Hüftgelenksdysplasie beim Hund – Ein paar Fakten


14.11.2016
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Die Hüftgelenksdysplasie, oftmals im Sprachgebrauch auch als „HD“ abgekürzt, ist kein hundespezifisches Krankheitsbild. Beim Menschen wurde vor ca. 3000 Jahren die Hüftgelenksdysplasie zum ersten Mal erläutert. Hippokrates ging zu seiner Zeit schon der Erkrankung und ihren Symptomen auf den Grund.schaeferhund

Heutzutage hat sich die Hüftgelenksdysplasie beim Hund leider aufgrund des häufigen Auftretens einen Namen gemacht. Denn die häufigste Erkrankung des Bewegungsapparats ist die Hüftgelenksdysplasie beim Hund.

Im Gegensatz zum Krankheitsbild beim Menschen ist die Hüftgelenksdysplasie beim Hund nicht angeboren. Das heißt, die krankhaften Veränderungen sind bei der Geburt noch nicht vorhanden. Jedoch kommt es bei der HD beim Hund bereits in den Welpentagen zu einer fehlerhaften Stellung der beteiligten Knochen des Hüftgelenks zueinander. Der Welpe wächst mit der Zeit heran. Während dieser Zeit kommt es im Falle einer Hüftgelenksdysplasie beim Hund zu einer Verformung der Gelenkspfanne – das begünstigt im weiteren Verlauf, dass sich der Oberschenkelkopf ebenfalls verformt. Noch später kommt es durch die krankhaften Veränderungen, die durch die Hüftgelenksdysplasie beim Hund bedingt sind, zu den typischen Anzeichen und Veränderungen der Arthrose beim Hund im Bereich des Hüftgelenks. In Fachkreisen wird diese arthrotische Veränderung als Coxarthrose beim Hund bezeichnet.

Woran liegt es? – Viele Faktoren können die Hüftgelenksdysplasie beim Hund verursachen

Die Entstehung einer Hüftgelenksdysplasie beim Hund ist durch sehr viele Faktoren bedingt. Da die Entstehung der HD beim Hund so ein komplexer Vorgang ist, ist man sich noch nicht über alle Zusammenhänge im Klaren. Im Fokus steht oft die erbliche Komponente der Hüftgelenksdysplasie beim Hund. Eine solche Veranlagung ist in manchen Zuchtlinien inzwischen gang und gäbe. Vor allem Vertreter von großen Hunderassen, wie Rottweiler, Retriever-Arten und der Deutsche Schäferhund, haben ein erhöhtes Risiko ein HD-Hund zu werden. Abhängig von Ursprungsland und Rasse wird die Dunkelziffer der HD-Hunde auf bis zu 50 Prozent eingeschätzt. Vor einigen Jahren war diese Dunkelziffer sogar noch höher. Zuchtverbände haben sich verstärkt dem Problem der Hüftgelenksdysplasie beim Hund zugewandt und Maßnahmen eingeführt, um die erbliche Komponente einer HD-Erkrankung zu mindern.

Welche Faktoren genau können eine Rolle bei der Entstehung einer Hüftgelenksdysplasie beim Hund spielen?

Anatomische Gegebenheiten, die vererbt werden und eine HD beim Hund begünstigen sind:

  • Länge und Form der Rückenlinie
  • Beckenstellung, d.h. die Winkelung der Hinterbeine
  • Erblich festgelegte Wachstumsgeschwindigkeit

Ausschlaggebend für die Entwicklung und Ausprägung der Hüftgelenksdysplasie beim Hund sind neben der soeben angesprochenen erblichen Komponente auch die Ernährung und Belastung des Bewegungsapparates.

Vor allem ernährungstechnische Aspekte im Hinblick auf die Entstehung von Erkrankungen und deren Fortschreiten werden von Hundehaltern oft unterschätzt. Ein zu hohes Körpergewicht wirkt sich stets negativ auf die Gelenke und deren Funktionalität aus. Folglich sind eine Veranlagung zur Hüftgelenksdysplasie beim Hund und ein paar Kilos zu viel auf den Rippen eine sehr schlechte Kombination. Besonders in der Welpenphase sollte der Ernährung des Vierbeiners sehr viel Beachtung geschenkt werden. Eine Über- oder Unterversorgung mit Calcium und Phosphor haben immer aber auch vor allen Dingen in der Wachstumsphase negative Auswirkungen auf den Bewegungsapparat und begünstigen eine Hüftgelenksdysplasie beim Hund. Weiterhin sollte ein ungleichmäßiges Wachstumsverhältnis zwischen Gewicht und Größe vermieden werden.

Neben der Ernährung spielt die Art und das Ausmaß der Bewegung in der Entstehung der HD beim Hund eine große Rolle. Vor allem kann auch hier wieder eine übermäßige Belastung der Gelenke und Knochen im Wachstum mit späteren langfristigen Schäden enden. Gleichermaßen trägt häufiges Springen oder Treppensteigen zu einem schnelleren Verschleiß der Gelenke und Knorpelsubstanz bei.

Die Hüftgelenksdysplasie beim Hund entwickelt sich in der Regel schon sehr früh

Im Prinzip münden zwei verschiedene Wege in der Diagnose HD beim Hund:

  • Fehlentwicklung der Gelenkspfanne
  • Gestörte Entwicklung des Oberschenkelkopfbandes

Bereits in der dritten Lebenswoche eines Welpen kann man Veränderungen bezüglich der Länge des Bandes erkennen. Nach zwei weiteren Wochen kommt es dadurch zu einer Fehlstellung des Oberschenkelkopfes im Bezug zur Gelenkspfanne. Ab einem Alter von ungefähr 3 Monaten können die beginnenden Anzeichen von HD beim Hund mittels Röntgenbild bemerkt werden.

Schmerzen bei jedem Schritt – Symptome der Hüftgelenksdysplasie beim Hund

Die Hüftgelenksdysplasie beim Hund ist in erster Linie eine sehr schmerzhafte Angelegenheit. Da die Gelenke bei bestimmten Bewegungen unangenehme Schmerzreize aussenden, wird der HD-Hund weniger Freude am Springen und Herumtollen haben. Neben der Bewegungseinschränkung, die immer weiter fortschreitet, beginnt der HD-Hund auf den Hinterbeinen wackelig zu laufen. Das Hinlegen und Aufstehen fällt ihm immer schwerer. Außerdem versucht der Hund seine Hüfte durch vermehrte Schwingung im Becken zu entlasten. Läuft der HD-Hund etwas schneller, so kann es sein, dass er zu hüpfen beginnt. Manchmal lässt sich der Vierbeiner im Bereich des schmerzhaften Gelenks nicht mehr so gerne anfassen. Die Gelenke werden mit der Zeit immer steifer – dadurch wird der HD-Hund immer unbeweglicher. In der Regel sind nach der Nachtruhe in der Früh die Schmerzen am stärksten und bessern sich mit mehr Bewegung. Seltener kommt eine dauerhafte Lahmheit der Hinterbeine vor. Schreitet die Hüftgelenksdysplasie weiter fort, entsteht aus dieser Grunderkrankung normalerweise eine Arthrose beim Hund.

Sollten Sie eine Hüftgelenksdysplasie oder Arthrose beim Hund vermuten, zögern Sie nicht einen Tierarzt aufzusuchen, damit eine eventuelle Diagnose gestellt werden kann. Denn wird die Hüftgelenksdysplasie beim Hund frühzeitig erkannt, so ist das für den weiteren Verlauf der Erkrankung am besten. Die Schmerzen und Leiden und das Fortschreiten der Hüftgelenksdysplasie beim Hund können nach hinten hinausgezögert werden, sodass der Hund trotz Diagnose Hüftgelenkstherapie ein erfülltes Hundeleben führen kann.

Was bedeutet die Hüftgelenksdysplasie beim Hund für Hund und Halter?

Eine Hüftgelenksdysplasie beim Hund kann je nach Art, Schwere und Ausprägung „konservativ“ oder mit einer Operation behandelt werden.

„Konservativ“ bedeutet hier, dass eine Schmerztherapie und Entzündungshemmung mit den entsprechenden Medikamenten veranlasst wird. Die etwaigen Entzündungen der Gelenke können mit bestimmten Futterinhaltsstoffen, wie z.B. Antioxidantien aus Lein- oder Lachsöl, gehemmt werden. Auch die Bestandteile der Grünlippmuschel können möglicherweise dazu beitragen, Gelenksentzündungen zu mindern. Einen eindeutigen Beweis hierfür gibt es aber leider noch nicht.

Im weiter fortgeschrittenen Stadium der Hüftgelenksdysplasie beim Hund kann eine Physiotherapie dazu beitragen, die Gelenke zu entlasten und zu vermeiden, dass die Muskeln der Hinterbeine abbauen.

 

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