Rasseportrait | Picard – Aus dem rauen Norden Frankreich’s


12.02.2018
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Im Gegensatz zu seinen Arbeitsgefährten, Beauceron und Briard, kann man dem Namen des Berger de Picardie tatsächlich seinen Ursprung entnehmen: Die Picardie, eine der nördlichsten Regionen Frankreichs, formt die Heimat dieser eigensinnigen Hirtenhunde. Mit seinem zotteligen Fell trotzt der Picard dem rauen, maritimen Wetter des französischen Nordens problemlos und ist dem Hirten, auch im dicksten Nebel, ein treuer Begleiter. Und obwohl der Picard der ursprünglichste der französischen Hirtenhunde ist, ist er heute gleichzeitig auch der unbekannteste.

Steckbrief: Berger de Picardie

Steckbrief Berger de PicardieName: Berger de Picardie (Picard)

Ursprung: Frankreich

Verwendung: Schäferhund

Wesen: Lebhaft und Aufgeweckt; Lernfähig; Intelligent, dabei sehr eigenwillig

FCI-Klassifikation:  #176, Gruppe 1, Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde); Sektion 1, Schäferhunde. Mit Arbeitsprüfung.

Widerristhöhe: Rüden 60 – 65 cm, Hündinnen 55 – 60 cm

Gewicht: 23 – 32 kg

 

Geschichte und Herkunft des Berger de Picardie

Der Berger de Picardie entstammt einem lokalen Schäferhund-Schlag der gleichnamigen Region Frankreichs, der Picardie. Die dort ansässigen Hirten brauchten einen Hund, der dem rauen Klima des Nordens trotzt und bei jedem Wetter gewissenhaft seine Arbeit erledigt. Leider sank der Bestand dieser seltenen Hunde im Laufe des ersten Weltkrieges drastisch auf eine kleine Zahl an Exemplaren, sodass die Rasse beinahe ausgestorben wäre. Durch den Ehrgeiz und den engagierten Einsatz einiger Züchter, darunter die Rasseliebhaber Fontaines, Mégnin und Tournemine, gelang es im Jahr 1925 eine Anerkennung der Rasse beim FCI zu erhalten und damit den Fortbestand der Hunde bis heute zu sichern. Obwohl die Rasse während des zweiten Weltkriegs einen weiteren schweren Niederschlag erlitt und sich nur schwer erholte – im Jahr 1957 gab es beispielsweise nur einen Zuchtverein für den Berger de Picardie – haben sich die Zahlen bis heute langsam erholt, obwohl die Bekanntheit und Verbreitung des Picard weit hinter seinen Namensvettern Beauceron und Briard liegt.

Wesen des Picard

Bereits ein altes, französisches Sprichwort besagt „Wie der Herr – So auch der Hund“. Bedenkt man, dass der Berger de Picardie aus dem rauen französischen Norden stammt, wo Einheimische dem Klischee nach allen Fremden stets argwöhnisch und misstrauisch begegnen, so trifft dieses Sprichwort auf den Picard sicherlich zu. Die Hunde sind äußerst eigensinnig und bei Zeiten störrisch. Fremden begegnen sie mit Vorsicht, aber niemals aggressiv. In der Familie sind sie treue, angenehme Mitbewohner, die sich eng an ihre Familie binden. Zwar ist der Picard äußerst intelligent und lernfähig, nicht immer aber auch lernwillig – auf ihre Art sind die charmanten Charakter-Hunde damit echte Entertainer, die es manchmal wissen, ihre Halter bis an ihre Geduldsgrenzen zu bringen. Mit der nötigen Portion Humor im Gepäck, machen aber gerade diese eigenwillige, sture Art und die Natürlichkeit der Hunde den Picard für seine Liebhaber auch so einzigartig und liebenswert.

Haltung und Erziehung des Picard

Die Hunde bringen eine gehörige Portion Eigensinn und Selbstständigkeit mit, welche die Erziehung nicht gerade unkompliziert machen – der Picard hört meist nur, wenn er hören möchte. Wer genügend Humor, Geduld und Leidenschaft für diese Rasse mitbringt und mit den charakterstarken Hunden umzugehen weiß, der kann sich mit dem Picard durchaus einen liebenswerten und treuen Begleiter für alle Lagen heranziehen. Aufgrund seiner natürlichen Bewegungsfreude ist der Picard auch gut für die verschiedensten Sportarten geeignet – wenn er sich dann noch dazu „überreden“ lässt, ist er auch mit viel Freude und Eifer dabei.

Rasseportrait Berger de Picardie

Wussten Sie schon?

Ein charakteristisches Merkmal des Berger de Picardie ist seine „Griffonage“ (frz.: griffonner = kritzeln). Dieser Begriff bezeichnet das üppige bartähnliche Fell am Fang der Hunde.

Weiterführende Informationen zum Berger de Picardie: Club für französische Hirtenhunde e.V.

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