleine „Rivalitäten“ entstehen, wo diese zuvor nicht erwartet wurden. Beobachten Sie daher das Verhalten Ihres Hundes und das der anderen Hunde gut, um frühzeitig zu erkennen, welche Signale gesendet werden und ob die Situation unerwartet „kippen“ könnte – nehmen Sie Ihren Hund in diesem Fall lieber frühzeitig heraus. Gehen Sie ruhig und besonnen dazwischen, wenn sich Hunde gegenseitig zu sehr bedrängen, oder gehen Sie Hunden, denen es genauso zu gehen scheint wie dem Ihrigen von vorneherein aus dem Weg, so dass erst gar keine Konflikte entstehen können. Und wenn es dafür doch einmal zu spät ist, bleiben Sie entspannt und tadeln Sie Ihren Schatz nicht unnötig – er versteht die Welt sicher auch nicht mehr so ganz.

Natürliche Hilfsmittel zur Beruhigung

Um Ihrem Hund in dieser stressreichen Zeit etwas Entspannung zu bieten, finden Sie bei pets Premium Anti-Stress-Produkte der Marke Ceva, wie beispielsweise das Adaptil Happy Home Sart Set, welches in eine Steckdose gesteckt natürliche Pheromone zerstäubt und den Hund auf diese Weise entspannen und beruhigen. 

Außerdem können Adaptil Express Tabletten oder das Adaptil Anti-Stress Halsband hilfreich sein.

Wenn Verliebtheit zu Appetitlosigkeit führt

Es kann mitunter auch sein, dass die Verliebtheit Ihrem Hund auf den Magen schlägt und er nicht mehr so richtig fressen möchte. Sollte dies für ein bis zwei Tage der Fall sein, ist es relativ unbedenklich. Um ihn zum Fressen zu animieren, können Sie sein Futter mit kleinen Leckereien aufpeppen. Verweigert er jedoch für mehrere Tage sein Futter, sollten Sie in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen, um etwaige gesundheitliche Probleme auszuschließen.

Im Gegensatz zu den deprimiert-verliebten Vierbeinern gibt es auch solche, die eher rastlos wirken und ihren Gefühlen durch Winseln, Jaulen, Hecheln und Fiepen Ausdruck verschaffen. Versuchen Sie dann Ablenkung vom Liebeskummer zu verschaffen: Spielen Sie mit Ihrem Hund oder verwöhnen Sie ihn mit ein paar Streicheleinheiten.

Manchmal ist die Hilfe vom Tierarzt ratsam

Wenn Sie bei Ihrem Rüden das Gefühl haben, dass er zu sehr unter seinem Liebeskummer und den Hormonschüben leidet, ist eine Kastration eine mögliche Lösung für dauerhafte Ruhe. Sollten Sie diese nicht in Betracht ziehen, gibt es auch medikamentöse Alternativen, die für eine beschränkte Zeit die Produktion von Sexualhormonen verhindern. Sprechen Sie einfach mit Ihrem Tierarzt um die richtige Behandlungsmethode für Sie und Ihre Fellnase zu finden.

Auch wenn Zeiten, in denen so ein Hormon-Durcheinander besteht, sehr anstrengend sein können, hilft es doch zu wissen, dass sie von beschränkter Dauer sind und sich das Benehmen Ihres Lieblings wieder normalisieren wird. Medizinische Hormonstörungen oder -erkrankungen befinden sind noch einmal in einer anderen Dimension und treten saisonunabhängig auf. Es ist sehr wichtig, diese zu erkennen und einen Tierarzt zu Rate zu ziehen. Finden Sie hier eine Zusammenfassung einiger wichtiger Hormonerkrankungen und woran diese zu erkennen sind.

Und jetzt: ab nach draußen ins Frühlingsgetümmel!

Generell ist der Frühling eine aufregende und spannende Phase für Sie und Ihren Vierbeiner und wir hoffen, dass Sie sich bald von den ersten Sonnenstrahlen kitzeln lassen können und gemeinsam über Wiesen und durch Wälder toben werden. Genießen Sie die Zeit mit Hund, Frühlingshormonen und neuen Eindrücken.

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