„Katzentrockenfutter im Test“ Statement zur Meldung der Stiftung Warentest


29.08.2014
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Auf der Suche nach dem besten Tierfutter – Statement zu einer aktuellen Meldung der Stiftung Warentest von pets Premium Futterexperte und Tierarzt Dr. Gregor Berg.

doktor-berg-pets-premium1Hier gelangen Sie zur Meldung der Stiftung Warentest über Katzentrockenfutter im Test.

München, den 29.08.2014

Worum es geht:
Die Stiftung Warentest nimmt in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „test“ (Ausg. 9/2014) Bezug auf den in der österreichischen Partnerzeitschrift „Konsument“ zuletzt veröffentlichten Katzenfuttertest (Ausg. 8/2014). Die Interpretation der Testergebnisse legt nahe, dass sich Trockenfutter als Alleinfuttermittel für Katzen nicht eignen würde. Dies begründet „Konsument“ in der Hauptsache mit dem im Vergleich zu Nassfutter geringen Wassergehalt, der bei Katzen zu Problemen führen könne. Diese Einschätzung teilen wir bei fundierter Betrachtung nicht. Katzen können auch mit Trockenfutter bedarfsgerecht ernährt werden. Als Tierarzt von pets Premium möchte ich auf die Ergebnisse von “Konsument“ Bezug nehmen und diese aus fachlicher Sicht beleuchten.

Alleinfuttermittel: Alles drin, was die Katze braucht
In einem Alleinfuttermittel müssen die verschiedenen Rohstoffe so zusammengestellt sein, dass sie die entsprechende Tierart bedarfsgerecht ernähren können. Diese Forderung kann neben Nassfutter auch problemlos mit einem Trockenfutter erfüllt werden. Bedarfsgerecht heißt, dass beispielsweise Proteine in ausreichender Menge enthalten sind; daneben spielen z. B. auch Fettsäuren sowie Mineralstoffe und Vitamine eine Rolle. Wie viel der einzelnen Nährstoffe tatsächlich enthalten sein müssen, dazu gibt es wissenschaftliche Untersuchungen. Deren Ergebnisse ziehen die Hersteller als mindestens einzuhaltende Zielwerte bei der Produktion ihrer Futtersorten heran. Bei einigen Werten ist es aber auch genau umgekehrt: So gibt es für Katzen (aber auch für Hunde) von Fachleuten empfohlene Höchstwerte z. B. für Kohlenhydrate, bei deren Überschreitung es bei empfindlichen Tieren zu Verdauungsproblemen (z. B. Durchfall) kommen kann. Produktionsbedingt enthalten Trockenfutter zwar mehr Kohlenhydrate als Nassfutter, dennoch bleiben die Gehalte darin deutlich unter den internationalen Empfehlungen. Was die Bedarfszahlen einer Tierart angeht – und nur darum geht es bei einem Alleinfuttermittel – können von einem Trockenfutter Mindestwerte für Katzen erreicht und Höchstwerte unterschritten werden. Die Anforderungen an ein Alleinfutter sind daher auch durch ein Trockenfutter problemlos erfüllbar. Die Aussage, dass sich Trockenfutter nicht als Alleinfuttermittel für Katzen eignen, ist daher aus unserer Sicht falsch.

Welche Rolle spielt der Wassergehalt im Trockenfutter bei der Katzenernährung?
Trockenfutter enthält, wie der Name schon sagt, nur einen geringen Anteil Wasser, der i. d. R. bei 10 % liegt. Wie „Konsument“ richtig schreibt, haben Katzen aufgrund ihrer Entwicklungsgeschichte ein vom Hund abweichendes Trinkverhalten. Als Wüstentiere mit einem effizienten Wasserhaushalt nehmen sie naturgemäß einen Großteil ihres geringen Wasserbedarfs über die Nahrung auf. Muskelfleisch, das natürlicherweise den größten Teil der Katzenernährung ausmacht, enthält ungefähr 75 % Wasser. Es leuchtet ein, dass eine Katze, die Trockenfutter mit einem Wassergehalt von 10 % frisst, ihren Bedarf nicht ausschließlich über das Futter decken kann: Die Katze muss zusätzlich Wasser trinken. Bei den allermeisten Katzen funktioniert das weitgehend problemlos. Bei einigen kann ein angepasstes Trinkmanagement die Katze zur Wasseraufnahme animieren. Ein Beispiel wäre hierfür das Aufstellen eines Zimmerspringbrunnens, an dem viele mäklige Trinker spielerisch und wie nebenbei genügend Flüssigkeit aufnehmen. Zusätzlich besteht immer auch die Möglichkeit, das Trockenfutter einzuweichen und quellen zu lassen. So erhöht sich der Wasseranteil des Futters wieder auf Maße, die sich an die ursprünglich enthaltene Wassermenge der Rohstoffe annähern. Eine zu geringe Wasseraufnahme kann bei Katzen (aber auch bei allen anderen Lebewesen) zu Problemen führen, beispielsweise zur Entstehung von Harnsteinen. Dieser Umstand ist wichtig und sollte in der Katzenernährung beachtet werden, rechtfertigt aber nicht die Einschätzung, dass ein Trockenfutter den Bedarf einer Katze nicht ausreichend decken könne.

shutterstock_176014922Handfeste Argumente? Fehlanzeige!
Gutes Futter gibt es nass und trocken
Der von der Zeitschrift „Konsument“ durchgeführte Katzenfuttertest stellte bei einigen Futtermitteln einen zu hohen Gehalt an bestimmten Mineralstoffen fest, z. B. Phosphor und Magnesium. Wie andere Tests in der Vergangenheit gezeigt haben, können auch bei Nassfutter Abweichungen vom optimalen Nährstoffgehalt gefunden werden. Dies ist keine originäre Eigenschaft eines Trockenfutters. Dass ein Alleinfutter bedarfsgerecht konzipiert sein muss und wichtige Bedarfszahlen eingehalten werden müssen, ist ein wichtiger Baustein in der gesunden Ernährung von Hund und Katze.

Daneben spielen aber auch die verwendeten Inhaltsstoffe eine große Rolle. In einem guten Futter müssen auch hochwertige Rohstoffe verarbeitet werden. Dieser Aspekt wird insbesondere auch von “Konsument“ ausgeblendet, obwohl hier relevante Unterschiede zwischen den am Markt befindlichen Futtermitteln bestehen. Die Einschätzung, wie hochwertig die Zutaten eines Alleinfuttermittels sind, ist anspruchsvoll und erfordert fundierte Kenntnisse in der Futtermittelkunde. Es bleibt abzuwarten, ob sich “Konsument“ in der Zukunft der Aufgabe annimmt und einen Futtertest erarbeitet, der alle relevanten Bewertungskriterien für ein Tierfutter enthält und auch auf die Qualität der verwendeten Rohstoffe eingeht.

Ein Tierfutter ist kein technisches Produkt, das lediglich eine bestimmte Funktion erfüllt. Wer sich nur mit der Zahlenseite eines Futters beschäftigt, läuft Gefahr, an den Bedürfnissen eines Lebewesens vorbei zu argumentieren. Wichtig ist, die Tiere und die Tierarten im Blick zu behalten und sich nach deren natürlichen Nahrungsquellen und Bedürfnissen zu richten und diese bestmöglich zu erfüllen.

Sie haben weitere Fragen zu diesem Thema? Das pets Premium Team und Dr. Gregor Berg antworten gerne per Kommentar unter diesem Beitrag.

Kommentare zu diesem Beitrag (1)

  • ”ich finde es erschreckend, dass immer noch propagiert wird, Trockenfutter macht keine kranken Katzen, wenn sie nur genug trinken!Leider auch von vielen Tierärzten! Welche Lobby steckt denn dahinter? Ich weiß leider von vielen Katzen, die nur noch 6 Jahre alt werden und an Nierenversagen sterben! Katzen haben ein anderes Nierengewebe, das nicht viele Fehler verzeiht, und trocken füttern ist bei dem ehemaligen Wüstentier Katze der größte Fehler - wo bleibt da die artgerechte Ernährung? Ich kann nur sagen: Bleiben Sie kritisch und überlegen Sie, was Sie ihrem Tier da antun!” von g.Gaiser
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