Rasseportrait | Australian Shepherd – Gutmütiger Hütehund


23.11.2015
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Der Australian Shepherd erfreut sich größter Beliebtheit bei Hundefreunden auf der ganzen Welt. Ob als eifriger Helfer auf der Ranch, im Hundesport oder als aktiver Familienhund – in allen Bereichen ist die amerikanische Schönheit zuhause und beweist sich dabei stets als echter „Allrounder“. Eine Aufgabe braucht der energiegeladene Workaholic aber auf jeden Fall!

Australian Sheperd BildS t e c k b r i e f

Name: Australian Shepherd (Aussie)

Ursprung: USA

Verwendung: Farm- und Ranch-Hütehund

Wesen: Intelligent, Gutmütig, Ausgeglichen, Stark ausgeprägter Hüte- und Bewachungsinstinkt

FCI-Klassifikation:  #342, Gruppe1, Hüte-  und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde); Sektion 1, Schäferhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Widerristhöhe: Rüden 51 – 18 cm, Hündinnen 46 – 53 cm

Gewicht: je nach Größe bis 28 kg

Geschichte & Herkunft

Der Name des Australian Shepherd ist irreführend, denn eigentlich stammen diese natürlichen Schönheiten aus den USA. Dort dienten die Hunde den Farmern als Unterstützung beim Viehtrieb oder auch als Wachhund für die Farm. Ihren eigentlichen Ursprung haben die Hunde allerdings ganz wo anders:  In den vereinigten Staaten wuchs die Nachfrage nach australischer Wolle stark an, sodass viele, der damals in Australien ansässigen, baskischen Wanderschäfer, in die USA weiterzogen – begleitet von vielen Schafen und ihren Hunden. Diese Hunde legten den Grundstein für die heutige Rasse und gaben dieser auch ihren Namen: „Australian Shepherd“. Die Hunde der aus Australien immigrierten Schäfer glichen von ihrem Wesen und ihrem Äußeren bereits dem heutigen Rassestandard. Durch ihre Funktion als Begleiter der Wanderschäfer brachten diese Hunde eine hohe Anpassungsfähigkeit und einen ausgeprägten Hüteinstinkt mit. Während der Basken-Wanderungen flossen dabei verschiedene europäische und australische Hütehunde in die Entstehung des Aussie mit ein, darunter Collies, Deutsche Schäferhunde, Pyrenäenschäferhunde, Kelpies und Cattle Dogs.  Offiziell anerkannt wurde die Rasse im Jahr 1996, nachdem die intelligenten Hunde in einer „Trick-Dog-Show“ des Varieté-Künstlers Jay Sisler während Rodeo-Veranstaltungen für viel Aufsehen und einer wachsenden Beliebtheit der Rasse führten.

Wesen des Australian Shepherd

Der Australian Shepherd ist ein außerordentlicher Arbeitshund, geprägt von einem starken natürlichen Hüteverhalten und ausgeprägter Wachsamkeit. Er ist äußerst intelligent und lernfähig – kein Wunder, dass der Aussie auch heute noch oft als „Trickhund“ begeistert und in zahlreichen Hundesport-Disziplinen die Nase mit vorne trägt. Die freundlichen Hunde sind auch als Familienhunde gut geeignet, wenn sie ausreichend Möglichkeit bekommen, ihre Energie in einer passenden Beschäftigung abzubauen. Mit seinen Menschen arbeitet er unheimlich gerne gemeinsam und auch anderen Hunden gegenüber beweist er in der Regel eine gute Sozialverträglichkeit.

Haltung & Erziehung

Der ständige Arbeitswille und Beschäftigungsdrang des Aussies können zu unerwünschten Verhaltensweisen führen – so hat schon der eine oder andere Aussie aus seiner Beschäftigungs-Not heraus angefangen beispielsweise Kinder, Autos oder Fahrräder zu hüten oder andere unerwünschte Verhaltensweisen entwickelt. Weiß man die hohen körperlichen und geistigen Ansprüche dieses Hundes durch eine passende Beschäftigung zu erfüllen, ist er aber ein durchaus freundlicher und ausgeglichener Familienhund. Der Aussie ist ein aktiver Hund für aktive Menschen. Da die intelligenten Hunde sehr begeisterungsfähig für neue Aufgaben und auch ansonsten wahre „Allround-Talente“ sind, lassen sich mit ihnen die verschiedensten Hundesportarten und Freizeitbeschäftigungen nachgehen. Da er sehr schnell lernt, hat der Aussie kleine Tricks oder neue Übungen meist sehr schnell erlernt – hier sind oft Abwechslung und Kreativität des Halters gefragt, damit der temperamentvolle Überflieger nicht in Langeweile verfällt. Da er sehr menschen-fixiert ist, möchte der Aussie sowohl beim Arbeiten als auch in der Familie immer gerne bei allen Aktivitäten dabei sein und folgt seinem Menschen oft aufmerksam „auf Schritt und Tritt“ – als isolierter Hofhund ist der gesellschaftsliebende Amerikaner nicht geeignet.

Wissenswertes 

Australian sheperd portraitDa der Aussie auch als Familien- und Begleithund immer mehr an Beliebtheit gewonnen hat, gingen einige Züchter dazu über, eine Linie mit gemäßigterem Temperament und Arbeitseifer für diese Zwecke zu züchten. Andere Züchter verfolgen bei der Zucht eine Blutlinie, welche das ursprüngliche und stark ausgeprägte Hüteverhalten der Hunde fördert. Diese Hunde fordern dementsprechend  in der Regel ein viel höheres Maß an Aktivität seitens ihrer Halter. Die Berücksichtigung der verschiedenen Zuchtziele und auch das individuelle Temperament des Hundes sollten gut abgewogen werden, sodass die Bedürfnisse des Hundes und der eigene Lebensstil gut miteinander vereinbar sind.

Weiterführende Informationen zu dieser Rasse:

Club für Australian Shepherd Deutschland e.V.

Kommentare zu diesem Beitrag (1)

  • ”Vielen Dank für die schöne Beschreibung des Australian Shepherds. Es kommt jedoch nicht so wirklich in Ihrem Bericht rüber, dass der Aussie nicht wirklich ein Anfängerhund für Familien ist! Seit die Aussies in Mode gekommen sind (vor allem wegen ihren niedlichen Merle-Farben stelle ich leider seit Jahren fest, dass diese Hunde leider häufig nicht artgerecht erzogen und gehalten werden. Häufig werden diese als Welpen angeschafft und kommt der Mensch mit der Erziehung und Beschäftigung (und das ein Aussie-Leben lang!) nicht klar, wird aus dem gutmütigen, freundlichen, sozial normalerweise sehr verträglichen Hütehund schnell ein Problemhund, der dann leider wieder weitervermittelt wird. Es wäre schön, wenn in Ihrem Bericht noch deutlicher darauf hingewiesen wird, dass dieser Hund - auch trotz seines hübschen Aussehens - kein Hund für Jedermann ist. Vielen Dank + freundlichen Gruß” von Andrea Ebel
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