5 Dinge, die Sie schon immer über Katzen wissen wollten


22.07.2014
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Die Katze gehört zu den beliebtesten Haustieren der Deutschen. Doch wie steht es um die richtige Ernährung? Was sind die Unterschiede zwischen der Pflege von Hunden und Katzen? Und sind die Stubentiger graue katzeeher Einzelgänger oder brauchen auch sie genügend Beschäftigung? pets Premium Tierarzt Dr. Gregor Berg verrät fünf wichtige „Cat-Facts“ und räumt mit Mythen auf.

Eigenbrötlerisch, nachtaktiv, kletterwütig, schnurrfreudig, mauzend – das alles sind typische Merkmale einer Katze. Doch was steckt wirklich dahinter? Die kleinen Raubtiere haben zwar ihren eigenen Kopf, jedoch ist die Pflege nicht weniger aufwendig als beim Hund. Trotz großer Eigenständigkeit gibt es auch bei der Katzenhaltung einiges zu beachten. Zeit dem Halbwissen ein Ende zu setzen und mit veralteten Ansichten aufzuräumen!

1. Vegetarisch oder Fleisch – Was essen Katzen?
Katzen bewegen sich athletisch, liegen auf der Lauer und besitzen ein auffälliges Raubtiergebiss. Alles Indizien für ihre Vorliebe: Fleisch. Ein weiteres auffälliges Merkmal für Fleischfresser sind die gejagten Vögel oder Mäuse, die mancher Katzenbesitzer öfters auf der eigenen Fußmatte bewundern kann. Das bestätigt einmal mehr den ausgeprägten Jagdinstinkt des kleinen Raubtiers. Auch anatomisch setzt sich diese Bild fort, wie Dr. Gregor Berg erklärt:

Kätzchen mit SchüsselDie Zähne zeigen keine Furchen, wie sie für Pflanzen- oder Allesfresser typisch wären. Auch die Kieferbeweglichkeit ist bei Katzen deutlich eingeschränkt. Der Magen-Darm-Trakt ist kurz und ohne spezielle Anpassungen. Auch an bestimmten Enzymen und Stoffwechselwegen zur Verarbeitung pflanzlicher Nahrung fehlt es Katzen größtenteils. Katzen sind daher auf die Zufuhr großer Mengen Fleisch angewiesen – sie sind hochspezialisierte reine Fleischfresser.“

2. Trink, Miezekatze, trink!
Die Flüssigkeitszufuhr verhält sich bei Katzen anders als bei Hunden: Katzen sind ursprünglich Wüstentiere, die die Gewohnheit besitzen mit wenig Wasser auszukommen. Den größten Teil ihres Wasserbedarfs stillen Katzen durch die Nahrung, so dass klassisches Trinken für sie eher ungewöhnlich ist. Der hohe Salzgehalt in Teilen des Futters trägt jedoch dazu bei, dass der Wasserbedarf erhöht ist und Hauskatzen auf die externe Zufuhr von Wasser angewiesen sind. Während Hunde selbstständig zu ihrem Napf gehen, wenn sie Durst verspüren, muss die Katze regelrecht dazu animiert werden. Wie das funktioniert, erläutert Dr. Gregor Berg:

„Der Trinknapf sollte räumlich entfernt von der Futterschüssel aufgestellt werden, da diese Trennung die Gegebenheiten in der Natur simuliert und bei Katzen häufig zu einer erhöhten Wasseraufnahme führt. Auch sollte man mehrere Wasserschüsseln in der Wohnung verteilen, an denen die Katze dann auf ihren Touren vorbeikommt. Ebenso können Trinkbrunnen die Neugier einer Katze wecken und sie so – ganz spielerisch, nebenbei – zum Trinken animieren.“

3. Impfen – ja oder nein?Katze liegend
Auch wenn Katzen ihre Wurzeln als Raubtiere in freier Wildbahn haben, heißt das nicht, dass sie robuster sind als Hunde. In Bezug auf die ärztliche Vorsorge sind Impfungen für Katzen genauso wichtig, wie für jedes andere Haustier auch. Dr. Gregor Berg informiert:

„Katzen sollten auf jeden Fall geimpft werden. Zumindest was Katzenschnupfen und Katzenseuche betrifft. Mit Straßenschuhen und Kleidung bringen wir die verursachenden Viren in unser Zuhause, wo ungeimpfte Katzen dem Risiko schutzlos ausgeliefert sind. Die Impfungen werden sehr gut vertragen und mittlerweile gibt es Impfstoffe, die länger als die früher übliche Frist von einem Jahr Schutz bieten. Für Freigänger empfiehlt es sich, das individuelle Risiko für bestimmte Krankheiten mit einem Tierarzt zu besprechen. Je nach Risikolage kann dann das Impfprogramm ausgeweitet werden, z. B. auf eine Tollwutimmunisierung.“

Katze mit Angel4. Selbstbeschäftigung oder Beschäftigungstherapie?
Katzen sind richtige Energiebündel, sehr körperbetont und aktiv. Sie besitzen einen speziellen Bewegungsapparat und haben sehr ausgeprägte Sinnesorgane. Das alles lechzt nach Herausforderung: Katzen brauchen daher viel Beschäftigung, damit sie sowohl physisch als auch psychisch ausgelastet sind. Dr. Gregor Berg gibt Tipps:

„Am besten ist es natürlich, wenn Katzen sich draußen frei bewegen können, entweder als vollständige Freigänger oder zumindest mit Zugang zu einer Freilauffläche (z. B. einem abgetrennten Teil des Gartens oder Balkons). Aber auch drinnen gibt es genügend Optionen die Katze zu fordern. Wichtig ist, ihr immer wieder neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten, z. B. in Form von Katzentunneln, Kratzbäumen, aber auch Katzenangeln und anderem Spielzeug für Katzen. Wer im Hinterkopf behält, dass Katzen überaus neugierig sind und unbekannte Dinge gerne erforschen, der kommt aber auch sicher selber auf Ideen, seiner Katze ein interessantes Umfeld zu bieten. Auch wenn es nur leere Pappschachteln sind, in die sie hineinklettern können. Aber auch der tollste Abenteuerspielplatz wird auf Dauer langweilig, daher sollte man öfter mal etwas umgestalten.“

5. Reinlichkeit – Das A und O
British kittenHygiene spielt bei den Samtpfoten eine große Rolle. Sie sorgen aber im Gegensatz zum Hund selbst für ihre Sauberkeit. Katzen schlecken sich die ausgegangenen Haare vom Körper und reinigen penibel ihre Pfoten, nachdem sie in etwas hinein getreten sind. Auch ihre Nagelpflege übernehmen sie selbst, indem sie sich die stumpf gewordenen Krallen z. B. an der neuen Couch wetzen. Generell brauchen Katzen daher keine besondere Unterstützung bei der Pflege. Dennoch gibt es Situationen, in denen man als Besitzer seiner Katze behilflich sein kann, wie Dr. Gregor Berg erklärt:

„Sehr alte Katzen kommen oft nur schwer an alle Stellen ihres Körpers. Hier kann man seine Katze unterstützen und sie vorsichtig kämmen. Dafür gibt es geeignete Spezialbürsten. Heutzutage gibt es sogar Pflegeöle, mit denen die Beschaffenheit der Fellhaare und der Haut verbessert werden kann. Ältere Tiere können auch oft ihre Krallen nicht mehr vollständig zurückziehen und wetzen sie auch nicht mehr so ausgiebig. Hier ist es wichtig zu beobachten, ob die Katze damit Probleme hat, z. B. beim Laufen. Gegenebenfalls müssen die Krallen dann geschnitten werden. Stumpfes Fell oder brüchige Krallen können aber auch ein Zeichen für einen Nährstoffmangel oder für einen zu geringen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren in der Futter-Ration sein – auch bei jüngeren Tieren. Hier hilft es, sich vom Tierarzt oder von Fachleuten, zum Futter beraten zu lassen.“

Kommentare zu diesem Beitrag (4)

  • ”Ich kann und werde niemals verstehen, warum es Trockenfutter für Katzen gibt, wenn doch nachgewiesen wurde, dass sie Fleischfresser (keine Getreidefresser!) mit einem dafür vorgesehen Gebiss sind. Wofür soll also Trockenfutter gut sein? Es ist ausschliesslich für die bequemen Halter gemacht worden, das ist meine Meinung. Stumpfes Fell und brüchige Nägel brauchen bei dem heutigen Futterangebot auch nicht mehr zu sein. Es wäre wirklich sinnvoll, sich mit der Zusammensetzung des Futter auseinanderzusetzen, z.B. gibt es ein teures Bio-Futter, das Sonnenblumenöl enthält!!! Kein Wunder, wenn bei diesem Mangel an wichtigen Aminosäuren das Fell stumpf und die Nägel brüchig werden! Birgit” von Birgit Thomsen
    • ”Hallo Frau Thomsen. Vielen Dank für Ihren Kommentar, auf den wir hiermit gerne eingehen. Wie Sie richtig sagen fließen neben ernährungsphysiologischen Überlegungen auch sehr praktische Gründe in die Auswahl eines Futtermittels ein. Die Haltbarkeit eines Futters kann daher schon eine Rolle spielen und zwar besonders wie lange sich ein Futter im Napf "frisch" hält. Katzen haben im Vergleich zu Hunden einen kleineren Magen und einen kürzeren Darm, sie sind daher auf die kontinuierliche Zufuhr von Futter angewiesen (idealerweise mehrere kleine Mahlzeiten am Tag). Nassfutter kann im Napf u. U. schnell austrocknen und wird von manchen Katzen dann nicht mehr aufgenommen, bei Trockenfutter besteht das Problem so nicht. Wer als Katzenfreund/-halter tagsüber nicht regelmäßig füttern kann, für den kann Trockenfutter daher eine praktikable Lösung sein. Der i. d. R. höhere Kohlenhydratanteil im Trockenfutter ist in hochwertigem Katzenfutter fast immer in einem Bereich, der von Katzen sehr gut vertragen wird. Katzen können eine gewissen Menge Kohlenhydrate verdauen und auch umsetzen, sie besitzen dafür die Enzymausstattung. Sie haben recht, dass Mangelerkrankungen (die sich beispielsweise in stumpfem Fell äußern können) heutzutage nicht mehr vorkommen müssen. Daher ist es wichtig ein hochwertiges Alleinfuttermittel zu füttern, dass alle Nährstoffe enthält, die die Katze braucht. Im Artikel habe ich das Thema "Impfungen" angesprochen. Ergänzend dazu ist zu erwähnen, dass mancher Katzenhafter denkt, dass er seine Wohnungskatze nicht entwurmen muss, da sie ohnehin nicht nach draußen kommt. Aber auch über z. B. Schuhe können infektiöse Stadien in die Wohnung gebracht werden, wodurch sich die Katze mit Würmern anstecken kann. Das kann zu einem letztlich auch zu einem Nährstoffmangel mit den von Ihnen beschriebenen Symptomen an Haut und Fell führen. Wir freuen uns auf jeden Fall, dass Sie so genau über die richtige Ernährung Ihrer Katze nachdenken und wünschen Ihnen alles Gute. Herzlich, Ihr Dr. Berg” von Dr. Gregor Berg
  • ”Guten Tag, meine Katze bekommt Nassfutter mit einem hohen Fleisch Anteil sowie Trockenfutter ohne Getreide. Sie frisst beides sehr gerne. Macht es Sinn, Katzen getreidefrei zu ernähren? Da ich mich selber Weizenfrei ernähre und nur gute Erfahrungen damit habe möchte ich meiner kleinen Fleischfresserin nur das beste anbieten.” von Pauline
    • ”Hallo Pauline, vielen Dank für Ihre Anfrage. Katzen sind, wie Sie richtig sagen, reine Fleischfresser. Eine getreidefreie Ernährung ist daher absolut sinnvoll und natürlich. Sie haben daher für Ihre Katze eine sehr gute Wahl getroffen. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Katze alles Gute. Herzlich, Ihr Dr. Berg” von Dr. Gregor Berg
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