Der richtige Umgang mit Nahrungsergänzung für Hunde


24.04.2018
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Hundefutter sinnvoll mit Nahrungsergänzung komplettieren

Fürsorgliche Hundehalter ergänzen die Portion ihres Lieblings insbesondere aus zwei Gründen: Sie möchten die Mahlzeit Ihres Vierbeiners mit wohltuenden Zusätzen verfeinern oder der Vierbeiner ist auf die Ergänzung mit bestimmten Inhaltsstoffen angewiesen.

Ein ausreichendes Maß an Vitaminen und Mineralien ist nötig für ein gesundes Wachstum und darüber hinaus für ein langes, gesundes Hundeleben. Werden Ergänzungsfutter wie besondere Öle, Mehle oder Flocken ab und zu als besondere „Kur“ in kleinen Mengen auf eine Alleinfutterportion gesetzt, ist das in der Regel unproblematisch. Schwieriger gestaltet sich die passende Ergänzung des Futters, wenn durch die Nahrungsergänzung bestimmte Vitamin- oder Mineralmängel vermieden werden sollen – so etwa benötigen Hündinnen während der Trächtigkeit oder auch Hundesenioren oftmals ein bestimmtes Mehr an Vitaminen.
Eine unnötige dauerhafte Zufuhr von ergänzenden Stoffen ist aufgrund der Gefahr einer möglichen Überversorgung mit bestimmten Stoffen jedoch eher zu vermeiden – denn auch bei Nahrungsergänzung gilt „viel hilft nicht immer viel“. Erfahren Sie, wann und wie Ergänzungsfuttermittel beim Hund sinnvoll einzusetzen sind.

Was sind Nahrungsergänzungsmittel und wann kommen sie zum Einsatz?

Nahrungsergänzungsmittel sind Futterzusätze, die ernährungsspezifisch oder physiologisch wirken. Die jeweils darin enthaltenen Vitamine, Mineralien oder anderen Bausteine sind in höherer Konzentration angereichert. Angeboten werden Nahrungsergänzungsmittel als Kapseln und Tabletten, die am besten mit einem Stück Wurst verfüttert werden, oder als Pulver und Tropfen, die mit der normalen Mahlzeit vermengt werden können.

Die Zufütterung mit Tabletten und Pülverchen sollte jedoch ausschließlich bei einem bestehenden oder drohenden Vitamin- beziehungsweise Mineralstoffmangel erfolgen. Denn ein Zuviel an bestimmten Vitaminen oder Mineralien kann – ebenso wie ein Mangel – schwerwiegende gesundheitliche Schäden nach sich ziehen. Empfohlen wird daher die Rücksprache mit einem fachkundigen Tierarzt, der feststellen kann, ob ein bestimmter Mangel bei Ihrem Vierbeiner vorliegt.

Selbst zusammengestellte Futterrationen sinnvoll ergänzen

Vor allem bei selbst zusammengestellten Futterrationen ist eine Supplementierung mit Vitaminen und Mineralien dringend erforderlich, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Diese Maßgabe zählt sowohl für selbstgekochte Rationen, BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) als auch für die Kombination verschiedener Zusatzfutter wie beispielsweise Reinfleischdosen. Eine reine Fleischfütterung ermöglicht ohne die richtigen Extras keine ausgewogene Ernährung für den Hund. Konsequenterweise sollte das Fleisch beim BARFen adäquat mit Innereien, Knochen, Gemüse, Obst, Ölen, Vitaminen und Mineralstoffen zu einer nährstoffreichen Mahlzeit aufgewertet werden. Diese Aufgabe ist meist schwerer als sie zunächst klingt, denn viele BARF-Rationen verzeichnen Über- als auch Unterversorgungen. Möchten Sie Ihren Vierbeiner trotzdem BARFen und bezüglich der Nährstoffzusammensetzung kein Risiko eingehen, ist ein BARF-Komplettmenü, wie es beispielsweise Wildcraft sortenweise anbietet, eine angenehme Lösung. Als Alternative können Sie bei Tierärzten, die auf die Tierernährung spezialisiert sind, individuelle BARF-Pläne für Ihren Vierbeiner erstellen lassen.

Nahrungsergänzung bei besonderer Belastung

Aktive Sportskanonen unter den Vierbeinern (z.B. Schlittenhunde, Rennhunde) benötigen nicht nur mehr Energie, sondern auch reichlich Vitamine und Mineralien in Form von Ergänzungsfuttern bei sportlicher Aktivität. Die verwendeten Mittel sollen den Stoffwechsel und die Muskeltätigkeit fördern, damit sich der Körper nach der sportlichen Aktivität optimal regenerieren kann. Gleichermaßen steigt während einer Trächtigkeit der Energie-, Vitamin- und Mineralstoffbedarf – je nach Trächtigkeitsphase – bei werdenden Hundemüttern. Auch mit steigendem Alter oder durch bestimmte Erkrankungen kann sich der Vitamin- und Mineralstoffbedarf bei Hunden verändern, sodass diese auf die Zugabe bestimmter Nahrungsergänzungsmittel angewiesen sind.

Vorsicht vor Über- und Unterversorgung des Hundes

Vorsicht sollten Hundehalter generell bei fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) sowie bei Mengen- und Spurenelementen walten lassen.

Vitamin A

Verfütterung von zu viel Leber oder Lebertran beispielsweise, in denen reichlich Vitamin A enthalten ist, kann diverse gesundheitliche Probleme verursachen. Unter anderem können Spondylose, Hautverdickungen, Leberschäden, Skelettstörungen bei vor allem jungen Hunden und Missbildungen von Feten im Mutterleib die Folge sein.

Vitamin D

Vitamin D ist nötig, um Calcium aus dem Knochen zu lösen. Steht jedoch zu viel Vitamin D auf dem Speiseplan können die Knochen durch die gesteigerte Mobilisation von Calcium brüchig werden und Weichteile wie beispielsweise Gefäße oder Nieren verkalken. Vitamin D ist übrigens auch in Leber und Lebertran enthalten.

Calcium und Phosphor

Bekommt der Hundekörper mit der Nahrung zu viel Calcium oder Phosphor oder diese in einem falschen Verhältnis zueinander, begünstigt das verschiedene Skelettstörungen. Als Folge der Überversorgung kann ein Kupfer- oder Zinkmangel resultieren. Weiterhin wird das Risiko für das Auftreten von Harnsteinen vergrößert. Außerdem sollte auf ein optimales Calcium-Phosphor-Verhältnis geachtet werden. So ist eine ideale Calcium- und Phosphorzufuhr beispielsweise maßgebend für ein gesundes Wachstum von Welpen und Junghunden.

Von Mineralmischungen bis zu natürlichen Zusätzen

Vorgefertigte Mineralmischungen, die zahlreiche Mineralien enthalten, erscheinen auf den ersten Blick als unkomplizierte Variante. Jedoch ist das Verhältnis der Mineralien zueinander darin fest vorgegeben, sodass eine individuelle Gabe nicht möglich ist. Sicherer ist daher eine punktgenaue Ergänzung eines Mangels mit Präparaten, die nur ein bestimmtes beziehungsweise wenige Vitamine oder Mineralstoffe enthalten. Alternativ können aufbereitete Naturprodukte und natürliche Zusätze erworben werden. Einige dieser Mittel können bedenkenlos verwendet werden. Unter anderem finden sich Zusatzmischungen zur Fell- und Hautgesundheit, zur Unterstützung der Gelenksfunktion als auch zur Wohltat für den Darm. Öle zählen ebenfalls zu dieser Sparte der Nahrungsergänzung.

Eine kurze Anmerkung

Nahrungsergänzungsmittel sind meist gebunden an Trägersubstanzen wie beispielsweise (Fleisch)Knochenmehl, getreidehaltige Produkte, Antioxidantien oder Gelatine. Daher können Futtermittelallergiker auch auf bestimmte Nahrungsergänzungsmittel reagieren. Hier ist eine Supplementierung der Ration mit natürlichen Zusätzen (z.B. Leber) oder chemisch reinen Mineralstoffen weniger risikobehaftet. Wie immer sollte dies jedoch vorab von einem Tierarzt definiert werden.

„Natürliche Zusätze“ unter der Lupe

Calcium

Wird beim Vierbeiner ein Calciummangel befürchtet, wird oft auf die Fütterung von Knochen zurückgegriffen. Allerdings sollte die Knochenfütterung mit einiger Vorsicht betrieben werden. Einerseits kann der Calciumgehalt des Knochens nur schwer geschätzt werden. Weiterhin sind die Calciumgehalte im Knochen sehr hoch, weshalb Knochen nur bei calciumarmen Futterrationen verfüttert werden sollten. Bedenken sollten Hundehalter ebenfalls die Gefahr von Verstopfungen und Verletzungen, die von Knochen ausgehen kann.

Statt Knochen kann Calcium dem Vierbeiner in Form von Algenkalk, Knochenmehl, Mineralfutter, Eierschalenmehl oder auch Milchprodukten dem Futter beigemengt werden. Dabei sollte jedoch dem Calciumgehalt Beachtung geschenkt werden, sodass der Vierbeiner letztendlich weder in eine Mangel- noch in eine Überversorgungssituation gelangt.

Vitamin B

B-Vitamine können durch das Verfüttern von Bierhefe supplementiert werden. Besonders Hundesenioren verzeichnen einen erhöhten Bedarf an B-Vitaminen. Das Gute an diesen Vitaminen: Eine Überdosierung ist in der Regel nicht möglich, da der Körper die überflüssigen B-Vitamine ausscheidet.

Vitamin A und D

Viel Vitamin A und D stecken in Leber oder Lebertran. Hier sollte aufgrund der oben erwähnten Komplikationen bei einer Überversorgung auf eine korrekte Zufuhr geachtet werden.

Jod

Auch Jod tut dem Körper nur in gewissem Maße Gutes. Daher sollte bei der Supplementierung mit Seealgenmehl die verfütterte Menge dem Jodbedarf angepasst werden.

Vitamin E und essentielle Fettsäuren

Öle sind hervorragende Nahrungsergänzungsmittel. Das flüssige Gold macht das Futter als Geschmacksträger nicht nur attraktiv, sondern liefert neben Vitamin E wertvolle essentielle Fettsäuren. Folglich dient die Verfeinerung mit gutem Öl der gesamtheitlichen Gesundheit der Fellnase. Meist greifen Hundehalter dabei auf Fischöle wie Lachs- oder Dorschöl sowie hochwertige Pflanzenöle wie Lein- oder Rapsöl zurück. Bei der Nahrungsergänzung mit Öl sollte allerdings der Energiebedarf des Hundes nicht aus den Augen verloren werden – denn Öl ist ein gewaltiger Energielieferant.

Spurenelemente

In Nüssen sind verschiedene Spurenelemente enthalten. In BARF-Rationen kommen Nüsse gerne zum Einsatz. Nüsse sollten jedoch nur gemahlen verfüttert werden. Mandeln und Macadamia-Nüsse sind für Fellnasen tabu, da sie, wie einige andere für den Hund gefährliche Lebensmittel, giftige Wirkungen im Hundekörper entfalten.

Glykosaminoglykane und Chondroitinsulfat

Glykosamine und Chondroitin sind wertvolle Inhaltsstoffe der Grünlippmuschel. Ihnen wird eine gelenksfördernde Komponente sowie Linderung bei arthrotischen Beschwerden nachgesagt. Allerdings konnte diese Wirkung bei der Verfütterung von Glykosaminoglykanen oder Chondroitinsulfat bisher wissenschaftlich nicht eindeutig belegt werden. Allerdings schadet die Fütterung von Grünlippmuschel dem Vierbeiner keineswegs.

Vitamin C

Die kleinen roten Hagebutten strotzen vor Vitamin C. Da der Hundekörper Vitamin C selbst herstellen kann, ist eine Nahrungsergänzung nicht nötig. Allerdings kann bei extrem hoher sportlicher Aktivität oder Immuninkompetenz der Vitamin-C-Bedarf des Vierbeiners die eigene Produktion übersteigen. Dann ist eine Supplementierung mit Vitamin C nötig und sinnvoll.

Es ist stark zu empfehlen, bestimmte Nahrungsergänzungsmittel nur bedarfsgerecht einzusetzen – wir empfehlen daher, sich immer vorab von einem Tierarzt beraten zu lassen.

Ihnen und Ihrem Vierbeiner viel Gesundheit!

Ihr pets Premium Team

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