Erste Hilfe beim Hund – So retten Sie Leben!


12.10.2016
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Erste Hilfe ist sehr wichtig – bei einem Notfall muss nämlich schnell gehandelt werden! Aber wann muss eingegriffen werden? Und wie funktioniert das genau bei einem Hund?

Was genau ist eigentlich ein Notfall?erste-hilfe-hund

Viele Dinge können Schmerzen verursachen – doch wann spricht man von einem Notfall? Wann sind Schmerzen also wirklich lebensbedrohlich?

Eine ernsthafte Verletzung durch einen Unfall zählt definitiv zu den Horrorszenarien eines jeden Hundehalters. Eine Hündin mit Geburtsproblemen bedarf ebenso sofortiger Hilfe. Sogar nach einer OP können noch Schmerzen und Probleme entstehen, die ebenso zu den Notfällen gezählt werden. Zudem spricht man bei möglichen Vergiftungen, Stichen und Verbrennungen von einem Notfall. Aber auch eine Verschlechterung einer bestehenden Erkrankung oder eine plötzliche Erkrankung zählen dazu.

In solchen Fällen sind sofortige Maßnahmen in Form der Ersten Hilfe notwendig. Sie sollten zu jeder Zeit die Nummer des nächsten tierärztlichen 24-Stunden-Notdienstes bereit haben und wissen, wo er sich befindet. Bis die Tierklinik erreicht ist, vergeht leider oft etwas Zeit. Bei einem Notfall heißt es aber: Zeit kann Leben retten! Sie selbst können und sollten deshalb auch schon im Vorfeld Erste Hilfe leisten. Bestenfalls haben Sie ein Erste-Hilfe-Set im Auto oder zu Hause. Vielleicht haben Sie sogar auch schon an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen.

Wie funktioniert Erste Hilfe?

Bedenken Sie unbedingt, dass das Verhalten eines kranken oder verletzten Hundes von seinem normalen Verhalten abweichen kann, da er sich in einer außergewöhnlichen Situation befindet. Das heißt im Klartext: Wenn Sie ihn berühren, dann könnte er überreagieren in Form von Kratzen oder Beißen. Handeln Sie deshalb bei der Ersten Hilfe zu jedem Zeitpunkt mit Aufmerksamkeit und Vorsicht, Ihre persönliche Sicherheit sollte immer an oberster Stelle stehen.

Benutzen Sie bei der Ersten Hilfe für einen kranken oder verletzten Vierbeiner mit Schmerzen lieber einen Maulkorb. Nur bei Vierbeinern mit kurzer Schnauze oder bei einer Verletzung im Brustbereich sollte bei der Ersten Hilfe auf den Maulkorb verzichtet werden. Nachdem Sie dem Hund den Maulkorb angelegt haben, lassen Sie ihn nicht mehr alleine.

Nach dem Anlegen des Maulkorbs können Sie einen Blick auf die Verletzung werfen und einen Überblick über das Ausmaß gewinnen. Mögliche Notfälle sind beispielsweise:

  •     ein schweres Trauma, wie nach einem freiem Fall oder einem Autounfall
  •     eine Blutung
  •     Schmerzen im Bereich des Bauchraumes, Nackens oder Rückens
  •     Krämpfe
  •     Atemnot

Verwenden Sie jetzt das Erste-Hilfe-Set bzw. beginnen Sie die Herz-Lungen-Reanimation (CPR). Die Herz-Lungen-Reanimation wird folgendermaßen durchgeführt:

  •     Schließen Sie Ihren Mund und platzieren Sie Ihre Lippen über der Hundenase
  •     3 bis 4 mal stark ein- und ausatmen
  •     Idealerweise atmet der Vierbeiner selbst wieder – sollte dies aber nicht der Fall sein, machen Sie mit 10 bis 12 Atemzügen pro Minute weiter
  •     Hat der Hund keinen Herzschlag mehr, so führen Sie 5 Herzdruckmassagen bei jedem Atemzug aus. Der Hund liegt dazu auf der Seite und Ihre Hände befinden sich ungefähr hinter dem Schultergelenk.

Was ist nach der Ersten Hilfe zu tun?

Nachdem Sie dem Vierbeiner Erste Hilfe geleistet haben, rufen Sie einen nahegelegenen 24-Stunden-Notdienst oder die Tierklinik an. Hier werden Sie zum Hund sowie zum aktuellen Notfall befragt. Die Tierärzte geben Ihnen außerdem weitere Anweisungen zur Ersten Hilfe. Wichtig ist zudem, dass die Tierklinik über den Notfall schon im Vorfeld Bescheid weiß und sich darauf vorbereiten kann.

Während der Fahrt in die Tierklinik sollten ruckelnde und schnellere Bewegungen vermieden werden. Diese können vom Auto, vom Vierbeiner oder von Ihnen selbst verursacht werden. Im Auto ist eine plane Fläche mit Decken zur Stabilisation ideal für den Hund. Sprechen Sie während der Autofahrt mit dem Tier, damit es nicht die Orientierung oder gar das Bewusstsein verliert.

Die Tierklinik stellt Ihnen in der Regel folgende Fragen:

  •     Was genau ist geschehen?
  •     Haben Sie eine Herz-Lungen-Reanimation vorgenommen oder Medikamente verabreicht?
  •     Seit wann bestehen die Schmerzen oder Symptome?
  •     Gab es schon vorherige Erkrankungen? Wenn ja, welche?
  •     Leidet der Hund im Moment an Schmerzen oder einer Erkrankung?
  •     Hat der Vierbeiner Allergien, möglicherweise auch gegen bestimmte Medikamente?
  •     Wie ist der Impfstatus des Hundes?

Im besten Fall können Sie diese Fragen alle beantworten und haben den EU-Heimtierausweis dabei.

Keiner hofft, im Laufe seines Lebens in eine derartige Situation zu gelangen. Aber sollte es doch einmal zu einem Notfall kommen, ist es gut zu wissen, was getan werden muss – sowohl beim Menschen als auch beim Tier. Führen Sie die Erste Hilfe zu jeder Zeit mit Bedacht durch und vergessen Sie nicht: Zeit rettet Leben!

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