Dr. Berg klärt auf: Zusatzstoffe – was ist das überhaupt?


21.09.2016
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Viele Tierbesitzer achten heutzutage sehr auf die Qualität des Futters, mit dem sie ihre Lieblinge ernähren. Oft hört man sie sagen, dass sie unbedingt ein Futter ohne Zusatzstoffe füttern wollen, weil sie denken, dass ein Futter nur hochwertig sein kann, wenn nichts zugesetzt wurde. Dabei wissen viele Tierbesitzer gar nicht, dass der Begriff „Zusatzstoff“ ein Sammelbegriff ist für ganz verschiedene Stoffklassen und einige davon sogar äußerst wichtig sind für Hunde und Katze.

Als Futtermittelzusatzstoffe gelten Stoffe, Mikroorganismen oder Zubereitungen, die keine Futtermittel-Ausgangserzeugnisse oder Vormischungen sind und bewusst Futtermitteln oder Wasser zugesetzt werden.

Dabei müssen sie mindestens eine der folgenden Wirkungen erzielen:

  • herz-aus-futterdie Beschaffenheit des Futtermittels positiv beeinflussen
  • die Beschaffenheit der tierischen Erzeugnisse positiv beeinflussen
  • die Farbe von Zierfischen und –vögeln positiv beeinflussen
  • den Ernährungsbedarf der Tiere decken
  • die Auswirkungen der Tierproduktion auf die Umwelt positiv beeinflussen
  • die Tierproduktion, die Leistung oder das Wohlbefinden der Tiere, insbesondere durch Einwirkung auf die Magen- und Darmflora oder die Verdaulichkeit der Futtermittel positiv beeinflussen oder
  • eine kokzidiostatische oder histomonostatische Wirkung aufweisen.

Zusatzstoffe werden in verschiedene Kategorien eingeteilt. Die jeweilige Kategorie muss auf der Verpackung zusammen mit dem Zusatzstoff deklariert werden.

  1. technologische Zusatzstoffe: jeder Stoff, der Futtermitteln aus technologischen (verarbeitungstechnischen) Gründen zugesetzt wird.
  • Konservierungsstoffe, welche das Wachstum von Schimmelpilzen, Bakterien usw. hemmen. Dazu zählen Säuren und Salze, z. B. Natriumsorbat (E 201), Kaliumsorbat (E 202), Zitronensäure (E 330) oder Essigsäure (E 260).
  • Antioxidantien: wenn Fett unter Einfluss von Sauerstoff, UV-Licht und bestimmter Temperatur gelagert wird, wird es mit der Zeit ranzig, es verändert sich in Geschmack, Konsistenz und Geruch. Antioxidantien verhindern oder reduzieren diesen Zerfall. Zu den natürlichen Antioxidantien gehören Vitamin E (Tocopherol) und Vitamin C (L-Ascorbinsäure = E 300). Als synthetische Antioxidantien gelten z. B. Butylhydroxyanisol (BHA = E 320), Butylhydroxytoluol (BHT = E 321) und Ehoxyquin (E 324).
  • Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungsmittel, Geliermittel: beeinflussen das Aussehen oder die Konsistenz der Futtermittel und binden Wasser.
  • Säureregulatoren: haben eine medizinische Wirkung, indem sie z. B. den pH-Wert senken oder anheben (wichtig bei Harnsteinpatienten).
  1. sensorische Zusatzstoffe: ein sensorischer Stoff wird einem Futtermittel zugesetzt, damit die Eigenschaften des Futter verbessert werden, sprich das Futter besser aussieht, besser schmeckt oder riecht. Bei den sensorischen Zusatzstoffen unterscheidet man u. a.:
  • färbende Stoffe z. B. natürliche (z. B. Carotinoide) und synthetische Farbstoffe
  • Aromastoffe: natürliche (z. B. Vanillin, Anis, Fenchel) und künstliche Aromastoffe.
  1. ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: diese Zusatzstoffe sind Nährstoffe, die jeder Organismus zum Leben braucht. Da bei der Herstellung von Futtern beim Kochen, Backen, Pressen, Sterilisieren usw. zum Teil Nährstoffe kaputt gehen, ist es sehr wichtig, dass diese dem Futter vor der Verarbeitung in ausreichender Menge zugesetzt werden, damit am Ende des Herstellungsprozesses noch genügend davon enthalten sind. Wenn Alleinfuttern keinerlei ernährungsphysiologische Zusatzstoffe zugesetzt sind, sollte man sich Gedanken machen, sagt Frau Prof. Kienzle der LMU München. Zu den ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen zählen:
  • Spurenelemente (z. B. Eisen, Zink)
  • Vitamine und Provitamine (z. B. Vitamin A, B1, Biotin)
  • Aminsosäuren und ihre Salze (z. B. Taurin, Lysin).
  1. zootechnische Zusatzstoffe: jeder Zusatzstoff, der die Leistung und den Gesundheitszustand von Tieren oder die Auswirkungen auf die Umwelt positiv beeinflussen soll. Dazu zählen z. B. Probiotika (Mikroorganismen), die die Darmflora stärken können oder Enzyme.

Welche Zusatzstoffe in Futtern verwendet werden dürfen, ist in einer EU-Verordnung geregelt. Es gibt Zusatzstoffe für die Höchstgehalte festgesetzt sind und die deklariert werden müssen. Zudem gibt es Zusatzstoffe, die nicht kennzeichnungspflichtig sind, bei denen die Deklaration der Hersteller freiwillig durchführen kann oder auch nicht.

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