Horror-Szenario: Wenn der Hund vermisst wird


17.08.2017
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Leider kommt es immer wieder vor, dass in Zeitungen, Nachrichtenportalen oder den sozialen Netzwerken von entlaufenen oder vermissten Tieren zu lesen ist. Laut Tierregister TASSO gehen jährlich sogar mehrere Hunderttausend Haustiere verloren – eine erschreckend hohe Zahl. Leider werden nicht alle der entlaufenen Haustiere wiedergefunden, denn obwohl Hunde beispielsweise in freier Wildbahn sogar gut zurechtkommen, stellen der Straßenverkehr oder größere Wildtiere sowie – je nach geltendem Jagdrecht – sogar möglicherweise bestehende Abschusserlaubnis für wildernde Hunde, leider unberechenbare Gefahren dar.

Doch wieso entkommt ein Haustier eigentlich? Wie kann einem Ausriss vorgebeugt werden und was ist im Ernstfall zu beachten? Glücklicherweise gibt es Wege und Mittel das eigene Haustier so gut wie möglich vor einem Ausbruch zu schützen.

Hund entlaufen, was tun?

Wie kann ein Hund entlaufen?

Nicht jeder Hund bleibt selbst ohne Leine stets in der Nähe des Halters. Eine solide Bindung zwischen Hund und Halter ist beispielsweise wichtig, damit der Hund ohne akute Ausreißgefahr auch unangeleint spazieren gehen kann. Insbesondere neue Rudelmitglieder, beispielsweise aus dem Tierheim aufgenommene Hunde, sollten vorerst mit Spaziergängen an der Leine Vorlieb nehmen, bis diese sich dem neuen Herrchen oder Frauchen wirklich zugehörig fühlen und diese wiederum gelernt haben, den neuen Vierbeiner einzuschätzen. Mangelt es etwa noch an der nötigen Grunderziehung, so ist die Gefahr, dass der Hund entläuft, verständlicherweise größer. Auch hier sollte erst ein Fundament für die gegenseitige Kommunikation aufgebaut sein.

Doch bei Weitem entlaufen nicht nur „unerzogene“ Hunde. Selbst Vierbeiner, die bis dato nie einen Hang zur Autonomie verspürt haben, können plötzlich verschwinden, wenn sie Reizen ausgesetzt sind, denen sie in jenem Augenblick nicht widerstehen können. Dies können visuelle Reize sein, weil die Katze von nebenan über die Straße rauscht, oder aber der unwiderstehliche Geruch von Wild bei einem Spaziergang am grünen Waldrand oder aber die läufige Hündin fünf Blöcke weiter, in die sich der vierbeinige Junggeselle „verliebt“ hat. Hunde nehmen so viel mehr wahr, als wir Menschen nachvollziehen können – daher fällt es schwer nachzuvollziehen, welche Reize für den plötzlichen Hang zum Abenteuer verantwortlich sind. Auch Flucht kommt jedoch als Grund für einen Ausriss in Frage: Erschrickt der Hund etwa vor einem Reiz, wie beispielsweise einem vorbeifahrenden Auto, so kann dieser aus Angst komplett auf Durchzug stellen und davon laufen. Dies betrifft vor allem ängstliche oder nervöse Hunde, die mit neuen Reizsituationen noch nicht so souverän umgehen können, jedoch können auch sehr selbstsichere Hunde plötzlich mit einer unerwarteten Angstsituation konfrontiert werden und fliehen.

Der Vierbeiner muss jedoch nicht immer aus freien Stücken entreißen – Leider kommt auch Diebstahl von Haustieren gelegentlich vor, sodass diese beispielsweise einfach vor dem Laden oder vom Balkon mitgenommen werden, um diese beispielsweise weiterzuverkaufen.

Was tun, wenn der Hund entlaufen ist?

Gleichermaßen wie wir Menschen, verhalten sich Hunde in Extremsituationen und Notfällen sehr ungewohnt. Der sonst so gemütliche Vierbeiner vertraut dann vor allem auf seine Instinkte, um das Überleben zu sichern. Auf sich alleine gestellt, spürt dieser selbstständig Wasser- und Futterquellen auf und verschafft sich einen sicheren Unterschlupf. Halten Sie sich dies vor Augen und versuchen Sie im Fall der Fälle ruhig und fokussiert zu bleiben.

Oftmals kehren Hunde an den Ort des Entkommens zurück. Folglich sollte sich an diesem Punkt für die folgenden 48 Stunden zu jeder Zeit eine dem Hund vertraute Person platzieren. Das erfordert natürlich sehr viel Organisation und Geduld. Stellen Sie Ihrem Ausreißer eine Futterstelle bereit. Um sicherzugehen, dass es sich bei dem Gast der Mahlzeit um einen Hund handelt, sollten große Futtermengen verwendet werden. Ein Bewachen des Futterplatzes empfiehlt sich in den friedlichen Nacht- und Morgenstunden. Ist der Hund im Wald entwischt, sollten auch der Förster oder der Jagdpächter umgehend davon in Kenntnis gesetzt werden.

Da die ersten 48 Stunden nach dem Verschwinden für den Sucherfolg maßgeblich sind, sollte keine wertvolle Zeit vergeudet und die Suche nach dem Ausreißer systematisch geplant werden. Der wohl wichtigste Pfeiler einer erfolgreichen Suche nach dem Vierbeiner ist die Mithilfe anderer Menschen. Fragen Sie Freunde und Bekannte um Hilfe bei der Suche. Im Zeitalter des Social Networks lässt sich auch eine Vermisstenanzeige für Ihren Vierbeiner mit wenig Aufwand inserieren und verbreitet sich in Windeseile unter unzähligen Nutzern. Nutzen Sie zeitgleich die Papiermethode und hängen Vermisstenanzeigen an Tierheimen, Parks und beliebten Gassiplätzen auf. Denn: Ein Vierbeiner, der auf sich allein gestellt ist, sucht normalerweise den Kontakt zu Artgenossen. Informieren Sie auch Tierärzte oder Tierheime in der Umgebung über den Verlust Ihres Vierbeiners.

Bleiben Sie zu guter Letzt zu jeder Zeit erreichbar für mögliche Finder Ihres Hundes. Behalten Sie Ihr Mobiltelefon immer im Auge und sorgen Sie dafür, dass der Akku stets geladen ist.

Vorsichtsmaßnahmen: Den Hund vor dem Entlaufen schützen

Bevor es zu der prekären Situation kommt, dass der Hund entläuft, können bereits im Vorfeld ein paar simple Maßnahmen getroffen werden, um dem vorzubeugen.

Den Hund beim Spaziergang richtig sichern

Wählen Sie das für Ihren Vierbeiner passende Zubehör für den Ausflug oder Spaziergang: Halsband oder Geschirr sollten perfekt passen und über einen stabilen Verschluss verfügen. Halsband und Geschirr sollten dabei nicht zu eng sitzen und drücken, jedoch eng genug, damit der Hund sich nicht einfach herauswinden kann. Als allgemeine „Faustregel“ sollten zwei Finger flach angelegt zwischen Halsband und Hals bzw. Brustriemen und Brust passen. Ein Geschirr empfiehlt sich vor allem auch bei brachycephalen Rassen mit kurzem, breitem Schädelbau und Nacken, da ein Halsband bei diesen Rassevertretern leichter über den Kopf rutschen kann. Ist Ihr Vierbeiner schon berüchtigt für seine Ausbruchversuche, eignet sich ein besonderes ausbruchsicheres Geschirr.

Gestatten Sie Ihrem Vierbeiner nur dann Freilauf, wenn er über eine gewisse Grunderziehung verfügt und Ihr Tier eine starke Bindung zu Ihnen aufgebaut hat. Ist dies noch nicht der Fall oder trauen Sie Ihrer Fellnase nicht zu hundert Prozent, kann der Vierbeiner den Spaziergang mit erweiterter Freiheit beispielsweise auch an einer Schleppleine genießen – diese bietet dem Hund genügend Spielraum für gesicherte, weitläufige Erkundungstouren.

Halsband Anhänger mit Kontaktdaten

Eine Marke mit Ihren Kontaktdaten darauf gibt zusätzliche Sicherheit: Auf diese Weise können Finder Ihres Hundes Sie im Ernstfall schnell und problemlos benachrichtigen. Die Marken können einfach am Geschirr oder Halsband des Hundes befestigt werden und dienen neben der zusätzlichen Sicherheit sogar auch als modisches Accessoire und sind in verschiedenen Motiven wählbar!

Mikrochip und Haustier Register

Ein Mikrochip in der Größe eines Reiskorns wird vom Tierarzt in der Regel an der linken Nackenseite mithilfe einer Spritze schnell und recht schmerzfrei unter die Haut eingebracht. Der Mikrochip enthält eine einzigartige Zahlenfolge, die es ermöglicht den Hund zu identifizieren. Mit dem sogenannten „Chippen“ erhält der Hundebesitzer nicht nur den EU-Heimtierausweis, sondern kann seinen Vierbeiner national bei TASSO oder dem Deutschen Haustierregister in der Regel kostenlos registrieren. Eine solche Registrierung ist die Voraussetzung dafür, dass gefundene Ausreißer mittels eines Chiplesegerätes eindeutig dem Halter zugeordnet werden können. Normalerweise besitzt jeder Tierarzt und jedes Tierheim ein solches Chiplesegerät. Über die bei der nationalen Registrierung hinterlegten Kontaktdaten kann der Hundehalter unverzüglich über den Fund seines Vierbeiners informiert werden.

GPS Tracker für den Hund

Ist Ihr Vierbeiner ein kleiner Lebenskünstler und Ausbruchsheld oder möchten Sie einfach jeden Schritt Ihres Lieblings verfolgen können, kann Ihnen ein GPS Tracker Abhilfe schaffen. Der kleine Tracker wird an Geschirr oder Halsband fixiert und fortan bleibt kein Schritt des Vierbeiners mehr unbeobachtet. Der Hundehalter kann seinen Liebling dann online am PC oder mithilfe einer App auf dem Smartphone zu jeder Tages- und Nachtzeit in Sekundenschnelle orten und so den aktuellen Aufenthaltsort der Fellnase enttarnen. Außerdem kann eine sogenannte Sicherheitszone für den Tracker eingestellt werden – sobald der Hund diese Zone verlässt, wird sein Halter darüber verständigt.

Wenn Sie ein entlaufenes Tier finden

Sollte Ihnen ein womöglich entlaufenes Tier begegnen, denken Sie daran, dass der Halter dieses wahrscheinlich schrecklich vermisst: Wichtig ist es daher, nicht „wegzusehen“, sondern ebenfalls TASSO, das Haustier Register und / oder den nächsten Tierschutzverein oder Tierarzt informieren.  Auf diese Weise kann das Tier auf eine Chip-Kennzeichnung überprüft und gegebenenfalls der Halter ermittelt werden. Wichtig ist es zudem, die örtlichen Behören – Polizei oder das örtliche Fundbüro – offiziell über den Fund des Tieres zu informieren.

Kennen Sie weitere hilfreiche Möglichkeiten, den Hund vor einem Ausbruch zu schützen? Wir freuen uns über Ideen und Tipps als Kommentar.

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