Der Gnadenhof für Tiere: Ein Zuhause für die „Verlassenen“


30.03.2017
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Was ist ein Gnadenhof?

Ein Gnadenhof ist eine Einrichtung, die herrenlose Tiere aufnimmt und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln versorgt. Im Gegensatz zu einem Tierheim wohnen auf einem Gnadenhof auch Tiere, die nur noch sehr schwer bis gar nicht mehr vermittelbar sind. Geführt wird ein Gnadenhof meist von engagierten und ehrenamtlichen Helfern, die ihr Herzblut und viel Zeit in die Versorgung der in Not geratenen Tiere stecken.

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Welche Tiere leben auf einem Gnadenhof?

Nicht nur ältere Tiere genießen auf dem Gnadenhof einen ruhigen Lebensabend. Die ehrenamtlichen Vereinseinrichtungen dienen dem allgemeinen Tierwohl und  bietet allen gestrandeten Tieren ein Dach über dem Kopf – unabhängig von Alter, Größe und Tierart. Auf dem Gnadenhof wiehert, muht, bellt, miaut und quakt es. Im Einklang mit der Natur dürfen die Tiere hier ihre Lebenstage genießen. Die schutzbedürftigen Tiere, denen sich ein Gnadenhof annimmt, besitzen die unterschiedlichsten Lebens- und Leidensgeschichten: Denn meist erzählen diese Geschichten nicht nur von glücklichen Tagen. Bei einem Besuch auf dem Gnadenhof Argenhof im idyllischen Allgäu, zum Beispiel, stellt man schnell fest: Trauer und (wiedererlangte) Freude liegen oft dicht beieinander. Manche Vierbeiner etwa haben ihren zweibeinigen Lebensbegleiter verloren, andere haben Schicksale erlebt, die so unvorstellbar sind, dass sie einem unweigerlich die Tränen in die Augen treiben. Manche Tiere wie die Bordeaux Dogge Basira pflegen auf dem Argenhof dennoch innige Freundschaften zu Menschen – trotz dem Leid, das diese Tiere oftmals auch selbst durch Menschenhand erfahren mussten. Basira wurde von niederträchtigen Menschen das Augenlicht geraubt, bevor sie willentlich und grausam als Dummy – ein wehrloses Opfer beim Training für Hundekämpfe – eingesetzt wurde. Verhaltensauffälligen Tieren schenken die ehrenamtlichen Helfer rund um Leiterin Christiane Rohn nicht nur ein warmes Plätzchen und etwas zu Fressen, sondern vor allen Dingen auch ihre Zeit. Zeit, um wieder das lang verlorene Vertrauen zu Menschen zu fassen und das Leben zu genießen. Oder auch  abgegebene oder beschlagnahmte Wolfshybriden und Wolfsmischlinge finden sich auf dem 7,5 Hektar großen Gelände des Argenhofs – die schönen Gestalten können sich hier frei in ihrem Rudel bewegen anstatt in einen menschlichen Lebensentwurf gedrängt zu werden, dem letztlich oftmals weder Mensch noch Hund gewachsen sind. Fohlen, die laut Zuchtstandard „nicht schön genug“ waren, tollen nach ihrer Rettung vor dem Schlachter auf der Wiese und freuen sich über jede kleine Zuwendung. Die Liste tierischer Schicksale ließe sich noch endlos fortführen.

Die Bedeutung von Spenden für den Gnadenhof

Gnadenhöfe sind in der Regel stark auf finanzielle Unterstützung durch Spenden angewiesen. Leider gibt es unter all den tierfreundlichen Menschen, die sogar ihr eigenes Gehalt in ihr ehrenamtliches Gnadenhof-Projekt stecken, auch diejenigen, die das Mitleid zu den Tieren nutzen und sich unauffällig selbst einen Anteil der Spenden in die eigene Tasche zu stecken: So erregte beispielsweise der gut bekannte Gnadenhof Aiderbichl im letzten Jahr für öffentliches Aufsehen. Doch es geht auch anders und vorbildlich. Es gibt sehr viele kleine Gnadenhöfe, die das Tierwohl stets an erster Stelle sehen. Diejenigen, denen es Angst und Bange wird, wenn die finanziellen Mittel eng werden. Was passiert dann mit all den Tieren, wenn die Spenden nicht mehr reichen, um den Betriebsablauf des Gnadenhofs zu sichern?
Vor der Entscheidung einen Gnadenhof durch Geldspenden zu unterstützen, können ein ausgesuchter Hof und seine Tiere etwa persönlich besucht werden. So können die einzelnen Tiere kennengelernt und ein Eindruck von der Einrichtung erhalten werden. Soll einem bestimmten Tier etwas Gutes getan werden, kommt eventuell auch eine Tier-Patenschaft in Frage. Viele Gnadenhöfe wie der Argenhof bieten kostenlose Führungen über das Gelände an, stellen die Tiere hautnah und persönlich vor und informieren über die Arbeit auf dem Gnadenhof. Sie erzählen von Erfolgen und Misserfolgen, von schönen und schweren Momenten. Von Momenten, die es wert machen, Herz und Seele in den Gnadenhof zu stecken und sich für das Wohl der Tiere täglich neu aufzuopfern und alles zu geben. Der Argenhof organisiert sogar jedes Jahr einen kleinen Weihnachtsmarkt, bei dem in besinnlicher Stimmung alle tierischen Genossen nebst Glühwein und Punsch kennengelernt werden können. Neben Geldspenden freuen sich Gnadenhöfe natürlich ebenfalls über Sachspenden. Gut erhaltenes Spielzeug, Zubehör und Futter sind als Sachspende immer benötigt und willkommen. Doch selbst ohne Spenden kann etwas Gutes getan werden: Auf manchen Gnadenhöfen darf beispielsweise auch selbst mit angepackt werden – als Praktikant oder ehrenamtlicher Helfer. So stehen Unterstützende inmitten der Tiere und sehen hautnah, wo die eigene Hilfe ankommt.

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