Zusammensetzung von Hundefutter und Katzenfutter


27.04.2012
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Was verbirgt sich hinter den Begriffen, die die Hersteller auf die Verpackung drucken? Wie wählen wir die Futtermittel aus, die wir in unser Sortiment aufnehmen und was können Tierbesitzer davon lernen, wenn sie das beste Futter für ihr Tier finden wollen? Diese Fragen und noch einige mehr klären wir in der Folge Zusammensetzung von Hundefutter und Katzenfutter von pets Premium TV.

Lebensmittelqualität und andere Gütekriterien am Beispiel von Terra Faelis – Nassfutter für Katzen (0:40)

Bei der Fleischgewinnung im Schlachthof beurteilt das amtliche Personal jedes Fleisch daraufhin, ob es für den menschlichen Verzehr geeignet ist. Nur wenn es von Tieren stammt, die keine Anzeichen für eine Krankheit aufweisen, wenn es bestimmte Werte in weiterführenden Untersuchungen einhält und frei von Verschmutzungen ist, dann wird es für die Lebensmittelproduktion freigegeben. Welche Kriterien hierbei eine Rolle spielen ist in verschiedenen EU-Verordnungen genau festgelegt. Manche Befunde können dazu führen, dass aus einem Stück Fleisch zwar kein Steak mehr für den Menschen wird, aber aus dem z. B. noch Hundefutter hergestellt werden darf. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Veränderungen nicht schlimm sind und keine Krankheiten verursachen können, z. B. bei einer Erhöhung oder Erniedrigung des pH-Werts. Dann hat das Fleisch zwar nicht mehr die Beschaffenheit und den Geschmack, den Menschen mögen, wenn sie Grillfleisch essen wollen, aber ansonsten ist das Fleisch absolut einwandfrei und darf daher zur Herstellung von Futtermitteln verwendet werden. Fleisch, von dem Gesundheitsgefahren ausgehen können, darf selbstverständlich nicht an Tiere verfüttert werden, sondern wird unschädlich beseitigt. Die Qualität des Rohmaterials macht daher nicht allein den Unterschied, vielmehr sind es zudem die strengeren und detallierteren Vorschriften, wie mit Fleisch in Lebensmittelqualität umgegangen werden muss, die die Güte des Prädikats „Lebensmittelqualität“ ausmachen. Dies ist bei Terra Faelis gegeben und in „Lebensmittelqualität“ produziert steht hier für die Hochwertigkeit dieses Futters.

Getreidefreies Futter (2:10)

Futter ohne Getreide wird immer häufiger angeboten. Der Rohstoff „Fleisch“ ist vergleichsweise teuer. Manche Hersteller verwenden daher lieber pflanzliche Kohlenhydrate, um die gewünschte Energie in das Futter zu bekommen. Das Futter ist dann häufig günstiger, kann aber ab einem bestimmten Gehalt an pflanzlichen Stoffen zu Gewichtsanteilen an Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten führen, die nicht mehr der optimalen Zusammensetzung eines Futters entspricht, was besonders beim reinen Fleischfresser Katze als kritisch anzusehen ist. Wenn Futter als „Getreidefrei“ gekennzeichnet ist, ist dies ein weiteres Qualitätsmerkmal, da ein hoher Fleischanteil garantiert ist.

Vergleich der Werbeaussagen auf der Vorderseite des Futters mit den Informationen auf der Rückseite (2:28)

Hochwertige Inhaltsstoffe geben Hersteller gerne auf der Vorderseite der Verpackung an, wobei hier Mindestmengen an Gewichtsanteile eingehalten werden müssen. Wie viel eines Inhaltsstoffs aber genau im Futter verarbeitet wurde, steht auf der Rückseite der Verpackung unter „Zusammensetzung„. Die Hersteller müssen die verwendeten Rohstoffe so angeben, dass der Stoff, der am meisten enthalten ist, auch an erster Stelle steht (absteigende Reihenfolge mit geringeren Anteilen am Futter). Jeder Tierbesitzer kann selber überprüfen, ob ihm ein Hersteller auch das verkauft, was er ihm über die getroffenen Werbeaussagen auch verspricht, indem er die Angaben auf der Vorderseite mit der Zusammensetzung des Hunde- oder Katzenfutters auf der Rückseite vergleicht. Allerdings muss man auch ehrlich mit der eigenen Einstellung umgehen, wer primär darauf achtet, möglichst wenig Geld für sein Futter auszugeben, der darf sich nicht wundern, wenn sich in dem von ihm gekauften Hundefutter „mit Huhn“ nur 4% Hühnerfleisch verstecken.

Nebulöse versus klare Formulierung der Zusammensetzung (3:44)

Es gibt Begriffe aus der Futtermittel- oder Lebensmittelbranche, unter denen sich ein Laie nicht viel vorstellen kann. Obwohl es Vorschriften gibt, wie ein Hersteller seine Rohstoffe kennzeichnen muss, hat er häufig die Möglichkeit, auch schwer verständliche Oberbegriffe zu benutzen. Es liegt auf der Hand, dass Hersteller, die sehr hochwertige Ausgangsmaterialien (wie z. B. Muskelfleisch) verwenden, diese auch genau so detailliert angeben. Andere wiederum, die minderwertige Abschnitte benutzen, geben häufig gerne allgemeine Begriffe an.
Je klarer und detaillierter also die Beschreibung der Zusammensetzung ist (z.B. Hühnerherzen, Muskelfleisch v. Huhn, Hühnermägen, -leber, Kürbis, Zucchini, Brunnenkresse, etc.) desto eher kann von einem hochwertigen Futter ausgegangen werden. Lässt die Beschreibung aber viel Spielraum und ist sehr ungenau (z.B. Fleisch und Tierische Nebenerzeugnisse (4% Huhn), Getreide, Pflanzliche Nebenerzeugnisse, etc.), so lässt sich nur schwer die Qualität beurteilen und der Hersteller hat für die Inhaltsstoffe viel Spielraum.

Vorstellung eines Hundefutters von „Daps“ (6:30)

Manche Listen an verwendeten Rohstoffen sind sehr lang, andere dagegen wie beispielsweise beim Hundefutter Pute mit Haferflocken und Spinat von der Firma Daps sind sehr kurz. Oft können sich in langen Listen auch viele Rohstoffe verstecken, die eher minderwertig sind oder denen u. U. sogar gesundheitsschädliche Wirkungen nachgesagt werden. In kurzen Listen, die zusätzlich noch sehr genaue Begriffe enthalten, ist das so nicht möglich. Meistens sind kurze, prägnant formulierte Inhaltsangaben daher ein Hinweis auf einen Hersteller, der mit Rohstoffen guter Qualität arbeitet.

Besonders der Begriff „Fleisch“ kann den Tierfutter-Käufer in die Irre führen. Dahinter verbergen sich nach Lebensmittelrecht nicht nur Steaks und Schnitzel, sondern auch viele andere Tierkörperteile, sodass fast alles Material, das vom Tier gewonnen wurde, als Fleisch bezeichnet werden kann. Hersteller, die hochwertiges Material verwenden, also solches, unter dem sich Verbraucher tatsächlich Fleisch vorstellen, werden daher meistens genau angeben, welche Art Fleisch in ihrem Futter verwendet wurde, z. B. wie bei Daps die Bezeichnung „Muskelfleisch“ zeigt. Auch die genaue Bezeichnung wie Herz, Leber oder Lunge ist sehr gut und schafft Transparenz.

Besprechung eines Hundefutters (Nassfutter) eines bekannten Herstellers (7:44)

Aus einem Webshop für Tiernahrung, der gängige Marken vertreibt und die man auch im Supermarkt kaufen kann, haben wir die Zusammensetzung eines Nassfutters für Hunde ausgedruckt, das von der Werbeaussage mit dem vorher besprochenen Futter von Daps vergleichbar ist. Bei genauerer Betrachtung werden jedoch massive Unterschiede deutlich. Der Vergleich im Abschnitt unserer Folge spricht für sich.

Vorstellung eines Trockenfutters für Hunde von Orijen im Vergleich zu einem Trockenfutter eines bekannten Herstellers (10:14)

Auch beim Vergleich der Trockenfutter wird deutlich, in welchen Punkten sich hochwertige und nicht so hochwertige Futtermittel unterscheiden. Auffällig ist immer der sehr viel höhere Fleischanteil bei den hochwertigen Futtern und die um einiges präzisere Angabe der verwendeten Rohstoffe. Während bei Orijen beispielsweise 80 Prozent des Ausgangsmaterial Fleisch sind, so hat der Hersteller des zum Vergleich herangezogenen Trockenfutters lediglich einen sehr geringen Prozentsatz verwendet. Schaut Euch diesen Abschnitt an und bildet Euch Euer eigenes Urteil.

Vorstellung des Katzen-Trockenfutters von Applaws mit 80 Prozent Fleischanteil (12.58)

Das vorgestellte Katzenfutter von Applaws ist getreidefrei und hat einen Rohstoffanteil von 80 Prozent Hühnchenfleisch. Gerade bei Katzen, die als reine Fleischfresser gelten, ist ein hoher Anteil an Fleisch besonders wichtig. Im Vergleich dazu ist Katzenfutter, welches seine Energie zu großen Teilen aus Kohlenhydraten bezieht, als nicht für die optimale Ernährung von Katzen geeignet, einzustufen. Im Klartext heißt das, dass Getreide in Katzenfutter noch weniger etwas zu suchen hat, als im Hundefutter (spezifische Krankheitsbilder ausgeschlossen).

Das wollen wir Euch mitgeben (13:12)

Mit der Folge Zusammensetzung von Hundefutter und Katzenfutter wollten wir Euch einen Eindruck vermitteln, wie Ihr als Tierbesitzer die Qualität eines Futters herausfinden und besser einschätzen könnt und welches Futter für Euch und Euer Tier optimal ist. Futtermittel sind in unterschiedlichen Preisklassen zu haben, was sich in der Regel auch in den verwendeten Inhaltsstoffen widerspiegelt. Manche dieser Unterschiede könnt Ihr als Tierhalter erkennen und darauf Eure Entscheidung gründen, was für Euch und Euer Tier das passende Preis-Leistungs-Verhältnis darstellt, anstatt nur auf die manchmal irreführenden Werbeaussagen der Hersteller zu vertrauen. Die Entscheidung liegt bei Euch, also nehmt es selbst in die Hand und werft auch mal einen Blick auf die Rückseite der Verpackung.

Wir hoffen, dass Euch die heutige Folge Spaß gemacht hat und freuen uns über Kommentare und E-Mails.
Bis zur nächsten Folge pets Premium TV.

Kommentare zu diesem Beitrag (3)

  • ”Liebes PetsPremium-Team Ich wollte mich bei euch für den tollen Blog bedanken. Fand ihn wirklich super interessant und hab es gleich am nächsten Tag in der Tierhandlung ausprobiert und die Inhaltsstoffe mal genauer unter die Lupe genommen. Ist ja wirklich interessant was vorne auf der Verpackung angepriesen wird und hintern dann wirklich drauf steht, ich war teils schockiert. Mich würde mal noch interessieren was denn die vielen Kohlenhydrate die in den meisten Futtern ja zu Hauf enthalten sind für die Ernährung meines Hundes bedeuten? Dachte ja immer das Hunde reine Fleischfresser sind. Ist als kleien Anregung für eine neue Sendung gedacht ;-). Danke und macht weiter so, find ich total klasse.” von Robert
  • ”Hallo, vielen Dank für den ausführlichen, gut gemachten Beitrag. Fand es witzig, wie Ihr Euch dezent mit Kommentaren zurückhaltet, bei der Vorstellung mancher üblen Zutatenlisten. Eine Frage: Ihr stellt einige hochwertige Produkte vor. Wie kommt es, dass die meisten dennoch mit künstlichen Vitaminen angereichert sind? Es ist ja mittlerweile erwiesen, dass künstliche Vitamine die natürlichen in ihrer Bandbreite und Gesamtwirkung nicht ersetzen können, tlw. sogar schädlich sind (auch für den Menschen). Wie seht Ihr das und gibt es hier Fortschritte bei den Herstellern?” von Chris
    • ”Hallo Chris, vielen Dank für Deinen Kommentar und die Fragen, die Du gestellt hast. Vitamine sind sehr empfindliche Nährstoffe. Die Gehalte, die in den Ausgangsrohstoffen zu finden sind, können daher durch die Bearbeitung beeinflusst werden. So enthalten beispielsweise gekochte Karotten andere Vitaminkonzentrationen als rohe. Da unbehandelte Rohstoffe aber nur für kurze Zeit haltbar sind, müssen die Hersteller bei der Produktion ihrer Futtermittel bestimmte Temperaturen erreichen, damit das Futter sich auch eine Weile hält. Viele Hersteller bemühen sich jedoch diese Erhitzung schonend zu erreichen, damit möglichst wenig Vitamine in diesem Prozess verloren gehen. Dennoch kommt es zu mehr oder weniger großen Vitaminverlusten. Nicht alle sind allerdings auf die Hitzebeahndlung zurückzuführen. Auch die Art des Herstellungsprozess bzw. die darauffolgende Lagerung beeinflussen die Vitamingehalte im Futter. So sind es bei Trockenfuttern eher die fettlöslichen Vitamine, deren Gehalte abnehmen; beim Nassfutter sind es die wasserlöslichen. Da den Herstellern diese Beeinflussung der Vitaminkonzentrationen bekannt ist versuchen sie diese durch die zusätzliche Gabe von Vitaminen auszugleichen. Insbesondere bei Alleinfuttermitteln bürgt der Hersteller ja dafür, dass in seinem Produkt alle nötigen Nährstoffe enthalten sind. Und da bei vielen Vitaminen die Bedarfszahlen bekannt sind, muss er diese Werte einhalten. Wie Du richtig schreibst sind in der letzten Zeit viele Berichte dazu erschienen, dass künstliche Vitamine oft nicht die selbe hohe biologische Wirksamkeit haben wie die, die natürlicherweise in einen Rohstoff enthalten sind. Dazu gibt es für bestimmte Vitamine einige Hinweise, aber ob das auch für Hunde und Katzen gilt und wie sehr die Wirksamkeit hier abweicht, dazu gibt es bisher keine verlässlichen Daten. Eine verminderte Wirksamkeit heißt ja auch nicht gleich, dass der Organismus überhaupt nichts damit anfangen kann. Zudem enthalten die meisten Tierfutter Vitamine in mehr als ausreichendem Maße, so dass auch bei einer angenommenen schlechteren Bioverfügbarkeit immer noch genug verwertbare Vitamine vorhanden sein müssten. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es Hersteller gibt, z. B. Lupo Natural, die bei der Herstellung ihres Futters nur mit verringerten Temperaturen arbeiten und die dann keine künstlichen Vitamine zusetzen. Dafür müssen Kunden dieses Anbieters im Vergleich zu Futtermitteln anderer Hersteller verringerte Mindesthaltbarkeitszeiten in Kauf nehmen. Ich hoffe, dass ich Dir mit meiner Antwort weiterhelfen konnte und wünsche einen schönen Tag.” von Dr. Gregor Berg
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