Dr. Berg über: Futtermittelallergie – die dritthäufigste Allergie beim Hund


18.02.2015
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Es gibt immer mehr Hunde, die unter ihr leiden und es uns Zweibeinern damit oft sehr schwer machen: die Futtermittelallergie. Sie ist die dritthäufigste Allergie bei Hunden. Doch wie entsteht solch eine Allergie und was können wir tun, um unseren Lieblingen zu helfen? Tierarzt Dr. Berg erklärt die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Welche Stoffe im Futter können Allergien begünstigen und warum?
Dr. Berg: Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überschießend auf einen fremden Stoff – das bedeutet, dass prinzipiell jeder Stoff in der Umwelt oder im Futter plötzlich für den Körper allergieauslösend sein kann. Der häufigere Kontakt mit einem Stoff erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine Allergie zu entwickeln. FuttermittelallergieOft wird das Futter jahrelang vertragen und plötzlich reagiert der Hund allergisch darauf. In der Regel sind das größere Eiweiß-Strukturen; eher selten Kohlenhydrate oder andere Stoffe. Die häufigsten Allergieauslöser bei Hunden sind Rind- und Schweinefleisch sowie Milchprodukte. Zusatzstoffe im Futter sind bislang noch nicht als allergen nachgewiesen, damit zusammenhängende Unverträglichkeiten sind allerdings zu vermuten bzw. können Allergien zumindest verstärken. Auch beim Herstellungsprozess – zum Beispiel beim Erhitzen des Futters – können Verbindungen entstehen, die allergen wirken. So kann ein Tier gegen gekochtes Rindfleisch allergisch sein, roh verträgt es das Fleisch aber.

Insgesamt reagieren 80 Prozent der Allergiker-Hunde auf zwei Bestandteile des Futters, 20 Prozent auf drei bis fünf. Selbstverständlich gibt es auch biologische Prädispositionen, wie beispielsweise eine geschädigte Darmwand. Wenn das Tier Durchfall hat und die Darmschranke dadurch gestört ist, können größere Futterbestandteile durch sie hindurchwandern. Der Körper reagiert darauf mit einem Abwehrmechanismus. Bei akutem Durchfall sollte der Hund daher 24-48 Stunden nur Wasser und kein Futter zu sich nehmen. Andernfalls besteht eine hohe Gefahr, Allergien hervorzurufen.

Wie können Sie nun aber eine Futtermittelallergie bei Ihrem Hund erkennen?
Dr. Berg: Die häufigsten Symptome (80-90 Prozent) einer Allergie beim Hund sind an der Haut des Tieres erkennbar: Juckreiz, der sich durch häufiges Schlecken der Pfoten äußert oder Ekzeme. Eine Ohrentzündung kann ein weiteres Symptom für eine Futtermittelallergie sein. 10-20 Prozent der Hunde zeigen Symptome im Bereich des Magen-Darm-Trakts: Durchfall oder weicher Kot sind hier oft mit einem Schleimfilm überzogen.

Wie können Sie Allergiker-Hunde unterstützen?
Dr. Berg: Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie sollten Sie eine Ausschlussdiät durchführen, am besten unter fachlicher Anleitung. Das bedeutet, der Hund erhält Futter mit Rohstoffen, die er vorher noch nicht gefressen hat. Hier sollte darauf geachtet werden, dass das Futter möglichst nur eine Proteinquelle, also ein Monoprotein enthält, um herauszufinden, gegen welchen Stoff die Allergie besteht. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Allergiker-Hunde auf den neuen Rohstoff allergisch reagieren, ist gering. Dieses Futter erhält der Allergiker-Hund 6-8 Wochen. Verschwinden die Symptome nach dieser Futterumstellung, lautet die Diagnose: Futtermittelallergie. Da bei bereits bestehenden Allergien auch kleinste Mengen Symptome auslösen können, sollte der Hund auch keine Leckerlis bekommen, die eventuell allergieauslösende Proteine enthalten könnten.

Gerne können Sie uns weitere Fragen zum Thema Futtermittelallergie bei Hunden in einem Kommentar hinterlassen. Haben Sie Probleme mit einer Allergie beim Hund? Tierarzt Dr. Gregor Berg und unser Experten-Team beantworten gerne Ihre Fragen zu diesem Thema und helfen Ihnen, das richtige Futter für Ihren Vierbeiner zu finden.

Kommentare zu diesem Beitrag (6)

  • ”Hallo, mein Hund hat eine extreme Allergie. Der Arzt hat mir nach einer Blutuntersuchung gesagt, dass er gegen alles allergisch ist, ausser Fisch und exotische Fleischsortten (Strauss, Wildschwein, Kaenguru etc.). Kann es sein, dass wenn ich ihm jetzt Strauss gebe, er nach einer Weile auch auf das Hundefutter mit Strauss allergisch reagiert?? Zudem hat er starken Haarausfall..ich hab einen Doggo Argentino und bei ihm kann man mittlerweile die schwarzen Punkte sehen, die auf seiner Haut sind (was bei einem Doggo nicht sein muesste). Ausserdem hat er am Schwanz ein ca 3 cm trockene Flaeche, wo die Haare abgefallen sind. Das gleich auch am Hals (die Flaeche ist hier groesser./.ca 8cm). Koennen diese Flaechen von der Allewrgie sein? Und werden die Haare nochmal nachwachsen? Was kann ich darueber hinaus tun, damit diese Flaechen wieder mit Haare bedekct werden, ausser ihm allergiefreies Futter geben (Ich gebe ihm z.Z. Fisch (hydrolisiert) mit Kartoffeln). Ueber eine Antwort wuerde ich Ihnen sehr sehr dankbar sein” von Dimi
    • ”Hallo Dimi. Vielen Dank für Ihren Kommentar und das Vertrauen, dass Sie sich wegen der Probleme Ihres Dogos an uns wenden. Es kann sehr gut sein, dass Ihr Hund unter einer Futtermittelallergie leidet. Allerdings erscheint Ihre Beschreibung der haarlosen Stellen an Schwanzansatz sowie am Hals etwas untypisch für eine Futterallergie. Wir sollten uns daher etwas genauer unterhalten. Können Sie sich unter 089-809 115 650 mit unserem Serviceteam kostenfrei in Verbindung setzen? Ich denke, dass wir im direkten Gespräch am besten die verschiedenen möglichen Ursachen herausfinden können. Auch welches Futter Sie genau füttern ist von Bedeutung. Ich würde mich sehr freuen von Ihnen zu hören und wünsche Ihnen und Ihrem Dogo bis dahin alles Gute. Herzlich, Ihr Dr. Berg.” von Dr. Gregor Berg
  • ”Hallo, haben einen Hund aus Portugal kam schon mit offenen Pfoten bei uns an, zwischen den Schenkel ist er fast schon blutig geleckt. Da sie starkes Übergewicht hat gebe ich Diatfütter, hat auch schon 6 Kilo abgenommen. Hab jetzt mal Hypoallergenes Futter probiert das auch für Diät geeignet ist lt. Tierarzt, aber leider hat sie darauf so einen Quellbauch bekommen. Jetzt soll ich sie in Narkose legen lassen, damit eine Hautprobe gemacht werden kann. Und jetzt weiss ich nicht was ich machen soll. Für einen Tipp wäre ich Ihnen dankbar.VG Moni” von monika von malek
    • ”Hallo Moni. Vielen Dank für Ihre Anfrage. Vielleicht können Sie uns mitteilen, welches Futter Sie genau füttern? Dann können wir Ihnen mehr dazu sagen, ob es zur Gewichtsreduktion geeignet ist oder herausfinden, woran es liegen könnte, dass Ihr Hund einen Quellbauch bekommt. Die Hautsymptome können Symptome einer Futterallergie sein, aber möglicherweise auch andere Ursachen haben. Vielleicht melden Sie sich bei uns unter 089-809 115 650, wo wir Sie kostenfrei zur Fütterung beraten können. Möglicherweise ist das die einfachste Lösung in diesem Fall. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Hund alles Gute und freue mich auf Ihren Anruf. Herzlich, Ihr Dr. Berg.” von Dr. Gregor Berg
  • ”Lieber Dr. Berg Was empfehlen sie mir für ein Futter für eine Ausschlussdiät? Mein TA hatte mir Royal Canin Sensitivity Control empfohlen. Darauf hat er reagiert. Ich hab s dann mit Pet balance Gastro interestinal probiert - hat er auch nicht vertragen. Ich habe das Gefühl, er verträgt Trockenfutter grundsätzlich nicht. Mit Juckreiz reagiert er gar nicht. Er hat einfach ständig und immer wieder Verdauungsprobleme... Zurzeit bekommt er Real Nature Wilderness nass - das verträgt er am besten - zumindest das 100% turkey...” von Simone
    • ”Liebe Simone, vielen Dank für Ihre Anfrage und das Vertrauen, das Sie in uns setzen. Sie schreiben, dass Juckreiz eher keine Rolle spielt, stattdessen Durchfall als Symptom auftritt. Möglicherweise verbirgt sich eine andere Sache dahinter und keine Allergie. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich unter 089-809 115 650 bei unserem Serviceteam kostenfrei melden. Gerade weil Sie schon mehrere Futter ausprobiert haben - ohne oder mit nur mäßigem Erfolg - sollten wir auch andere Krankheiten oder Ursachen in Betracht ziehen. Haben Sie schon einmal eine Kotuntersuchung bei Ihrem Hund machen lassen? Am besten wäre es wirklich, wenn wir mit Ihnen die aktuellen Symptome und Probleme besprechen würden und uns dann auf eine Strategie und ein Futter einigen würden. Ich freue mich auf Ihre4n Anruf und wünsche Ihnen und Ihrem Hund bis dahin alles Gute. Herzlich, Ihr Dr. Berg” von Dr. Gregor Berg
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