Das Schnurren von Katzen – Wie funktioniert es?


19.11.2015
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Alle Katzenbesitzer kennen und lieben es – das wohlige Schnurren ihrer Samtpfote während einer ausgiebigen Streicheleinheit. Doch das Phänomen des Schnurrens setzen unsere Katzen nicht nur ein, wenn sie glücklich sind, sondern auch in anderen Lebenslagen. Erfahren Sie, welche Gründe hinter dem Brummton stecken können und wie er erzeugt wird.

Chartreux kitten, 5 months old, in front of white backgroundNormalerweise ist der Schnurrton einer Katze für den Besitzer leise wahrzunehmen und ein angenehmer wohliger Ton. Nicht so bei der lautesten Katze der Welt: Merlin aus dem südenglischen Torquay kann beim Schnurren eine Lautstärke von 67,8 Dezibel erreichen, was der Lautstärke eines vorbeifahrenden Autos in 10m Entfernung entspricht. Im Vergleich:  Katzen schnurren normalerweise in den vorherrschenden Frequenzen von 25 – 50 Hertz. Durch das eindeutige Übertreffen dieses Standardwertes, schaffte es Merlin 2015 sogar ins Guinnessbuch der Rekorde. Der Höchstwert wurde von ihm durch die Freude über eine Dose Thunfisch erschnurrt.

Das Schnurren allgemein

Grundsätzlich wird das Schnurren als ein niederfrequentes (22 bis 30Hz), gleichmäßig vibrierendes Geräusch definiert, das Katzen in bestimmten Situationen erzeugen. Meist schnurren Katzen, wenn sie sich wohl fühlen, jedoch kann es auch in stressigen Situationen wie unter Schmerzen vorkommen. Bereits ab dem 2. Lebenstag fangen kleine Kätzchen an zu schnurren, sobald sie das erste Mal von der Katzenmutter gesäugt werden. Dies zeigt der Mutter, dass die Kätzchen mit genug Milch versorgt werden und zufrieden sind. Die Mutter schnurrt bei der Geburt und später auch beim Säugen der Kätzchen, wohl um sich selbst sowie die Jungen zu beruhigen. Oft wird auch beobachtet, dass das Schnurren einer Katze auf andere Miezen oder gar eine Gruppe ansteckend wirken kann.

Der Brummton wird auch unter Stress und bei Unsicherheit erzeugt sowie bei Schmerz, Angst, Verletzungen und vor dem Tod. Eine Theorie ist, dass das eigene Schnurren den Organismus der Katze beruhigt und zu einer Art Schmerzlinderung beiträgt. Erwiesen ist das allerdings nicht. Eventuell soll es auch anderen Katzen ein „tu mir nichts, ich tu Dir nichts“ signalisieren. Auch bei Tierarztbesuchen kommt es häufig vor, dass Katzen schnurren, eine Situation, in der sich die meisten wohl unsicher und unwohl fühlen. Das Schnurren macht es hier dem Tierarzt schwer, das Herz anzuhören. Das Aufdrehen eines Wasserhahns kann hier Abhilfe schaffen.

Die Knochendichte der Katze wird nach neueren Erkenntnissen durch das Schnurren ebenfalls positiv beeinflusst. Möglicherweise liegt es also am vibrierenden Ton der Katze, dass Knochenfrakturen  schneller heilen. Grundsätzlich ist das Schnurren der Katze jedoch für den Menschen das Zeichen größter Zufriedenheit und Geborgenheit in der Katzensprache.

Wie wird der Laut erzeugt?

Nicht nur wieso die Katze schnurrt, war lange nicht klar, auch das „wie“ ist Forschern ein Rätsel. Bisher sind sich Wissenschaftler unschlüssig wie das katzeneigene Phänomen zustande kommt. Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass Katzen sich unter Laborbedingungen rigoros dagegen sträuben, zu schnurren. Deswegen gibt es mehrere, unbestätigte Ansätze, die für das Schnurren vermutet werden.

Eine Theorie ist die Entstehung des Schnurrens im Bereich des Kehlkopfes. Dieser besteht aus mehreren Knorpeln, die miteinander verbunden sind und den zugehörigen Kehlkopfmuskeln. Das Schnurren entsteht laut dieser Theorie durch das rasche Zucken der Kehlkopfmuskeln und des Zwerchfells. Durch diese Abfolge der Kehlkopfmuskelkontraktionen wird die Stimmritze verengt und geweitet. Folglich wird die Atemluft in Vibration versetzt – die Katze schnurrt.

Eine andere Theorie geht davon aus, dass das Zungenbein, die knöcherne Verbindung von Zunge und Schädel, für das Schnurrgeräusch verantwortlich ist. Die Atemluft streicht an diesem Knochen vorbei und erzeugt so das katzentypische Schnurren.

Damit die Katze auch regelmäßig über mehrere Sekunden und sogar Minuten schnurren kann, gibt es einen ständigen Input von neuronalen Impulsen auf die Stimmbänder. Katzen steuern also bewusst den Vorgang des Schnurrens.

Wie wirkt sich das Schnurren auf den Menschen aus?

Unter der Frequenz des Schnurrens wird aufgrund der Vibrationen das Knochenwachstum verbessert und auch Verletzungen sollen schneller wieder abheilen. Die Selbstheilungsprozesse des Körpers werden somit durch das Schnurren aktiviert, möglicherweise nicht nur bei der Katze, sondern auch bei ihrem Besitzer.

Es wurde bereits bewiesen, dass Schnurren nicht nur beruhigend auf Menschen wirkt, sondern diese auch dabei glücklich macht: Katzen setzen das Schnurren gezielt ein, um mit dem Menschen zu kommunizieren. Katzenschnurren soll den Blutdruck senken und die Produktion des Glückshormons Serotonin im Körper ankurbeln. Serotonin wirkt ausgleichend auf die Psyche und hat eine positive Auswirkung auf den Schlaf-Wach-Rhythmus des Menschen und hilft somit gegen Schlafstörungen. Aus diesen Gründen werden Katzen auch bei der Therapie von Traumapatienten oder Menschen mit chronischen oder psychosomatischen Krankheiten eingesetzt und unterstützen die Regeneration der kranken Patienten.

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