Herbst-Tipps vom Tierarzt – So kommt Ihr Vierbeiner gesund und fit durch die Saison


25.09.2014
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Es ist Herbst – die Temperaturen sinken, die Blätter färben sich in prächtigen Farben und die Tage werden langsam kürzer. Eine schöne, bunte Jahreszeit beginnt, die leider aber auch viel Regen, Nebel und Kälte mit sich bringt. Das kann nicht nur uns Zweibeinern gelegentlich zu schaffen machen, sondern beeinflusst auch unsere Haustiere. Mit diesen Herbst-Tipps vom Tierarzt können Sie Ihrem Tier die kalt-nasse Übergangszeit zum Winter angenehmer gestalten, sodass Ihr Vierbeiner gesund und fit durch die Saison kommt.

Herbst-Tipps vom Tierarzt


Herbstzeit ist Fellwechsel-Zeit 

Der Fellwechsel ist für den gesamten Organismus unserer Tiere sehr anstrengend. Der Stoffwechsel wird so beeinflusst, dass dieser mehr Energie und „Bausteine“ benötigt. Eine hochwertige und ausgewogene Ernährung ist in dieser Phase besonders wichtig, damit es hier nicht zu einem Engpass kommt. So ist beispielsweise der Bedarf an bestimmten Amino- und auch Fettsäuren erhöht. Auch eine erhöhte Zufuhr von Mineralstoffen, wie Zink oder Biotin, kann hier nützlich sein. Ebenso kann eine leichte Erhöhung der üblichen Futtermenge helfen, dem erhöhten Energiebedarf des Tieres während dieser Zeit nachzukommen. Und natürlich können wir unsere Tiere auch durch tägliches Abbürsten des losen Fellhaares beim Fellwechsel unterstützen.

Parasiten – auch im Herbst eine Plage!
Viele Parasiten, die draußen in der Natur vorkommen, benötigen zur Fortpflanzung und Entwicklung ein moderates Klima – also weder zu starke Hitze noch große Kälte. Daher ist die Zecken-Gefahr neben dem Frühjahr vor allem auch im Herbst, wenn die Tage noch nicht ganz so kalt sind, besonders groß. Regelmäßiges Absuchen des Tieres nach dem Spazierengehen ist daher sehr wichtig. Viele Krankheiten, wie beispielsweise Borreliose, werden erst nach einiger Zeit von der Zecke auf den Hund übertragen. Ein rechtzeitiges Entfernen von Schädlingen kann daher oft die Gefahr einer Infektion deutlich reduzieren. Auch Herbstgrasmilben können unseren Tieren zu schaffen machen. Herbstgrasmilben sind Parasiten, die auf Wiesen und Feldern lauern und sich bevorzugt an bestimmten Stellen der Tiere festsetzen – häufig ist das der Zehenzwischenraum, wo sie Juckreiz und andere Hautsymptome hervorrufen können. Durch regelmäßige Kontrolle betroffener Stellen können diese dort allerdings schnell entdeckt und entfernt werden.

Witterungsbedingte Verschlechterung von Gelenkbeschwerden
Wie auch bei uns Menschen, können sich die Symptome bestehender Gelenkprobleme, wie zum Beispiel Arthrose, bei kalt-feuchtem Wetter verschlechtern. Auch unsere Haustiere merken das: Schmerzen beim Laufen können sich verstärken und die Lust am Spazierengehen nehmen. Achten Sie auf Ihre Tiere – wenn Sie das Gefühl haben, dass diesen die übliche Gassirunde zu beschwerlich ist, dann kürzen Sie ruhig einmal ab. Besonders wenn es ein sehr kalter oder feuchter Tag ist. Achten Sie auch darauf, dass der Schlaf- und Ruheplatz Ihres Tieres nicht zu zugig ist und legen Sie ruhig eine Decke mehr dazu. Gerade auch ältere Tiere können sich, wie wir, schnell verkühlen und sind dann schlechter auf den Beinen. Spezielle Hundedecken oder –betten, wie etwa die des Herstellers Back on Track, spenden extra wohltuende Wärme und unterstützen Gelenke und Muskeln. Auch das kann während dieser Jahreszeit hilfreich sein.

Sicherheit durch Sichtbarkeit
Die Tage werden nicht nur kälter, sondern auch kürzer und der herbstliche Abendspaziergang  findet oft bereits im Dunkeln statt. Vor allem schwarze oder dunklere Hunde sind abends sehr schwer zu erkennen. Hunde, die in Straßengegenden frei herumlaufen dürfen, sind hier einem erhöhten Risiko durch den Verkehr ausgesetzt. Ein Leuchthalsband schafft hier Sicherheit und macht den Hund auch im Dunkeln gut sichtbar. Auch ein Halsband, Geschirr oder eine Weste mit eingearbeiteten Reflektoren ist sinnvoll, um das Tier im Dunkeln zu schützen. Vorsicht, das gilt nicht für freigängige Katzen! Ein Halsband, auch wenn es der Sicherheit des Tieres dienen soll, kann für Katzen zur gefährlichen Falle werden: die Tiere können sich in Gebüschen oder anderen Dingen daran festhaken und somit „in der Falle sitzen“ oder sich bei dem Versuch sich zu befreien, Verletzungen zuziehen.

Zittern ist ein Warnzeichen
Hunde mit kurzem Fell oder gar keinem Fell sind der Kälte viel stärker ausgesetzt, als Hunde mit dickem, langem Fell und dichter Unterwolle. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Hund während dem Spazierengehen schnell zittert, könnte ein Hundemantel oder ein wärmender Hundepullover während kalter Tage sinnvoll sein, um diesen vor der Kälte zu schützen. Beim „Zittern“ versucht der Körper durch schnelle Muskelkontraktionen selbst Wärme zu erzeugen, um sich so vor einer Unterkühlung zu bewahren – dieser Vorgang benötigt sehr viel Energie. In einigen Fällen kann es daher sinnvoll sein, das Tier im Freien durch schützende „Anziehsachen“ vor unnötigem Frieren zu bewahren und ihm nach dem Spazierengehen ein besonders lauschiges und warmes Plätzchen zum Aufwärmen bereitzustellen.

Kennen Sie weitere nützliche Herbst-Tipps oder haben Fragen zur richtigen Fütterung und Ausstattung während der kühlen Jahreszeit? Dann hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar – Tierarzt Dr. Berg und das pets Premium Team werden diese gerne beantworten.

Kommentare zu diesem Beitrag (2)

  • ”Meine Hunde und mich verbindet viel Dammyspaß im Herbst, denn das Aufspüren der Dammys unter Bergen von Laub im Wald macht nicht nur Spaß sondern fordert echte Nasen- und Kopfarbeit.” von Astrid
  • ”Das stimmt, dass dunklere Hunde dunklere Hunde wscherer zu erkennen sind, wenn es Nacht ist. Ich verlor mein Hund ein Mal in der Nacht. Es hat Stunden gedauert bevor ich ihn fand. Danke für den Artikel. VG” von Andreas Stecker
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