Blindenhunde – Helfer auf vier Pfoten


30.10.2015
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In Deutschland leben insgesamt über 155.000 blinde und sehbehinderte Menschen. Sie stehen täglich vor ganz besonderen Schwierigkeiten und sind dabei oft auf sich alleine gestellt. Der beste Freund des Menschen ist für die Betroffenen Tag für Tag ein wahrer Schutzengel.

Ein Welpe wird zum Blindenhund

BlindenhundNicht jeder Hund ist für die spezielle Ausbildung zum Blindenführhund geeignet. Es gibt einige bevorzugte Rassen, wie Schäferhunde, Golden Retriever oder Labradore, am Ende ist aber der Charakter des Hundes entscheidend. Mut, Lernfreude, Nervenstärke und vor allem Intelligenz – das sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Blindenhund mitbringen muss. Nachdem der Trainer sich den passenden Welpen ausgesucht hat, kann die Ausbildung mit dem Alter von einem Jahr beginnen. Sie kann bis zu 8 Monate dauern und beansprucht die gesamte Zeit des Ausbilders, der maximal drei Tiere auf einmal betreuen kann.

Der erste Schritt ist es dem Hund beizubringen im Geschirr zu gehen und zu führen. Das ist für den Hund zunächst ganz widersprüchlich: sonst durfte er nie an der Leine ziehen, auf einmal soll er aber führen und leiten. Dann folgen die ersten Hörzeichen, wie „Weiter“ oder „Voran“. Der Hund lernt nach und nach an Bordsteinkanten, Abgründen, oder Zäunen stehen zu bleiben und das Hindernis seinem Herrchen oder Frauchen anzuzeigen, indem er daran hochspringt.

Insgesamt lernt der Hund in seiner Ausbildung etwa 30 bis 40 Hörzeichen, z.B.: „rechts“, „links“, „Such Zebra (streifen)“, „Such Eingang“, „Such Treppe“, „Such Ampel“ , wobei der Hund hier nicht die Farbe der Ampel erkennt, sondern lediglich die nächstgelegene Ampel sucht, der Blinde muss sich dann am Signal oder an Passanten orientieren.

In manchen Fällen werden Blindenhunde auf Italienisch ausgebildet, damit er durch Bemerkungen von Passanten nicht verwirrt werden kann. Die italienische Sprache ist hier besonders gut geeignet, da sie viele Vokale beinhaltet und dem Hund das Lernen erleichtert.

Der schwierigste Schritt der Ausbildung ist wohl der „intelligente Ungehorsam“. Der Hund muss lernen, seinem Herrchen in bestimmten Situationen bewusst nicht zu folgen. Selbst, wenn er den Befehl „Los“ bekommt, in diesem Moment aber ein Auto kommt, muss er ihn verweigern, um so seinen Besitzer vor Gefahren zu schützen. Er bringt den Menschen dann zum Stehen, indem er sich quer vor seine Beine stellt.

Mit der bestandenen Gespannprüfung ist die Ausbildung dann beendet und der Blindenführhund darf endlich seine Arbeit antreten und tagtäglich für die Sicherheit seines Herrchens sorgen.

Hund an der StraßeDas Leben mit Blindenhund

Ungefähr 1.600 Paare dieser ganz besonderen Art gibt es in Deutschland. Es kann also doch hin und wieder passieren, dass man im Alltag auf ein solches Gespann trifft. Am besten ist es hier, so schwer es auch fällt, den Hund nicht zu streicheln, oder mit ihm zu reden, da er so von seiner Arbeit abgelenkt wird und vielleicht die Verbindung zu seinem Herrchen verliert. Sollte ein Blinder mit einem Führhund sich nach der nächsten Treppe erkundigen, bitte nicht zur nächsten Rolltreppe bringen, Hunde dürfen diese aufgrund der Verletzungsgefahr nicht benutzen.

Blinde und ihre Führhunde sind zwar in erster Linie „Arbeitspartner“, meistens bildet sich daraus aber eine Freundschaft fürs Leben, die bis in den verdienten Hunde-Ruhestand reicht. Oft verbindet diese zwei eine ganze besondere Verbindung, denn man darf nicht vergessen: der Hund übernimmt für sein Herrchen das Sehen und der Blinde vertraut ihm damit sein Leben an.

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