Wissenswertes zur Welpenfütterung


17.02.2016
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Oftmals stellt die Welpenfütterung den Besitzer vor viele Fragen. Welches Futter eignet sich für meinen Hund, wie hoch sollte die Futtermenge sein und kann ich den Futtermengenangaben des Herstellers vertrauen. Einen kleinen Überblick über die Gewichts- und Skelettentwicklung sowie Folgen von Fehlversorgungen von Welpen gibt Ihnen der folgende Blogbeitrag.

Das Wachstum von WelpenSiberian Husky Welpe mit Napf

Die Fütterung von Welpen sollte immer dem Ziel folgen, sie mit allen lebenswichtigen Nährstoffen zu versorgen und ihnen soviel Energie zuzuführen, dass sie kontrolliert groß werden. Eine Energieüberversorgung führt zu einem beschleunigten Wachstum, selten zu einem Verfetten der Welpen, d.h. die Welpen erreichen ihr Endgewicht früher als geplant. Oft erscheinen diese Welpen groß und ein wenig schlacksig. Das kann negative Folgen auf den Bewegungsapparat haben, da die Knochen noch nicht ausreichend mineralisiert sind und den Belastungen durch das Gewicht noch nicht standhalten können.

Da der Energiebedarf individuell ist, ist es ratsam, sich an einer Wachstumskurve zu orientieren. Für einige Rassen sind diese im Internet erhältlich, genauer ist es, sich vom Tierarzt anhand des derzeitigen Gewichts von dem jeweiligen Welpen, seines Geburtstages und des Gewichts des Mutter- bzw. Vatertieres eine individuelle Kurve erstellen zu lassen. So können Sie regelmäßig kontrollieren, ob Ihr Welpe das richtige Gewicht hat.

Kleinere und mittelgroße Rassen sind mit etwa 10 – 12 Monaten ausgewachsen, sehr große Rassen erst mit etwa 18 Monaten. Optimalerweise sollten in diesem Zeitraum regelmäßige Rationsüberprüfungen erfolgen, insbesondere dann, wenn der Welpe von der Wachstumskurve abweicht, Skelettabweichungen augenfällig werden oder selbstgekochte Rationen verfüttert werden. Die Hauptwachstumsphase liegt bei Welpen zwischen dem 3.- 6. Monat.

Entgegen der landläufigen Meinung ist eine Eiweißüberversorgung bei Welpen nicht schädlich und führt nicht zu Störungen vom Skelettwachstums.

Die Skelettentwicklung von Welpen

Damit der Bewegungsapparat der Welpen gesund mitwächst, ist, wie bereits oben erwähnt, eine passende Energiezufuhr wichtig. Neben der Energieaufnahme haben auch die bedarfsgerechte Zufuhr von Calcium und Phosphor und ein passendes Calcium-Phosphor-Verhältnis einen hohen Stellenwert. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis liegt optimalerweise zwischen 1,3-1,5:1 (max. 1,2:1-2,0:1). Diesen Wert erhalten Sie, wenn sie den Wert des im Futter enthaltenen Calciums (Ca) durch den enthaltenen Phosphor (P) teilen.

Selbstverständlich sollte das Futter auch den Bedarf der Welpen an allen Mengen- und Spurenelementen und Vitaminen abdecken.

Skeletterkrankungen

Calcium

Über- bzw. Unterversorgungen mit Calcium führen zu Wachstumsstörungen bzw. Skelettentwicklungsstörungen. Überversorgungen können insbesondere dann entstehen, wenn zusätzlich zu Alleinfuttern Mineralfutter, Eierschalen, Knochenmehl oder Muschelextrakte zugefüttert werden. Bitte sprechen Sie vor der Gabe von Ergänzungsfuttern mit Ihrem Tierarzt.

Sollten Sie Ihre Ration selbst zusammenstellen (BARF oder Selbstgekocht) darf eine Calciumquelle nicht fehlen, um Schäden am Skelett zu vermeiden. Ein Mineralfutter sollte hier auf keinen Fall fehlen, teils ist auch eine Kombination mit Eierschalen oder Knochenmehl notwendig.

Auch das großzügige Verschneiden von Alleinfuttern mit Reinfleischdosen, Flocken oder selbstgekochten Bestandteilen kann Nährstoffimbalancen zur Folge haben. Bitte wenden Sie sich auch hier an einen Tierarzt, wenn Sie eine Kombination verschiedener Rationsbestandteile wünschen.

Phosphor

Neben Calcium kann auch Phosphor zu Veränderungen im Bewegungsapparat führen. Ein Mangel an Phosphor kann zu Durchtrittigkeit führen, da der Mangel Bänder und Sehnen betrifft. Bei Behebung der Mangelsituation sind diese Veränderungen reversibel.

Wann sollte man auf ein Adultfutter wechseln?

Viele Züchter raten, schon wenn der Welpe 6 oder 7 Monate alt ist auf ein Adultfutter umzustellen. Diese Alleinfutter haben einen geringeren Energiegehalt und eine geringere Dichte an Nährstoffen, sodass sie oftmals nicht ausreichen, um den Bedarf an Proteinen und Mineralien zu decken. Aus tierärztlicher Sicht wird empfohlen, erst wenn der Welpe 12 Monaten alt ist auf ein Futter für erwachsene Hunde umzustellen.

Fazit
Die Energieüberversorgung ist das häufigste Problem in der Welpenfütterung. Gerade auch die Energiezufuhr über Leckerlies zu Zwecken der Erziehung wird gerne unterschätzt. Bitte bedenken Sie, dass Fleisch bei der Trocknung viel Wasser verliert, sodass 25g getrocknetes Hühnerfleisch 100g frischem Produkt entsprechen. Ratsam kann es auch sein, etwas Trockenfutter von der Tagesration abzuzweigen und als Leckerei zu verfüttern. So erhalten Sie viele kleine Trainings-Leckerlies und bringen die Nährstoffbilanz nicht aus dem Gleichgewicht.

Neben der bedarfsgerechten Energiezuteilung sollte auch eine kontrollierte Zufuhr an Mineralien erfolgen. Bitte fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat, ob Ihre gewünschten Ergänzungsfuttermittel zu empfehlen sind. Insbesondere wenn selbstzubereitete Rationen verfüttert werden, ist eine computergestützte Rationsüberprüfung empfehlenswert, die regelmäßig auf den Bedarf des Welpens angepasst wird. Spezialisierte Tierärzte helfen Ihnen gerne weiter.

Eine große Auswahl an Welpenfutter finden Sie bei uns im Shop.

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