Herdenarbeit & Leistungshüten: Intensives Training mit erfüllenden Resultaten


15.11.2017
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Border Collie treibt Schafherde über eine Weide

Herdenarbeit ist ein umfassender Begriff für die Arbeit von Herdenschutzhunden, Hütehunden und Hirtenhunden. Diese Jobs mögen zwar sehr ähnlich klingen, und weisen auch viele Gemeinsamkeiten auf, aber man darf sie trotzdem nicht gleichsetzen oder miteinander verwechseln. Im Folgenden finden Sie eine Erklärung zu jedem dieser Hundejobs, sowie eine Beschreibung des daraus entstandenen Sports des Leistungshütens.

Hundejobs mit viel Verantwortung

Wie bereits erwähnt, sollte man die verschiedenen Jobbereiche der Herdenarbeit nicht miteinander vertauschen. Auch wenn die Aufgaben sich in manchen Bereichen ähneln, gibt es doch deutliche Unterschiede. Eines haben sie jedoch gemeinsam: eine riesige Menge an Verantwortung.

Hütehunde – Die präzisen Aufpasser

Hütehunde werden in erster Linie zu Arbeitszwecken gezüchtet, nämlich um auf Viehherden aufzupassen, diese zu treiben und zusammen zu halten. Sie haben oft eine hohe Ausdauer sowie einen relativ geringen Energieverbrauch und sind daher ziemlich belastbar. Charakterlich zeichnen sie sich durch eine hohe Intelligenz und Konzentrationsfähigkeit aus, arbeiten mit Präzision und sind ihrem Halter gegenüber unglaublich loyal. Sie führen also ihre Arbeit gut und gern aus, um ihrem Herrchen zu gefallen und können dabei auch weitgehend selbstständig arbeiten, beziehungsweise Anweisungen auch auf größere Distanzen hin befolgen.

Beispiele für Hütehunderassen sind der flinke Border Collie, der Deutsche Schäferhund oder auch der Australian Shepherd. Sogenannte Treibhunde gehören zwar auch in die Kategorie der Hütehunde, werden aber ausschließlich zum Treiben von Vieh, wie Schafen oder Rindern, eingesetzt. Zum Beispiel Australian Cattle Dogs oder auch der Bouvier des Ardennes sind zu den Treibhunderassen zu zählen.

Herdenschutzhunde – Die selbstbewussten Beschützer

Im Gegensatz zu Hütehunden arbeiten Herdenschutzhunde größtenteils eigenständig und ohne direkte Anweisung des Halters. Sie gelten als relativ schwer trainierbar, da sie so selbstbewusst und selbstständig sind. Trotzdem haben sie aber ihrem Halter gegenüber einen sehr großen „will to please“, was bedeutet, dass sie ihre Aufgaben gern zur Zufriedenheit ihres Herrchens erledigen, um ihn stolz zu machen.

Diese Hunde sind meist sehr groß und zeichnen sich durch ein ausgeprägtes Schutzverhalten aus. Daher ist der Schutz der ihnen anvertrauten Herde vor Angreifern jeglicher Art ihre Hauptaufgabe. Der Kangal oder der Akbaş sind typische Herdenschutzhunde.

Hirtenhunde – Die gehorsamen Allrounder

Hirtenhunde vereinen die Aufgabenbereiche von Hütehunden und Herdenschutzhunden. Sie schützen also ihre Herden vor Angreifern und sind zugleich für das Zusammenhalten der Herde verantwortlich. Auch diese Hunde zeichnen sich durch Charaktereigenschaften wir Ausdauer, Selbständigkeit, Selbstbewusstsein und einen überdurchschnittlichen Gehorsam aus.

Leistungshüten als höchste Disziplin der Herdenarbeit

Die besonderen Charakterzüge und Talente von Hunden, die für Herdenarbeit gezüchtet und eingesetzt werden, sind auch hervorragend für den Hundesport geeignet. Sie eignen sich daher beispielsweise für Sportarten wie Agility, Treibball, Obedience oder Dog Frisbee, aber natürlich ganz besonders für das Leistungshüten, wo sie zeigen könne, wie sie ihre alltägliche Arbeit leisten und dabei von einer Jury beurteilt werden. Das Leistungshüten gehört zu den Gebrauchshundeprüfungen.

Da die Hütearbeit ihren Ursprung auf den Britischen Inseln hat und auch die meisten Hütehunderassen von dort stammen, ist auch das Leistungshüten dort entstanden und fast zu einem Volkssport avanciert. Es gibt dort regelmäßig Wettkämpfe, wie beispielsweise die International Sheepdog Trials in Schottland. Aber auch hierzulande gibt es spannende Wettkämpfe; auf regionaler Ebene zum Beispiel die Rheinland-Meisterschaft für Border Collies und auf nationaler Ebene die Deutsche Meisterschaft der Hütehunde oder das Bundesleistungshüten.

Border Collie pfercht drei Schafe ein

Was zählt ist die Teamarbeit zwischen Hirte und Hund

Beim Hütesport geht es um die besondere Teamarbeit zwischen Hirten und Hunden und es gibt verschiedene Disziplinen, in denen sie ihr Können zeigen können. Vorher muss viel trainiert werden, aber der eigentliche Hütewettbewerb (auch Trial genannt) erfolgt dann an einer fremden Schafherde, um für alle Teilnehmer die gleichen Voraussetzungen zu schaffen.

Aufgaben, in denen es Punkte zu erreichen gibt, sind unter anderem das Aus- und Einpferchen von Schafen, sowie diese über Brücken oder an Hindernissen vorbei zu treiben. Insgesamt werden außerdem Gehorsam, Fleiß und Selbständigkeit des Hütehundes beurteilt. Wer am Ende die höchste Punktezahl erreicht, gewinnt.

Die Ausbildung zum Hütehund ist zeit- und kostenaufwendig, aber wenn man bereit ist, intensiv mit seinem Hund zu arbeiten und Freude an den Aufgaben hat, ist Herdenarbeit für Hund und Halter eine sehr erfüllende Aufgabe.

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