Fütterung älterer Haustiere – die wichtigsten Punkte


8.03.2013
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Tierarzt Dr. Gregor Berg berät zum Thema Fütterung von älteren Haustieren, fasst die wichtigsten Kernpunkte zusammen und gibt Tipps zur Ernährung von älteren Hunden und Katzen.

Tierarzt Dr. BergWann ist der richtige Zeitpunkt zur Futterumstellung?
Auch die quirligsten Hunde und Katzen werden irgendwann älter. Und ruhiger. Das hängt damit zusammen, dass der Körper im fortgeschrittenen Alter einige Umbauvorgänge durchmacht: Viele Organe arbeiten weniger effizient, der Stoffwechsel wird langsamer. Es ist nachvollziehbar, dass diese Veränderungen im Organismus auch einen veränderten Bedarf an Nährstoffen nach sich ziehen. 
Ein Futtermittel, das für mittelalte Tiere konzipiert und zusammengesetzt ist, kann daher für ein älteres Tier nur bedingt geeignet sein. Wann genau der Zeitpunkt für eine Futterumstellung gekommen ist, ist individuell und rassebedingt sehr unterschiedlich. Manche Hunde (v. a. die der großen Rassen) zählen schon mit 7 oder 8 Jahren zu den „älteren“ Tieren, während Katzen oder kleinere Hunde erst mit 10 Jahren oder noch später dazugehören.
Häufig wird dann empfohlen, einfach die Fütterungsmenge an den gesunkenen Energiebedarf anzupassen. Es ist jedoch nicht allein der Energiebedarf, der sich ändert. Ganz im Gegensatz dazu erhöht sich beispielsweise im älteren Organismus sogar der Verbrauch an bestimmten Vitaminen, der bis zum Doppelten des normalen Erhaltungsbedarfs betragen kann. Auch die Zusammensetzung der Nährstoffe, aus denen die Energie bereitgestellt wird, sollte angepasst werden – insbesondere bei Hunden, bei denen die Veränderungen im Stoffwechsel deutlicher ausgeprägt sind als bei Katzen.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass immer mehr Hersteller neben ihrer regulären Produktlinie auch z.B. spezielle Seniorenfutter für Hunde anbieten. Aber auch so manches Futter, das nicht extra dafür ausgewiesen ist, kann durchaus für die Ernährung älterer Tiere geeignet sein – manchmal sogar besser, als extra dafür ausgewiesene Futter. Es lohnt sich aus diesem Grund ein bisschen genauer über die wichtigsten Kernpunkte bei der Ernährung älterer Tier Bescheid zu wissen.

Ein paar grundlegende Besonderheiten, die hierbei wichtig sind, werde ich Ihnen im Folgenden vorstellen:

Ältere Tiere müssen nicht mehr so viel Energie zu sich nehmen
Wie bereits erwähnt arbeitet der Stoffwechsel älterer Tiere langsamer. Der Grundumsatz ist erniedrigt. Das Tier muss nicht mehr so viel Energie zu sich nehmen wie früher. Futtermittel, die eine sehr hohe Kaloriendichte aufweisen (z. B. Futter mit einem hohen Fettgehalt), können daher leicht zu Übergewicht und dessen Folgeerkrankungen führen (beispielsweise Altersdiabetes). Solche Futter sind daher weniger gut geeignet. Häufig haben sich die Futter bewährt, die statt Fett Kohlenhydrate als Hauptenergiequelle bereitstellen. Kohlenhydrate sind i. d. R. gut verdaulich und belasten die Leber und die Nieren weniger, die bei einigen älteren Tieren vorbelastet sein können. Die enthaltenen Proteine sollten mengenmäßig moderat aber dafür sehr hochwertig sein (hohe biologische Wertigkeit). Je hochwertiger die Proteinquelle (z. B. Muskelfleisch), desto besser kann der Körper die Proteine im Dünndarm verdauen. Denn wenn viele Proteine in den Dickdarm gelangen (z. B. weil die Rohstoffe große Mengen Bindegewebe enthalten), dann werden diese dort von Bakterien abgebaut, was zu Verdauungsproblemen führen kann.

Verlangsamter Stoffwechsel bei älteren Tieren
Der verlangsamte Stoffwechsel im älteren Organismus (eingeschlossen die oftmals schlechtere Entgiftungsleistung der Leber) führt dazu, dass Giftstoffe nicht mehr so schnell abgebaut werden können und sich so unter Umständen ansammeln. Nährstoffe wie Vitamin E und C können einige dieser Gifte binden und unschädlich machen. Und auch andere Vitamine und Spurenelemente – insbesondere Zink – werden in erhöhtem Maße benötigt. Die Gabe eines Vitaminpräparats kann daher sinnvoll sein und das, obwohl Hunde und Katzen Vitamin C selber herstellen können. Die körpereigene Produktion muss dann nicht energieaufwendig hochreguliert werden.

Höherer Anteil an Ballaststoffen
Verdaut wird das Futter im Darm. Und der besteht vor allem aus Muskeln. Und genau wie die Muskeln der Gliedmaßen nicht mehr so stark sind wie bei jungen Tieren, so lässt auch die Kraft der Darmmuskulatur nach. Die Verdauung ist dann nicht mehr so effizient. Ein höherer Anteil an Ballaststoffen jedoch dehnt die Darmwand und reizt die Muskeln zu größerer Leistung – sozusagen „Sport für den Darm“. Der Rohfasergehalt spiegelt einen Teil der Ballaststoffe wider. Er sollte daher nicht zu niedrig sein und mindestens 2 % der Trockenmasse betragen.

Mehrmals täglich füttern
Die Tagesration des Futters sollten Sie auf mehrere Mahlzeiten verteilt füttern, so dass der Organismus nicht zu viel Leistung auf einmal erbringen muss. Wenn Ihr Tier z. B. an Zahnproblemen leidet – was bei älteren Tieren häufiger der Fall ist, dann kann es gegebenenfalls sinnvoll sein Nassfutter zu verfüttern oder das Trockenfutter mit Wasser einzuweichen. So kann auch sichergestellt werden, dass Ihr Tier genug Flüssigkeit zu sich nimmt, was einigen Problemen (beispielsweise Harnsteinen) entgegenwirken kann.

Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt 
Alter ist jedoch keine Krankheit. Wenn sich Ihr (älteres) Tier daher plötzlich auffallend anders verhält als früher, dann können auch therapierbare Erkrankungen dahinter stecken. Daher ist es wichtig Ihre Katze oder Ihren Hund hin und wieder beim Tierarzt vorzustellen – auch wenn man als Besitzer keine Krankheiten oder andere Auffälligkeiten bemerkt hat: Viele Krankheiten entwickeln sich langsam und machen sich lange Zeit nur dezent bemerkbar (z. B. Nierenschäden). Gerade in diesem frühen Stadium kann man manche Prozesse verlangsamen und diesen entgegensteuern.

pets Premium bietet spezielles Seniorenfutter an – hier finden Sie sicher das richtige Futter für Ihren Liebling. Haben Sie Fragen dazu? Unser Kunden-Service hilft Ihnen bei der Auswahl des passenden Futters gerne weiter.

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Euren Haustieren eine lange gesunde Zeit und viel Freude miteinander.

Herzlich,
Ihr Dr. Gregor Berg

Falls ihr Fragen habt, zögert nicht zu fragen. Schreibt einfach unten einen Kommentar und ich werde ich zeitnah antworten…

Kommentare zu diesem Beitrag (2)

  • ”Hallo Dr. Berg, ich habe einen neun Jahre alten Schäferhundmix, er ist seit zwei Jahren kastriert. Sein Gewicht liegt zur Zeit bei 38 Kg. Obwohl ich viel mit ihm draussen bin und ihn nur einmal am Tag füttere (Platinum). Leckerlies zwischendurch bekommt er nicht mehr. Laut unserer Tierärztin ist Lucky Befundfrei. Was kann ich noch für ihn tun? Vielen Dank! Mit freudnlichen Grüßen Ulrike Detert” von Ulrike Detert
    • ”Hallo Frau Detert, dass Ihr Hund trotz der einmaligen Fütterung am Tag noch ein wenig übergewichtig ist, kann nur eine Ursache haben: er verbraucht weniger Energie als er bekommt. Das kann verschiedene Ursachen haben: Nach einer Kastration reduziert sich durch den dann sinkenden Testosteronspiegel die Muskelmasse. Muskeln haben einen großen Anteil am Grundumsatz, also daran, wieviel Energie der Organismus verbraucht. Sind weniger Muskeln vorhanden, dann kommt der Körper mit weniger Energie aus, die überschüssige Energie speichert er. Zusätzlich kann sich der niedrigere Testosteronspiegel auch direkt auf das Verhalten auswirken und damit auf die Aktivität Ihres Hundes. Damit ist u. U. also nicht nur der Grundumsatz erniedrigt (also das, was der Körper in jedem Fall verbraucht), sondern auch der Leistungsumsatz (was der Körper verbraucht aufgrund individueller, hormonell-gesteuerter, rasseabhängiger usw. Verhaltensweisen). Dazu kann allgemein noch das steigende Alter Ihres Hundes beitragen, da im Alter die Stoffwechselrate zusätzlich sinkt. Der Energiebedarf Ihres Hundes kann daher deutlich von dem abweichen, was sie von früher gewohnt waren zu füttern. Jetzt kann es manchmal nicht ausreichen, dass man - so wie Sie es derzeit machen - weniger Futter gibt. Der Organismus kann sich auf weniger Futter einstellen und "spart" Energie ein. Besser wäre es statt eines Futters für mittelalte Hunde mit wenig Rohfaser ein Futter mit einem höheren Rohfasergehalt zu geben. Rohfasern können vom Hund nicht verdaut werden, machen sich aber als "Masse" im Hundemagen bemerkbar. Ihr Hund bekommt dann weniger Kalorien, als ihm sein voller Bauch vorgaukelt - so ungefähr kann man sich das vorstellen. Ihr Hund ist dann auf "Diät", aber trotzdem satt. Die Vitamingehalte des Futters sollten dann aber hoch sein (siehe Artikel). Dann könnten Sie wieder "mehr" Futter geben (aber in Wahrheit weniger Kalorien) und - wie es für ältere Tiere generell besser ist - dann auch mehrmals am Tag füttern, was den Stoffwechsel Ihres Tiers entlasten wird. Sie können sich gerne an unser Service-Team wenden, das Ihnen bei der Auswahl geeigneter Futtermittel gerne zur Seite stehen wird. Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen beantworten konnte und wünsche Ihnen und Ihrem Hund alles Gute.” von Dr. Gregor Berg
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