Blähungen beim Hund – Interview mit Tierarzt Dr. Gregor Berg


4.02.2015
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Es ist zwar für viele ein unangenehmes Thema, doch fast jeder kennt es von seinem Hund. Nach dem Fressen oder beim Schlafen muss unser Liebling hin und wieder mal pupsen. Den unangenehmen Geruch müssen dann wir Zweibeiner aushalten. Doch wie entstehen eigentlich Blähungen beim Hund und sind diese bedenklich oder sogar schädlich? Wir haben Tierarzt Dr. Gregor Berg dazu befragt.

Blähungen beim Hund

Was sind eigentlich Blähungen?
Dr. Berg
: Im Darm leben viele Bakterien. Das ist aber nicht krankhaft, sondern ganz normal und sogar gesund. Der Organismus braucht sie, da sie wichtige Vitamine, wie zum Beispiel Vitamin K und B12 herstellen, das Immunsystem im Darm unterstützen und viele weitere Aufgaben im Stoffwechsel übernehmen. Einige dieser Bakterien produzieren Gase. Eine gewisse Menge davon ist ganz normal und wird in der Regel über die Darmwand aufgenommen. Eine ungünstige Zusammensetzung oder eine mindere Qualität des Futters kann aber dazu führen, dass sich gasbildende Bakterien im Übermaß vermehren. Diese produzieren dann soviel Gas, dass es nicht mehr vollständig aufgenommen werden kann. Die Folge ist, dass es über den Darmausgang als Pups entweichen muss.

Was begünstigt Blähungen?
Dr. Berg
: Ein Futter, das zum Beispiel einen hohen Anteil an minderwertigen Eiweißen mit viel Bindegewebe enthält, kann bei empfindlichen Tieren Blähungen begünstigen. Solche Futter mit viel Bindegewebe haben häufig den Sammelbegriff „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ in der Deklaration stehen. Gut verdaulich dagegen ist beispielsweise Muskelfleisch. Getreide hat zwar viel gut nutzbare Energie, besteht aber hauptsächlich aus Kohlenhydraten. Und auch ein zu hoher Gehalt an Kohlenhydraten kann Blähungen verursachen. Hier muss darauf geachtet werden, dass die Verdauungskapazität nicht überschritten wird. Auch der Rohfasergehalt des Futters spielt eine Rolle. Je nach Alter und Leistungsgruppe sollte das Futter andere Richtwerte einhalten.

Wie können Blähungen reduziert werden?
Dr. Berg
: Oft kann ein Futterwechsel schon die gewünschte Linderung erbringen. Jedes Futter ist unterschiedlich zusammengesetzt und beeinflusst die Bakterien im Darm anders. Es gibt auch Futter, das speziell für empfindliche Tiere konzipiert wurde, leicht verdauliche Zutaten enthält und den Darm und gesamten Organismus weniger belastet. Oft ist es ratsam, sich von Fachleuten beraten zu lassen, denn fast immer findet sich eine gute Alternative zum aktuellen Futter, bei der die Rezeptur hochwertiger zusammengestellt oder bestimmte Parameter günstiger eingehalten werden.

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Gerne können Sie uns weitere Fragen zum Thema Verdauung und Blähungen bei Hunden und Katzen in einem Kommentar hinterlassen. Tierarzt Dr. Gregor Berg und unser Experten-Team beantworten gerne Ihre Fragen zu diesem Thema.

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