Rasseportrait | Weißer Schweizer Schäferhund – die einst verkannte Schönheit


21.02.2017
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Was ursprünglich als „Genfehler“ deklariert wurde, ist heute eine anerkannte Rasse, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Die gutmütigen Schweizer Schäferhunde sind ideale Familienhunde und auch in den verschiedensten Hundesportarten zuhause. Nicht zuletzt ihre natürliche Schönheit und das sanfte Gemüt machen sie zu einem attraktiven Begleiter im Alltag.

Steckbrief: Weißer Schweizer Schäferhund

Weisser Schweizer Schäferhund stehendName: Weißer Schweizer Schäferhund

Ursprung: Schweiz

Verwendung: Familien- und Begleithund

Wesen: Aufmerksam mit guter Führigkeit, Lebhaft, Ausgeglichen, Freundlich, Sozial

FCI-Klassifikation:  #347, Gruppe 1, Hüte- und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde); Sektion 1, Schäferhunde

Widerristhöhe: Rüden 60 – 66 cm, Hündinnen 55 – 61 cm

Gewicht: Rüden 30 – 40 kg, Hündinnen 25 – 35 kg

 

Geschichte und Herkunft

Immer wieder einmal kamen auch weiße Welpen unter den Hirtenhunden, auch beim Deutschen Schäferhund, vor: so war sogar der Großvater des ersten im Zuchtbuch eingetragenen Deutschen Schäferhundes ein „Weißer“. Zu jener Zeit war die edle weiße Fellfarbe noch anerkannt und wurde sogar von Adelsgeschlechtern, wie den Hohenzollern oder den Habsburgern, gezielt gezüchtet. Diese Einstellung kippte jedoch nach dem zweiten Weltkrieg, als sich unter Züchtern zunehmend die fälschliche Meinung etablierte, dass das Gen für die weiße Fellfarbe schuld an allen unerwünschten Defekten der Schäferhunde sei. Währenddessen setzte der amerikanische Verein für Deutsche Schäferhunde die Zucht – auch weißer Tiere – seit 1913 erfolgreich durch. Auf Forderungen des Vereins hin, wurde die Farbe „Weiß“ vom American Kennel Club seit 1968 nicht mehr als Fehlfarbe registriert. Obwohl sich der kanadische Zuchtverband zunächst weigerte, wurden in ganz Nordamerika auch weiterhin reinweiße Hunde gezüchtet, bis diese zum Anfang der Siebziger Jahre auch nach Europa, in die Schweiz, kamen. Dort wurden die weißen Schönheiten 1991 dann anerkannt und freuen sich seither auch in anderen Teilen Europas großer Beliebtheit.

Wesen des Weißen Schweizer Schäferhundes

Der Weiße Schweizer Schäferhund ist der ideale Familienhund für aktive Familien. Er ist freundlich, ausgeglichen und auch wachsam – dabei jedoch nie unnötig aggressiv. Mit anderen Hunden kommt der soziale Schweizer in der Regel sehr gut zurecht. Fremden Menschen begegnet er freundlich, aber bei Weilen etwas zurückhaltend. Aufgrund seiner Veranlagung benötigt er ein entsprechend hohes Maß an Beschäftigung, dann ist er ein angenehmer und ausgeglichener Familienhund, der gerne bei allen Aktivitäten dabei sein möchte und den Anschluss zu seinen Bezugspersonen sucht.

Haltung und Erziehung

Wie auch der Deutsche Schäferhund, ist der Weiße Schweizer ein intelligenter und sehr leichtführiger Hund. Die Erziehung verläuft daher in der Regel unproblematisch. Die mittelgroßen Hunde sind durchaus unterordnungsbereit und haben ein sehr sanftes Gemüt – ihre Erziehung sollte entsprechend einfühlsam erfolgen und benötigt keine unnötige Strenge. Wie bei allen Hunden dieser Größe, sollte trotz der natürlichen Sozialverträglichkeit des „Weißen“, auf eine frühe und gründliche Sozialisierung geachtet werden. Der Besuch einer Welpenspielstunde und Aktivitäten in einer Hundeschule sind nicht nur aus diesem Grund empfehlenswert, sondern auch, weil der Schweizer unheimlich gerne mit seinem Menschen arbeitet. In den verschiedensten Hundesportarten und auch im Gehorsamstraining überzeugt er durch Sportlichkeit, Leichtführigkeit und Lernbegeisterung. Nicht nur im Hundesport, sondern auch während gemeinsamer Wanderungen oder Ausflüge mit seinen Menschen, genießt er die Nähe zu seinem „Rudel“ und ist ein stets freundlicher und angenehmer Begleiter.

Wussten Sie schon?

Noch bevor die Rasse fälschlicher Weise für unerwünschte Defekte in der Zucht des Schäferhundes verantwortlich gemacht wurde, wurde der Weiße Schweizer Schäferhund sogar oft bevorzugt von Hirten gehalten: als Begleiter der Hirten gehört nicht nur die Unterstützung beim Viehtrieb zu ihren Aufgaben, sondern auch, die Herden zu beschützen. Die seltenen weißen Hunde waren für die Hirten im Dunkeln besser zu sehen und von wilden Tieren zu unterscheiden. Viele Hirtenhunde sind aus diesem Grund üblicherweise weiß oder von heller Fellfarbe, wie etwa der Kuvasz, der Maremmano, der Kangal oder auch der Komondor.Weiße Schweizer Schäferhunde sitzend und liegend

Weiterführende Informationen zum Weißen Schweizer Schäferhund:

Rassezuchtverein für Weiße Schweizer Schäferhunde e.V.

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